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6 Trends zur Digitalisierung

Blog | 8. April 2014 von Claudia Linke 0

Ständige Erreichbarkeit als Kehrseite flexibler Arbeitsmodelle, Phantomvibrieren bei Smartphone-Nutzern oder der ausdrückliche Appell, Kinder auch für die Offline-Welt zu begeistern: Zur Digitalisierung der Gesellschaft hat das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg anlässlich derMesse InternetWorld in München vor kurzem neue Zahlen vorgelegt. Wie sehr sind soziale Medien schon in den Geschäftsalltag eingezogen, welche unterschiedlichen Ansichten haben Online-Käufer bei der Nutzung von Desktop-PC oder mobilen Geräten? Die Studie „Digitalisierung der Gesellschaft 2014“ gibt Antworten. Befragt wurden 885 Experten aus der Online-Branche, zum großen Teil aus dem deutschsprachigen Raum.

Die wichtigsten Befunde:

 

1. Ständige Erreichbarkeit frisst Vorteile von Flexibilität auf

Obwohl neue, flexiblere Arbeitsmodelle entstehen, fühlen sich Viele durch die permanente Erreichbarkeit auch in der Freizeit unter Druck

Die Digitalisierung wirkt sich sehr stark auf die Arbeitswelt aus, gab die Mehrheit der Befragten (74 Prozent) in der ibi-research-Studie an. Auch auf bei Globalisierung (66 Prozent), Wirtschaft (59 Prozent) und Mobilität (51 Prozent) sahen die Teilnehmer sehr starke Effekte. Obwohl neue, flexiblere Arbeitsmodelle entstehen, fühlen sich Viele durch die permanente Erreichbarkeit auch in der Freizeit unter Druck, schnell auf Anfragen zu reagieren (81 Prozent). Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen immer stärker und die Erwartungshaltung, ständig erreichbar zu sein, führt oftmals zu Stress (beides 75 Prozent).

2. Experten bewerten Social Media im Büro trotz Privatnutzung positiv

Während soziale Medien von 54 Prozent der Befragten täglich privat genutzt werden, nutzen nur 26 Prozent sie auch beruflich täglich. Trotz dieser Diskrepanz bemerken drei Viertel schon jetzt ein verändertes Verhalten aufgrund der Nutzung von sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz, insbesondere bei jüngeren Arbeitnehmern (85 Prozent). Und obwohl ebenfalls 85 Prozent der Online-Experten sagen, dass die Nutzung sozialer Netzwerke für private Zwecke am Arbeitsplatz zugenommen hat,  sehen mehr als drei Viertel Vorteile für Unternehmen, deren Mitarbeiter soziale Netzwerke nutzen. Diese werden vor allem in Networking-Effekten (84 Prozent) und verbesserte Möglichkeiten zur Informationsrecherche (70 Prozent) wahrgenommen.

3. Kinder brauchen mittlerweile „Offline-Erziehung“

Wenn es darum geht, wo Kinder den Umgang mit Medien lernen, sehen die die Teilnehmer der Digitalisierungs-Studie deren Eltern in der Pflicht: 81 Prozent sind der Meinung, dass die Erziehungsberechtigten verantwortlich dafür sind, was ihre Kinder im Netz tun. Außerdem meinen 84 Prozent, dass Kinder dazu erzogen werden sollten, auch die „Offline-Welt“ zu nutzen. Das Verbot von Lehrer-Schüler-Kommunikation auf Facebook, das in manchen Bundesländern eingeführt wurde, wird unterschiedlich gesehen: Die Hälfte der Befragten finden es sinnvoll, 32 Prozent nicht sinnvoll.

4. Rechnung beim Online-Shopping als sicherster Zahlungsweg beliebt

Fast neun von zehn Befragten kaufen Online ein, weil sie so an keine Öffnungszeiten gebunden sind; fast acht von zehn geht es vor allem um die Zeitersparnis. Dabei gilt die Zahlung per Rechnung nach wie vor als sicherster Weg (84 Prozent), gefolgt von der Abwicklung über PayPal (52 Prozent) und über Kreditkarte (40 Prozent). Immer öfter nutzen Einkäufer Mobilgeräte; nach Produktinformationen suchen sie jedoch eher nicht mobil sondern eher per Desktop-PC oder Laptop. Darüber hinaus findet die Hälfte der Befragten das Thema Sicherheit beim Online-Shopping auf Mobilgeräten wichtiger als an Desktop-PCs. Ebenso beim Mobile Payment: 85 Prozent halten Schutzmechanismen für sehr wichtig. Fast die Hälfte der Befragten glauben, dass NFC-fähige Karten oder Mobiltelefone in Zukunft auch zum Bezahlen im Laden öfters benutzt werden.

5. Schon jeder Dritte mit Smart-TV

Das Smartphone ist heute allgegenwärtig: Neun von zehn Befragten haben eines – fast gleichauf mit Notebooks. Desktop-PCs folgen mit 74 Prozent, Tablet-PCs mit 56 Prozent. Immerhin knapp ein Drittel der Befragten besitzt darüber hinaus ein Smart-TV. Der hohe Stellenwert von Smartphones wird auch dadurch deutlich, dass 70 Prozent der Nutzer ihr Gerät über Nacht angeschaltet lassen und zwei Drittel hin und wieder ein sogenanntes Phantomvibrieren spüren, also das Vibrieren des Handys obwohl keine Nachrichten oder Anrufe eingehen. In Bezug auf Sicherheit gibt es noch Nachholbedarf: 40 Prozent sichern ihre Smartphone-Daten nicht regelmäßig und 60 Prozent schützen es nicht mit einem individuellem Passwort.

6. Usability entscheidet, welche Online-Shops überleben

Aus Sicht der Befragten bestimmen gewisse Marketing-Faktoren, ob ein Online-Shop in den nächsten Jahren erfolgreich ist. Dazu gehören vor allem die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit (Usability), die Produktpräsentation im Shop sowie die Anpassung an unterschiedliche Endgeräte. Auch die Online-Händler maßen diesen Punkten starke oder sehr starke Bedeutung bei. Die meistgenannten Faktoren im Bereich IT & Prozesse waren die Absicherung der Shops gegen Sicherheitslücken, die Integration aktueller Zahlungsverfahren und verbesserte Kundenservices. Darüber hinaus erwarten 71 Prozent der Online-Händler eine verstärkte Expansion in ausländische Absatzmärkte.

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