In den heute schnell wechselnden Belegschaften ist ein effizientes Onboarding neuer Mitarbeitender zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil geworden. Jede zusätzliche Woche, die für die Schulung von Mitarbeitenden benötigt wird, ist eine Woche verlorener Produktivität.

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KI bietet die Möglichkeit, nicht nur das Lernen zu beschleunigen, sondern auch die Effizienz von Unternehmen nachhaltig zu steigern. Eine globale Umfrage des Beratungsunternehmens Cegos aus dem Jahr 2024 ergab, dass 44 Prozent der Mitarbeitenden bereits KI-gestütztes Lernen nutzen und 81 Prozent der Personalabteilungen solche Technologien integrieren oder deren Einführung planen. Dies zeigt, dass sich KI im Schulungsbereich von Unternehmen durchsetzt. Gleichzeitig wirft dies aber auch eine wichtige Frage auf: Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ein schnelleres Lernen nicht zu Lasten einer umfassenden Wissensvermittlung und dauerhaften Wissensverankerung geht?

„Time to Competency“ zählt

Im Corporate Learning ist Time to Competency ein zentraler Faktor. Darunter versteht man die von Mitarbeitenden benötigte Zeit, um die Fähigkeiten, Kenntnisse und Sicherheit zu erlangen, damit sie ihre Arbeit effektiv und selbstständig erledigen können. Sie ist eine wichtige Kennzahl, da eine Verkürzung dieser Zeit die Produktivität steigern, die Schulungskosten senken und einen Wettbewerbsvorteil bieten kann. Eine schnelle Wissensaneignung kann sich jedoch als kontraproduktiv erweisen, wenn das erworbene Wissen oberflächlich oder nicht von Dauer ist.

KI verändert das Lernen

Die Fähigkeit des Menschen zu lernen hat sich über Jahrtausende entwickelt – die KI hat dafür nur wenige Jahre gebraucht. Wenn KI auf Best Practices im Bereich Lernen abgestimmt ist, kann sie das Lernen im Hinblick auf drei zentrale Faktoren von Grund auf verändern: Personalisierung, praktische Übungen und Messung des Kenntnisstands. Schauen wir uns beispielsweise an, wie diese drei Faktoren bei der Einarbeitung neuer Vertriebsmitarbeitender in der Praxis aussehen.

Personalisierte Learning Journeys steigern das Mitarbeiterengagement

Erstens fördert eine KI-gestützte Personalisierung das Engagement von Mitarbeitenden. Generative KI-Tools können Lernenden dabei helfen, komplexe Themen ausgehend von ihren individuellen Wissenslücken anzugehen. Im Falle von Vertriebsmitarbeitenden kann KI Leistungsmuster und Wissensstände von Mitarbeitenden analysieren. Daraus kann sie maßgeschneiderte Lernpfade erstellen, die sich genau auf die Fähigkeiten konzentrieren, die sich die einzelnen Mitarbeitenden aneignen müssen – seien es Produktkenntnisse, Verhandlungstechniken oder der Umgang mit Einwänden von Kunden. Dieses personalisierte Konzept führt zu einer deutlich besseren Wissensverankerung und -anwendung, da das Lernen direkt für die jeweilige Rolle relevant ist.

Simulierte Praxis beschleunigt die Wissensaneignung

Zweitens beschleunigt praxisorientiertes Lernen das Onboarding und die Wissensaneignung. Vertriebsmitarbeitende können beispielsweise mit KI-gestützten Simulatoren Kundengespräche mit virtuellen Käufern üben, die auf verschiedene Pitches und Verkaufsmethoden natürlich reagieren. Sie erhalten dabei sofortiges Feedback zu ihrem Kommunikationsstil, zu ihrem Umgang mit Einwänden von Kunden und darauf, wie klar sie den Nutzen von Produkten erklären. Diese simulierten Interaktionen stärken das Selbstvertrauen vor realen Kundengesprächen und verkürzen die Einarbeitungszeit erheblich.

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Kenntnisstand messen und aufrechterhalten

Drittens sorgt die Messung dafür, dass das Wissen wirklich dauerhaft verankert bleibt. Nachhaltiges Lernen erfordert mehr als Schnelligkeit. Es muss sicherstellen, dass der Stoff umfassend verstanden wird und langfristig angewendet werden kann. KI-Lernplattformen überwachen nicht nur, dass die Schulung abgeschlossen wird, sondern verfolgen auch durch laufende Bewertungen, wie sich das Wissen weiterentwickelt. Wiederholtes On-the-Job-Training und umfassende Praxiserfahrungen können dazu beitragen, das Wissen zu festigen. Vertriebsteams können beispielsweise KI-Tools nutzen, die reale Kundeninteraktionen nach dem Training analysieren und messen, wie effektiv neue Techniken angewendet werden. Und sie können kontinuierlich Mikro-Lerneinheiten zur Auffrischung anbieten, wenn das Gelernte langsam in Vergessenheit gerät. So können sie sicherstellen, dass die Investitionen in Vertriebsschulungen zu einer dauerhaften Leistungsverbesserung führen.

Von Wissenslücken zu strategischem Lernen

Doch selbst mit diesen Tools stehen Fachleute im Bereich Lernen und Weiterbildung vor Herausforderungen. Denn wie die Cegos-Studie berichtet, hat fast die Hälfte der HR-Mitarbeitenden Schwierigkeiten, ihre Schulungsangebote schnell genug an die tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen. Mitarbeitende wiederum haben häufig das Gefühl, dass ihr Schulungsbedarf zu spät adressiert wird. KI kann diese Lücke mithilfe von Lernanalysen schließen, um Wissenslücken frühzeitig zu erkennen und zeitnah Maßnahmen zu ergreifen.

Die echte Chance besteht darin, eine schnelle Wissensaneignung mit dem Aufbau langfristiger Fähigkeiten und Kenntnisse in Einklang zu bringen. Unternehmen müssen nicht nur messen, wie schnell Mitarbeitende einen bestimmten Wissenstand erreichen, sondern auch sicherstellen, dass diese Kenntnisse und Fähigkeiten dauerhaft sind. Zu den wichtigsten Strategien gehören Mikrolearning, angepasste Lerninhalte, Mentorship und Integration von Praxisphasen – all dies zielt darauf ab, Wissen fest zu verankern und unnötige Verzögerungen zu reduzieren.

Dauerhafte Wissensverankerung sicherstellen

Um die Zeit der Wissensaneignung wirklich zu verkürzen und gleichzeitig einen umfassenden, dauerhaften Kenntnisstand sicherzustellen, benötigen Unternehmen strukturierte, skalierbare Lernlösungen. Eine solche Lösung ist SAP Learning Hub. Sie bietet umfassenden Zugriff auf von Fachleuten begleitete Ressourcen, mit denen man sowohl SAP-Zertifizierungen erlangen  als auch auf dem aktuellen Stand halten kann. Strukturierte Learning Journeys sorgen für ein individuelles Lerntempo und kontinuierliche Weiterentwicklung. Sie ermöglichen es Mitarbeitenden, sich beruflich weiterzubilden und gleichzeitig ihre täglichen Aufgaben zu erledigen. Durch die Integration von SAP-Schulungen in die täglichen Arbeitsabläufe können Unternehmen nachhaltige Lerngewohnheiten fördern und den Mitarbeitenden die Fähigkeiten vermitteln, die sie für eine langfristige gute Leistung benötigen.

KI wird also das menschliche Lernen nicht ersetzen, sondern verbessern – jedoch nur, wenn wir sie gezielt einsetzen. Als Führungskräfte müssen wir den Lernerfolg nicht nur daran messen, wie schnell wir uns Kenntnisse aneignen, sondern auch daran, wie dauerhaft und nachhaltig das Wissen ist.


Markus Marsch ist Global Head of Product and Solution Learning für SAP Industries & Experiences.

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