3 Mal Cloud-ERP, 3 Erfahrungen

Feature | 21. Mai 2013 von Heather McIlvaine 0

Photo: iStockphoto

Foto: iStockphoto

Auf den folgenden Seiten erzählen drei Kunden offen, weshalb sie sich für SAP Business ByDesign entschieden haben, wie lange die Implementierung gedauert hat und wofür die Lösung eingesetzt wird. Sie zeigen außerdem die Vorteile und Herausforderungen einer Cloud-Lösung auf und sprechen darüber, was sie sich in Zukunft von der ERP-Lösung erhoffen.

Bautzen IT hat die Lösung als weltweit erster Pilotkunde eingeführt und war auch am Entwicklungsprozess beteiligt.

WL Plastics hatte lange mit SAP R/3 gearbeitet und beschlossen, auf die Cloud-Lösung von SAP umzusteigen.

Landi USA benötigte für die Einführung von SAP Business ByDesign weniger als 90 Tage.

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Bautzen IT war der erste Pilotkunde weltweit

Bautzen IT: Harry Schweickert, Geschäftsführer BIT.Solutions

Implementierung

Wir waren der allererste Pilotkunde für A1S, das später unter dem Namen SAP Business ByDesign bekannt wurde. Nach der Einführung der Lösung im Jahr 2007 haben wir in den beiden folgenden Jahren eng mit SAP zusammengearbeitet, was die Verbesserung der Lösung betrifft. Man könnte sagen, sie befand sich damals noch in der Entwicklungsphase.

Funktionen

Wir nutzen nahezu alle Funktionen, die SAP Business ByDesign bietet – vom Finanzwesen über CRM und Projektmanagement bis hin zum SRM.

Die Entscheidung für SAP Business ByDesign

Unser Unternehmen hat im Februar 2005 mit 25 Mitarbeitern angefangen. 2007 waren es schon 50 Mitarbeiter, und uns wurde klar, dass wir nicht länger nur mit Microsoft Word und Excel arbeiten konnten. Uns fehlte damit der Überblick über unsere geschäftlichen Abläufe. Wir überlegten, ob wir SAP Business One als ERP-Lösung einführen sollten, als uns zu Ohren kam, dass SAP bald eine Cloud-Lösung auf den Markt bringen wollte. Das war für uns eine interessante Alternative, da wir damit als schnell wachsendes Unternehmen über die nötige Flexibilität verfügen würden. Und wir müssten auch kein weiteres IT-Personal einstellen wie bei einer klassischen ERP-Installation.

Ausschlaggebend für unsere Entscheidung für SAP Business ByDesign war auch die Hoffnung, dass wir so Vertriebspartner werden könnten. Das hätte zur Folge, dass wir die Technologie nicht nur selbst einsetzen, sondern auch an unsere Kunden verkaufen und Beratungs- und Implementierungspartner für andere Unternehmen werden. Dieses Ziel haben wir 2010 erreicht, und seit 2011 sind wir auch Solution Partner. Wir entwickeln nun Branchenlösungen auf der Basis von SAP Business ByDesign.

Vorteile

Was die Flexibilität betrifft, ist SAP Business ByDesign ein ganz klarer Gewinn für uns. Wir beschäftigen inzwischen 250 Mitarbeiter und können bei Bedarf ganz einfach neue Benutzer hinzufügen. Die Lösung stellt zwar für jede einzelne Nischenbranche umfassende Branchenfunktionen bereit, ist aber ideal auf die Anforderungen bestimmter Branchen wie der Fertigungsindustrie oder des Dienstleistungssektors zugeschnitten. Die Funktionen für das Finanzwesen sind beispielsweise nahezu perfekt. Außerdem gibt es zahlreiche Partner, die diese branchenspezifischen Lösungen entwickeln.

Herausforderungen

Eine umfassende ERP-Lösung wie SAP Business ByDesign soll es Unternehmen ermöglichen, sich einen Überblick über ihre Abläufe zu verschaffen, ohne hierfür unterschiedliche Anwendungen integrieren zu müssen. Das bietet ganz klare Vorteile und ist für viele Kunden ein entscheidendes Kaufargument. SAP geht jedoch derzeit wohl dazu über, bestimmte Anwendungen wie SAP Sales OnDemand und SAP Travel OnDemand zu implementieren und anschließend zu integrieren. Es ist ein bisschen so wie mit den neuesten Modetrends: was dieses Jahr in ist, kann nächstes Jahr schon wieder out sein. Für Kunden ist das sehr verwirrend.

Wünsche für die Zukunft

Derzeit richtet sich die Lösung nur an Kunden mit mindestens 15 Benutzern. Viele kleine Unternehmen kommen einfach nicht auf solche Benutzerzahlen. Wir wünschen uns, dass die SAP die Möglichkeit schafft, dass mehrere Kunden sich einen Server im Rechenzentrum teilen können. Das hätte niedrigere Kosten zur Folge. Auch wären weniger Nutzer erforderlich, sodass SAP Business ByDesign für kleine Unternehmen noch attraktiver wäre.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: WL Plastics: Neil Briggs, Finanzvorstand

WL Plastics: Neil Briggs, Finanzvorstand

Implementierung

Wir haben im Februar 2010 mit der Implementierung begonnen, und bereits Ende April konnten wir im ersten Werk den Produktivbetrieb mit SAP Business ByDesign aufnehmen. Anfang August war die Lösung im gesamten Unternehmen eingeführt. Anfangs waren es knapp 25 Benutzer, heute sind es über 60.

Funktionen

Im Finanzwesen und im Vertrieb nutzen wir den gesamten Funktionsumfang von SAP Business ByDesign. Wir erweitern diese Funktionen bei jeder Aktualisierung durch SAP. Derzeit führen wir die Erweiterungen für die Fertigungsprozesse ein.

Die Entscheidung für SAP Business ByDesign

Ich kenne SAP seit vielen Jahren und habe unter anderem bereits mit einer der ersten Implementierungen von SAP R/2 in Nordamerika gearbeitet. Mein Team und ich arbeiten gerne mit den Lösungen, aber die Installation eines ERP-Lösungspakets in diesem Umfang wäre für WL Plastics zu kostspielig gewesen. Wir hatten außerdem keine Mitarbeiter, die sich um den Support hätten kümmern können. Deshalb war klar, dass wir uns nach einer Cloud-Lösung umschauen mussten.

Obwohl SAP Business ByDesign damals erst kurz auf dem Markt war und somit ein gewisses Risiko darstellte, war ich zuversichtlich, dass SAP uns nicht enttäuschen würde. Wir haben uns für diese Lösung entschieden, weil so viele unserer Mitarbeiter bereits mit SAP vertraut waren, und auch einige unserer Kunden damit arbeiten. Für uns ist von Vorteil, dass die Lösung mehrere Länder unterstützt, da wir über Niederlassungen in den USA und in Kanada verfügen. Viele andere Cloud-Lösungen bieten im Gegensatz zu SAP Business ByDesign keine Unterstützung für unterschiedliche Währungen und Steuersysteme.

Vorteile

Da wir uns auf Wachstumskurs befinden, ist Flexibilität für uns entscheidend. In den letzten Jahren haben wir expandiert und neue Werke aufgebaut. Mit SAP Business ByDesign können wir unsere Tätigkeit problemlos ausweiten. Als wir noch mit QuickBooks gearbeitet haben, mussten wir in jedem Werk separate Stammdaten für unsere Kunden und Bestände verwalten. Und es war unmöglich, diese Daten zu synchronisieren. Es kam zu Problemen mit der Qualität, da es zu einem Produkt oder einem Kunden an den unterschiedlichen Standorten unterschiedliche Informationen gab. Wir können unsere Prozesse nun wesentlich besser steuern.

Herausforderungen

Nach wie vor schwierig für uns ist es, die Lösung mithilfe von Partnerlösungen um die benötigten Funktionen zu erweitern. Es gibt zum Beispiel keine gute Lösung für den elektronischen Datenaustausch, und auch die Lösung für das Scannen von Barcodes ist nicht besonders toll. Das Hinzufügen neu entwickelter Funktionen ist für uns kein Problem, da wir bereits zu Beginn unseres Implementierungsprojekts einen „Power User“ ernannt haben. Dabei handelt es sich um einen unserer Mitarbeiter, der unser Experte für SAP Business ByDesign ist. Er kann Fragen beantworten, neue Benutzer schulen und grundsätzlich die Einführung von Erweiterungen und Upgrades unterstützen. Selbst bei einer Cloud-Lösung, bei der man genau genommen keinen Experten im Unternehmen benötigt, empfiehlt es sich, einen Ansprechpartner zu haben. Meiner Ansicht nach konnten wir damit andere potenzielle Probleme vermeiden.

Wünsche für die Zukunft

Wir wünschen uns eine stärkere Integration der unterschiedlichen Anwendungen. Wir haben zum Beispiel kürzlich SuccessFactors eingeführt und fänden es toll, wenn sich die Lösung mit SAP Business ByDesign synchronisieren ließe. Dann müssten wir Stammdaten nicht manuell aus dem einen System in das andere kopieren. Da wir ständig auf der Suche nach neuen Funktionen sind, die nicht in SAP Business ByDesign enthalten sind – so zum Beispiel eine Lösung für den elektronischen Datenaustausch –, spielt Integration für uns eine wichtige Rolle.

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Landi USA: David Kang, Finanzvorstand

Landi USA: David Kang, Finanzvorstand

Implementierung

Wir haben im Februar 2011 mit der Implementierung von SAP Business ByDesign begonnen und konnten bereits nach 90 Tagen den Produktivbetrieb aufnehmen.

Funktionen

Ob Beschaffung, Kundenaufträge, Serviceaufträge, Rechnungen, Finanzwesen und Buchhaltung, Bestandsverwaltung, Planung oder Produktion – wir nutzen so ziemlich alle Geschäftsfunktionen der Lösung. Derzeit erfasse ich die Daten für unser erstes Add-on eines Drittanbieters, eine Lösung für das Lesen von UPC-Barcodes und andere Scanaufgaben. Unser bisheriger Eindruck ist, dass die Add-ons sehr gut mit SAP Business ByDesign auf dem Backend-System zusammenarbeiten.

Die Entscheidung für SAP Business ByDesign

Wir sind ein Tochterunternehmen des internationalen Konzerns Landi Renzo, der seinen Hauptsitz in Italien hat und mit unterschiedlichsten SAP-Produkten arbeitet, darunter auch SAP ECC und SAP R/3. Das war für uns der Hauptgrund für die Implementierung von SAP Business ByDesign. Bislang nutzen wir noch kein zweistufiges ERP-Modell, doch sollten wir uns irgendwann dafür entscheiden, lässt sich SAP Business ByDesign mit Sicherheit einfacher an das SAP-ERP-System unseres Mutterkonzerns anbinden. Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war auch die Tatsache, dass es sich um eine Cloud-Lösung handelt. Wir sind ein kleines Unternehmen und können nicht absehen, wie stark wir in den nächsten Jahren wachsen werden. Wir wollten nicht in den Aufbau einer IT-Infrastruktur investieren, die in zwei oder drei Jahren vielleicht schon wieder zu klein ist. Besser für uns ist es, wenn wir bei Bedarf einfach Benutzer und Kapazitäten hinzufügen können. Und da SAP Business ByDesign eine Cloud-Lösung ist, mussten wir keine großen Anschaffungskosten schultern. Stattdessen zahlen wir eine monatliche Gebühr, die für uns kalkulierbar ist.

Vorteile

Vor der Einführung von SAP Business ByDesign mussten wir unsere Geschäftsprozesse selbst entwickeln. Wir verfügten über keinen Dokumentenfluss für die Eingabe von Bestellungen, d. h. die Bestelldaten wurden nicht automatisch mit der Empfangsbestätigung, der Lieferantenrechnung oder der Kreditorenbuchhaltung verknüpft. Wir waren ein Startup-Unternehmen und hatten bis dahin alle Abläufe mit QuickBooks verwaltet. Ein großer Vorteil bestand deshalb für uns darin, dass wir infolge der Implementierung viel über unsere interne Effizienz und die Optimierung unserer Geschäftsprozesse nachdenken mussten.

Herausforderungen

Zu den Stärken von SAP Business ByDesign und ERP-Systemen im Allgemeinen zählt ganz klar der Dokumentenfluss zu einem Geschäftsprozess, der für die notwendigen Kontrollschritte sorgt. Wir wurden dadurch jedoch mit einer Herausforderung konfrontiert. Wir müssen unsere Produkte sehr schnell an geänderte Marktbedingungen anpassen. In diesem Fall sind es fast zu viele Kontrollen, die ein schnelles Reagieren unmöglich machen.

Wünsche für die Zukunft

Was ich mir für die Zukunft wünsche, ist eine standardisierte, zentrale Plattform zur Unterstützung der Kunden. Derzeit gibt es das Hilfe-Menü, den Idea Place, SAP-Experten, das Business Center – das sind einfach zu viele unterschiedliche Ressourcen.

Tags: , , , ,

Leave a Reply