Das intelligente Zeitalter ist geprägt von raschem technologischen Fortschritt, gesellschaftlichen Veränderungen und Komplexität. Wir sind zwar stärker vernetzt, aber dennoch isolierter. Wir werden mit Informationen geradezu überflutet, können aber nicht auf deren Wahrheitsgehalt vertrauen. Technologien unterstützen uns, können aber gleichzeitig eine Bedrohung darstellen.

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Da Unternehmen und Regierungen mit Herausforderungen in Bezug auf Souveränität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert sind, müssen sie Ansätze verfolgen, die zunächst widersprüchlich erscheinen: mutig investieren trotz begrenzter Ressourcen, Daten teilen und gleichzeitig schützen und im Wettbewerb mit anderen stehen, aber trotzdem mit ihnen zusammenarbeiten. Doch das sind keine Widersprüche – das ist das neue Betriebsmodell.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Unternehmen einen Drei-Säulen-Ansatz verfolgen müssen, um in dieser neuen Normalität der Paradoxien zu bestehen.

Erstens müssen sie sich auf flexible digitale Grundlagen stützen, zweitens KI verantwortungsbewusst in ihre Abläufe integrieren und drittens Zusammenarbeit als einen strategischen Vorteil und nicht als Kompromiss betrachten.

Diese Prinzipien bilden das Rückgrat einer nachhaltigen Arbeitsweise im intelligenten Zeitalter, in dem Fortschritt davon abhängt, Komplexität agil und mit gemeinsamen Zielen zu begegnen.

Umstieg in die Cloud: Grundlage für Flexibilität schaffen

Technologien, die uns gestern noch futuristisch erschienen, sind heute bereits Mainstream und könnten morgen schon veraltet sein. Damit Unternehmen Schritt halten können, benötigen sie eine stabile, aber gleichzeitig anpassungsfähige Grundlage – eine Plattform, die sich genauso schnell weiterentwickeln kann wie die Welt um sie herum.

Diese Grundlage ist die Cloud. Ein Umstieg in die Cloud ist mehr als ein IT-Projekt: Sie ist die digitale Grundlage für eine umfassende Modernisierung des gesamten Unternehmens, das sich von einem „guten“ in ein „hervorragendes“ entwickeln möchte.

Eine moderne Cloudinfrastruktur ermöglicht, dass Daten, Anwendungen und KI nahtlos interagieren und schafft so ein Umfeld, in dem Innovationen gedeihen können. Sie beschleunigt die Bereitstellung von Softwareupdates und neuen Anwendungen, verringert Komplexität und bietet die erforderliche Skalierbarkeit, um auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren.

Wahre Flexibilität geht jedoch über die Technologie hinaus. Unternehmen müssen eine Denkweise fördern, in der Veränderungen als Chance begriffen werden, Experimente gefördert und Resilienz eine höhere Priorität als Perfektion eingeräumt wird. Das bedeutet, Teams zu befähigen, sich schnell anzupassen, kontinuierlich zu lernen und Veränderungen als Chance anstatt als Bedrohung zu betrachten.

KI-Innovationen nach eigenen Vorstellungen vorantreiben

Da KI die Art und Weise, wie wir leben, lernen und arbeiten schnell verändert, kann es sich kein Unternehmen leisten, sie zu ignorieren. Doch vielen ist noch nicht klar, wie sie KI am besten einsetzen.

Im B2B-Bereich kann KI nicht als eigenständige Technologie behandelt werden. Um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, muss KI tief in Geschäftsprozesse eingebettet sein. Dazu sind drei Säulen erforderlich:

  • Moderne Cloudsoftware
  • Fortschrittliches Datenmanagement
  • Ein konsistenter KI-Technologiestack

Unternehmen, die von älterer On-Premise-Software zu integrierten Cloudanwendungen wechseln, erschließen sich das Potenzial von KI, auf Transaktionen im gesamten Unternehmen zuzugreifen, sie zu verstehen und zu vereinfachen. Dadurch können KI-Agenten als digitale Mitarbeitende fungieren, die in der Lage sind, komplexe, unternehmensweite Workflows auszuführen.

Die Leistungsstärke von KI ist unbestreitbar. Dieser Aspekt führt in der heutigen volatilen Welt oft zu Fragen rund um die digitale Souveränität. Wahre digitale Souveränität besteht darin, die Kontrolle über kritische Daten und Ressourcen zu behalten und gleichzeitig die besten verfügbaren Technologien im Einklang mit den nationalen Interessen zu nutzen.

Datenschutz und Compliance sind unverzichtbar. Unternehmen und Regierungen müssen also sicherstellen, dass sensible Informationen unter angemessener gesetzlicher Kontrolle bleiben.

International abgestimmte Standards für Souveränität – etwa ISO (​​International Organization for Standardization) und IEC (International Electrotechnical Commission) – können eine sichere, konforme Skalierung über Grenzen hinweg ermöglichen und das volle Potenzial von KI freisetzen, ohne das Vertrauen zu gefährden.

Nicht alle Daten erfordern dasselbe Maß an Schutz. Informationen, die für die nationale oder die öffentliche Sicherheit von wesentlicher Bedeutung sind, erfordern ein Höchstmaß an Kontrolle. Gleichzeitig können weniger sensible Daten in vertrauenswürdigen Cloudumgebungen verwaltet werden, die anerkannten Standards für Cybersicherheit entsprechen.

Dieser differenzierte Ansatz ermöglicht es Organisationen, Innovation und Verantwortung in Einklang zu bringen.

Zusammenarbeit im Wettbewerb

Das Paradoxon von Wettbewerb und Zusammenarbeit ist vielleicht das bemerkenswerteste von allen. In unserer stark vernetzten Welt kann kein Unternehmen und keine Regierung die Herausforderungen von heute allein bewältigen. Cybersicherheitsbedrohungen, Klimawandel und wirtschaftliche Ungleichheit sind globale Probleme, die gemeinsame Lösungen erfordern.

Der Wettbewerbsvorteil liegt heute also in Partnerschaften – über Branchen, Sektoren und Grenzen hinweg. Die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor ist unerlässlich, um gemeinsam KI-Anwendungsfälle zu entwickeln, offene Datenökosysteme aufzubauen und in digitale Bildung zu investieren. Solche Partnerschaften sind in strategischer Hinsicht zwingend notwendig. Sie stärken unsere Gesellschaft und rüsten die Wirtschaft für langfristiges Wachstum.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf den Bereich der Governance. Die Schaffung gemeinsamer Rahmenbedingungen für eine ethische Nutzung von KI, Datenschutz und Nachhaltigkeit erfordert einen Dialog zwischen Stakeholdern mit gegensätzlichen Interessen. Dieser Dialog bildet jedoch den Grundstein für Fortschritt.

Dialog: Das Funktionsprinzip

Die Möglichkeiten, die KI bietet, sind zwar immens, aber keineswegs garantiert. Der entscheidende Faktor wird unsere Fähigkeit sein, einen sinnvollen Dialog zu führen – als Unternehmen und Regierungen, Technologiefachleute und politische Entscheidungsträger, Innovatoren und Bürger.

Im intelligenten Zeitalter stellt sich nicht die Frage, ob wir mit Paradoxien konfrontiert werden, sondern wie wir mit ihnen umgehen. Der Dialog muss unser Funktionsprinzip sein – das Mittel, mit dem wir Paradoxien auflösen, Vertrauen aufbauen und eine Richtung vorgeben, die zu Wohlstand für alle führt. Die Zukunft wird denen gehören, die Komplexität annehmen, mutig handeln und über Grenzen hinweg zusammenarbeiten.


Christian Klein ist CEO und Mitglied des Vorstands der SAP SE.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Webseite des Weltwirtschaftsforums.

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