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9 Mythen über SAP Business ByDesign

Feature | 22. August 2017 von Andreas Schmitz 65

Seit zehn Jahren ist das erste Cloud-ERP von SAP auf dem Markt. Doch ist SAP Business ByDesign (noch) relativ unbekannt, aber Gegenstand vieler Mythen. Die meistgehörten – wenig fundierten – Vorurteile über die bereits etwa 4.000 Mal implementierte Mittelstandslösung.

1. SAP Business ByDesign gibt es doch gar nicht mehr

SAP hat SAP Business ByDesign und damit ihr erstes Cloud-ERP vor zehn Jahren auf einen Markt gebracht, der damals „in einem sehr frühen Stadium“ war, wie Rainer Zinow von SAP zugibt. Erste Cloud-Anwendungen für geschäftliche Prozesse entstanden gerade, und die Sicherheitsbedenken dominierten noch die Diskussion. Bei manchen Kunden entstand der Eindruck, SAP würde das Produkt eventuell wieder zurückziehen. Die Computerwoche munkelte sogar über eine „ungewisse Zukunft von SAP Business ByDesign“. „Allerdings haben wir die letzten zehn Jahre genutzt, um die Anwendung zu vervollständigen und die Cloud Services zu perfektionieren“, meint der weltweit für das Produktmanagement von SAP Business ByDesign verantwortliche Zinow, „seit 2015 zieht der Markt spürbar an.“ Die Vorteile des ERP in der Cloud kommen nun bei den Kunden an. 4.000 Mal wurde das Produkt inzwischen implementiert.

2. Software aus der Public Cloud ist starr und unflexibel

Mittelständler, die traditionelle ERP-Systeme im Einsatz haben, bekamen oft den Quellcode der Software. Wer ihn individuell modifizierte, hatte zwar seine maßgeschneiderte Software, erzeugte aber Probleme bei kommenden Upgrades. Bei SAP Business ByDesign ist das anders: Obwohl jeder Kunde mit dem gleichen Quellcode arbeitet, passt jedes Unternehmen „seine“ Lösung individuell an – erstellt eigene Berichte, erweitert die Oberfläche, schafft firmenspezifische Schnittstellen oder eine eigene Logik. Firmen, die etwa die Abschlusswahrscheinlichkeit neuer Verträge ermitteln wollen, können diese Funktionalität als selbst entwickelten Service ergänzen.

3. Cloud ERP ist nur in wenigen Ländern einsetzbar

SAP Business ByDesign ist für Unternehmen gemacht, die ohne großes IT-Know-how ihre Prozesse abbilden wollen und auf einen eigenen IT-Betrieb verzichten wollen. Entsprechend standardisiert sind die Prozesse etwa im CRM, Marketing oder Rechnungswesen. So hält SAP Business ByDesign etwa für jene 19 Länder, die zusammengenommen mehr als 80 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts erwirtschaften, die passenden Länderversionen vor. Für Unternehmen, die in weiteren Ländern SAP Business ByDesign einsetzen, gibt es spezialisierte SAP-Partner, die entsprechende Regularien integrieren. SAP Business ByDesign ist heute in 128 Ländern im Einsatz.

4. SAP Business ByDesign ist mittelfristig nur ein Zwischenschritt zu SAP S/4HANA Cloud

SAP Business ByDesign ist speziell für mittelständische Unternehmen gemacht. Es besteht aus einem angepassten betriebswirtschaftlichen Prozesskern, einem immer aktuellen Softwarestand und lässt sich bereits in durchschnittlich 80 Tagen einführen. Global agierende Unternehmen stellen höhere Anforderungen an ihre Software, etwa in Hinsicht auf das globale Risiko- und Compliance-Management. Auch für sehr komplexe Prozesse wie das Rezepturen-Management in der Pharmaindustrie oder das Joint-Venture-Accounting beispielsweise in der Ölindustrie ist die SAP S/4HANA Cloud besser geeignet. „One size fits all“ gibt es in der betriebswirtschaftlichen Prozesswelt nicht: Aus diesen Gründen bietet SAP ihren Kunden ein Portfolio an Lösungen an: SAP S/4HANA Cloud für größere Unternehmen, SAP Business ByDesign für den Mittelstand (bis 1.500 Mitarbeitern) und SAP Business One für kleinere Unternehmen.

5. Entweder nutze ich alle Funktionalitäten oder keine

Wer SAP Business ByDesign einsetzen möchte, startet zunächst mit einem Konfigurationsprozess: Im ersten Schritt erfolgt die Auswahl der Länder, in denen Geschäftsstellen betrieben werden sollen. Im zweiten Schritt besteht die Möglichkeit, jene ERP-Prozesse zu wählen, die im Unternehmen benötigt werden – etwa für das Marketing, den Verkauf oder den Service. Vertiefend lassen sich dann einzelne Prozesse des Kampagnenmanagements oder der Neukundengewinnung einbeziehen. Es besteht also die Option, zunächst nur das Kundenbeziehungs-, das Personalmanagement oder das Marketing einzusetzen und nach und nach auf Bedarf zusätzliche Fachbereiche hinzuzunehmen.

6. SAP Business ByDesign taugt nicht im Konzernumfeld

Es kommt immer auf die individuelle IT-Strategie eines Unternehmens an, ob SAP Business ByDesign auch im Konzernumfeld Sinn macht. Für Tochterunternehmen eines Konzerns, die ein eigenständiges Geschäft betreiben, Joint Ventures, die sich nicht mit einer eigenen IT-Infrastruktur beschäftigen oder Konzerne, die einen Unternehmensbereich abstoßen wollen, kann SAP Business ByDesign die richtige Lösung sein, um den Einführungsaufwand eines modernen ERPs sowie die Kosten gering zu halten. Durchschnittlich innerhalb von 80 Tagen ist SAP Business ByDesign bereits einsatzfähig. Oft wird jedoch gewünscht, dass im Headquarter und bei den Töchtern dasselbe Daten- und Prozessmodell zum Einsatz kommt: Dann ist SAP S/4HANA Cloud die bessere Wahl.

7. Wenn jeder SAP ERP in der Cloud nutzt, hat keiner mehr einen Wettbewerbsvorteil

Es stimmt, dass jeder Nutzer einer Public Cloud auf dasselbe Coding zurückgreift, die Grundlage also die gleiche ist. Die entscheidende Frage ist aber, wie die Software eingeführt wurde, und wie gut die Prozesse darin abgebildet wurden. Denn erst durch die individuelle Ausprägung der Software zeigen sich deren Stärken. Wer etwa besonderen Wert darauf legt, sehr flexibel Preise anzupassen und darin seinen Wettbewerbsvorteil sieht, wird das in SAP Business ByDesign umsetzen können. Der Implementierungsschwerpunkt ist bei jedem Unternehmen ein anderer.

8. SAP Business ByDesign bildet keine Fertigung und Logistik ab

Die meisten Unternehmen starten in die Cloud mit vergleichsweise unkritischen Prozessen wie CRM, einer Mailapplikation oder der Bewerberverwaltung. Doch während der Cloud-Markt zum Start von SAP Business ByDesign vor zehn Jahren noch von Sicherheitsbedenken dominiert war, erwarten die Kunden heute das gesamte Spektrum eines ERP aus der Cloud. Dazu gehören auch Prozesse der Fertigung. Bereits in der ersten Version von SAP Business ByDesign im Jahr 2007 waren Waren- und Finanzströme im SAP Business ByDesign integriert. Die Komponentenfertigung, die Lagerwirtschaft und das Rechnungswesen waren also schon miteinander verknüpft und potenziell einsatzfähig. Der Logistikkern war also bereits vorhanden. „Seit etwa 2015 sind die meisten Unternehmen vom Cloud Computing überzeugt“, sagt SAP-Experte Zinow. Nach Kundenbeziehungsmanagement, Einkauf, Personalwirtschaft und Rechnungswesen stehen jetzt Warenwirtschafts- und Fertigungsprozesse auf der Wunschliste. Viele Abläufe, die ein Komponentenfertiger benötigt, sind heute in SAP Business ByDesign enthalten. Weiterführende Prozesse wie etwa die Lohnbearbeitung werden folgen.

9. SAP Business ByDesign ist ein geschlossenes System

Die ERP-Mittelstandssoftware aus der Cloud ist eine offene Plattform, die Weiterentwicklungen der Software durch SAP-Partner zulässt (siehe auch 3.). Sie ermöglicht darüber hinaus die Integration diverser anderer Cloud-Applikationen aus dem SAP-Portfolio für das Reisemanagement (Concur), das Beschaffungswesen (SAP Ariba) und das Personalmanagement (SAP SuccessFactors). Dies gilt analog auch für Nicht-SAP-Cloud-Services. Technisch gesehen ist jede SAP-Business-ByDesign-Funktion über sogenannte Web Services von „außen“ erreichbar. Im Gegenzug kann SAP Business ByDesign aber auch Web Services von anderen Anwendungen und Anbietern einbinden.

Weitere Informationen:

SAP-Software für den Mittelstand auf einen Blick.

SAP Business One (für Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern)

SAP Business ByDesign (für Unternehmen mit mehr als 250 bis zu 1500 Mitarbeitern)

SAP S/4HANA Cloud (für Unternehmen mit mehr als 1500 Mitarbeitern)

Foto: Shutterstock

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