50 Millionen mal getestet

Feature | 15. Januar 2013 von Uta Spinger 0

Foto: iStockphoto

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SAP.info: Ist der Launch der SAP Business Suite auf der Basis von SAP HANA mit der Einführung von SAP R/3 zu vergleichen?

Behrendt: Von der Dimension können wir die SAP Business Suite powered by SAP HANA sicherlich mit SAP R/3 vergleichen, denn es ist ein Quantensprung und hat das gleiche oder vielleicht noch größere betriebswirtschaftliche Potenzial.

Schreiner: Die Einführung von SAP R/3 und der dreistufigen Client-Server-Architektur war eine Revolution in der Architektur und ein immenser Mehrwert für die Kunden in der Abbildung der betriebswirtschaftlichen Prozesse. Heute geht es wieder um eine neue Architektur, die ganz neue Möglichkeiten bietet und Lösungen in nie gekannter Geschwindigkeit zur Verfügung stellt. Und wir wollen erreichen, dass diese neue Architektur, die auf der In-Memory-Technologie basiert, künftig wie einst SAP R/3 als Standard gesehen wird.

Was genau ist das Besondere an SAP HANA?

Schreiner: SAP HANA ist nicht nur ein Technologievorteil oder ein Datenbankthema. Es ist jetzt möglich Geschäftsinnovationen zur Verfügung zu stellen, die Probleme lösen, die vorher schlicht nicht lösbar waren. Wir können nun Prozesse beschleunigen und für unsere Anwender die Interaktion enorm vereinfachen. Wir wollen die Kunden und Anwender mit einer neuen Generation von Anwendungen auf SAP HANA begeistern.

Wie können Kunden davon profitieren?

Schreiner: Wir streben mit SAP HANA eine deutliche Senkung der Gesamtbetriebskosten für unsere Kunden an. So können wir nun alle Lösungen, ob ERP, SCM oder CRM auf einer einzigen HANA-Datenbank betreiben und die dazwischenliegenden Schnittstellen wesentlich effizienter gestalten. Die Kunden werden dabei besonders von der lange ersehnten Zusammenlegung der analytischen und transaktionalen Welt profitieren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie will die SAP vom Mehrwert von SAP HANA überzeugen?

Christoph Behrendt, Chief Product Owner SAP Business Suite

Christoph Behrendt, Chief Product Owner SAP Business Suite

Behrendt: Nehmen wir als Beispiel die Planungsprozesse in der Logistik. Heute haben Unternehmen so viele Werke und Materialien, dass eine Planung oft über Nacht laufen muss. Jetzt passiert aber eine Ausnahmesituation – ein neuer Kundenauftrag kommt rein oder der LKW hängt irgendwo fest – dann ist meine Planung passé. Hier ist eine beschleunigte Planung, die auch Simulations- und Vorhersagefähigkeiten hat, von sehr starkem Mehrwert, um die Lieferqualität zu erhöhen, Lagerbestände zu reduzieren und die Kundenbindung zu erhöhen. Diese Verbesserungen in der Planung können unseren Kunden Millionen einsparen.

Damit wird Echtzeit neu definiert. Durch die Fähigkeit, Prozesse zu beschleunigen, sehr große Datenmengen zu verarbeiten und zu analysieren – zum Beispiel aus sozialen Medien oder technischen Sensoren – sind neue, intelligentere Prozesse und Erkenntnisse für den Anwender möglich. Und zwar für alle Branchen und Bereiche.

Wie will die SAP die Kunden und Anwender vom Mehrwert überzeugen?

Behrendt: Sehr interessante Vorteile für unsere Kunden bieten wir schon damit, alle Daten, strukturierte und unstrukturierte, an einem Platz zu verarbeiten, ohne sie für analytische Zwecke extra abzulegen. Außerdem gibt es Vorhersage- und Simulationsmöglichkeiten, neue Prozesse und Anwenderoberflächen – auch auf mobilen Endgeräten – bei einer vereinfachten Infrastruktur. Wir bieten diese als kontinuierliche Innovation an: Unsere Kunden können ihre bisherige Implementierung durch ein Enhancement Package erweitern und brauchen nur die Datenbank zu migrieren. Wir bieten zusätzlich zusammen mit unseren Partnern vorpaketierte Umsetzungsprojekte an und zeigen dabei den Mehrwert für jeden Kunden individuell auf.

Schreiner: Wir haben heute schon viele Ramp-Up-Kunden und eine stark steigende Pipeline. Wir haben viele direkte Kundenbeispiele, die schon auf die SAP Business Suite powered by SAP HANA migriert sind und schon beachtliche Verbesserungen erzielt haben.

Wie sieht die Roadmap für 2013 aus?

Schreiner: Letztes Jahr haben wir ERP, CRM und SCM auf SAP HANA sowie HANA Analytics Foundation ausgeliefert. 2013 werden wir die gesamte Industry Roadmap für alle 24 Branchen komplettieren. Wir werden die Möglichkeiten von SAP HANA weiter nutzen, um umfangreiche Optimierungen im Finanzwesen, in der Logistik und Personalwirtschaft sowie im Product Life Cycle Management umzusetzen. HANA Analytics Foundation wird weiter komplettiert und viele Früchte – sprich Analytische Anwendungen – tragen. Neue High Performance Applications werden sich auf die neuen Möglichkeiten konzentrieren: Planung, Simulation, Sensoren, Soziale Medien und Mobile.

Jedes Quartal werden wir eine weitere Version ausliefern, damit wir sehr schnell auf die Bedürfnisse und Ideen unserer Kunden reagieren und das Feedback der Ramp-Up-Kunden umgehend ins Produkt einarbeiten können.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was war das Besondere bei der Entwicklung?

Wieland Schreiner, Product Owner SAP Business Suite powered by HANA

Wieland Schreiner, Product Owner SAP Business Suite powered by SAP HANA

Behrendt: Teil der Strategie der SAP Business Suite Innovation ist es auch, kleine Pakete anzubieten. Diese können die Kunden ausprobieren und manche davon können Seite an Seite mit der aktuellen Kundenlandschaft betrieben werden. Unsere Kunden haben die Wahl, wann und welche Pakete sie einsetzen und aktivieren wollen.

Was war das Besondere bei der Entwicklung?

Behrendt: Die enge Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Forschung, Architektur, Technologie und Anwendungsentwicklung war entscheidend. Auch nur eine hochgradige und hochqualitative Automatisierung mit mehr als 10.000 automatisierten Testfällen für die SAP Business Suite konnte garantieren, dass alles so zuverlässig, stabil und performant ist, wie man es von SAP-Lösungen erwartet. Wir hatten viele Kunden, die uns ihre echten Daten anonymisiert für unser Testlabor zur Verfügung gestellt hatten. So konnten wir beispielsweise mit 50 Millionen Belegen testen.

Eine weitere Anforderung für die Entwicklung war es,  Anwendungen zu erstellen, die einfach zu bedienen sind, auch für ungeschulte Anwender. Und automatisch nutzerfreundlich baut man in der Regel für mobile Anwendungen. Diese haben wir dann auf den Desktop übertragen. Wir nennen diese Vorgehensweise „Mobile First“. Mit agilen Entwicklungsmethoden wie Design Thinking und Lean und der engen Einbindung von Anwendern entstanden und entstehen weitere neue sehr attraktive Lösungen, die bereits mit den Kunden validiert sind.

Schreiner: Entscheidend war auch, dass wir durch unsere realen Kundensysteme auf Basis von SAP HANA einen sehr großen Realitätsbezug hatten.

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