Roadmap: SAP Web User-Interfaces

Feature | 21. September 2011 von Daniel Hardt 0

asdf (Foto: Fotolia)

Analyse von webbasierten Anwenderoberflächen. (Foto: Fotolia)

SAP bietet verschiedene webbasierte Anwenderoberflächen. Doch wer sollte auf Web Dynpro ABAP, wer auf Web Dynpro Java setzen? Ab ins Web 2.0 mit WebClient UI Framework? Wie sieht es mit der Darstellung auf mobilen Geräten aus? Und vor allem: Welche Features kommen neu hinzu?

Um dies zu klären, hat SAP.info die Roadmap für SAP User Interfaces (UIs) zur Hand genommen. Die grundsätzliche Richtung  lautet dabei: Verfügbarkeit auf allen Geräten,  einheitliche User Experience sowie eine unkomplizierte  Erweiterung der Funktionen.

Darüber hinaus vergleichen wir WebDynpro ABAP, WebDynpro Java, Microsoft Silverlight und Adobe Interactive Forms sowie die Darstellung per HTML 5.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten:

UI-Frameworks

Bei der Weiterentwicklung webbasierter Technologien zur Erstellung von Anwenderoberflächen (UIs), fokussiert die Roadmap auf folgende Konzepte: Web Dynpro ABAP, Web Dynpro Java und WebClient UI Framework. Ein generelles Ziel: Anwendungen sollen unabhängig der Technologie stets das gleiche Look & Feel besitzen.

Web Dynpro ABAP

Die Technologie für ABAP-Umgebungen  ersetzt langfristig das auf der SAP GUI beruhende Dynpro, wobei die Funktionalität der SAP GUI erhalten bleibt. Web Dynpro ABAP ermöglicht die Einbindung von Rich Internet Applications (RIA), etwa auf Basis von Adobe Flash oder Microsoft Silverlight. Die Konfiguration erfolgt durch den Floor Plan Manager (FPM).

Innerhalb der nächsten 9 bis 15 Monate soll das Tool Flexible UI Designer (FLUID) für den FPM hinzukommen. Einer Entwicklungsumgebung ähnlich, beinhaltet das Tool ein Drag- and Drop-Repository und zeigt Seiten und Tabellen schon bei der Bearbeitung in der Form an, wie sie User zu sehen bekommen. Zudem werden Business Objects Layers und dazugehörige Tools eingebunden. Weiterhin können Oberflächen stärker personalisiert werden.

WebClient UI Framework

Mit WebClient UI Framework lassen sich Web 2.0-Funktionen einbinden, die mit SAP CRM nutzbar sind. Von den in den kommenden 9 bis 15 Monate geplanten Neuerungen sollen Anwender wie Administratoren profitieren. Anwender können Tabs freier anordnen und in Verzeichnissen besser navigieren. Neue Auswahlkriterien zur Kundenfilterung kommen ebenfalls hinzu.

Für Administratoren wird das UI Config Tool um eine Splitter Control-Funktion ergänzt und die Suche und Visualisierung des Daten-Repository verbessert. Das Massage Mapping erlaubt die Kreierung von Datenfeldern noch innerhalb der Entwicklungsumgebung. Zudem soll es eine EPM (Enterprise Procurement Model) Demo-Applikation geben. Die Integration von Business Objects Schichten (BOL) ist ebenfalls möglich.

Web Dynpro Java

Web Dynpro Java erstellt Oberflächen mit Hilfe von NetWeaver Developer Studio. Die Java-Version bindet neben RIAs auch Word, Excel und Adobe Interactive Forms ein. Weiterhin ist eine Integration mit SAP NetWeaver BPM oder NetWeaver Portal Integration und der Java-Software NWDI oder CVS möglich. Das Common Model Interface (CMI) bietet eine einheitliche Verbindung zu verschiedenen Backend-Technologien wie RFC, EJB3.0 und Web Services.

Das ist neu: Zukünftig werden SAP NetWeaver Releases die neuesten Versionen von Web Dynpro Java und Visual Composer beinhalten. Da HTML 5 eine immer größere Rolle spielt, wird die Kompatibilität vorangetrieben.

(Grafik: SAP AG)

Aufbau UI-Plattformen und dazugehörige Clients (Grafik: SAP AG)

UI-Clients

Beide UI Clients von SAP – NetWeaver Business Client und NetWeaver Portal – beinhalten einen SAPGUI-Client. SAP NetWeaver Business Client ist vorrangig für ABAP-Umgebungen gedacht und erlaubt den Zugriff über Windows oder Browser. NetWeaver Portal hingegen kann in Java- und ABAP -Umgebungen eingesetzt werden und ist über den Client oder Server integrierbar. NetWeaver Portal unterstützt kollaboratives Arbeiten und Contentmanagement. Der Zugriff erfolgt über den Browser.

SAP NetWeaver Business Client

Für das Jahr 2012 ist der Nachfolger der aktuellen Version 3.0 geplant. Das Release 3.5 soll mit SAP ERP 6.0 mit EhP 6 und SAP NetWeaver 7.03 kompatibel sein. Eingeschränkte Kompatibilität besteht zu SAP NetWeaver 7.00, 7.01 und 7.02. Zu den Innovationen zählen die Integration von Side Panel und Page Builder, der Einsatz von SAP Enterprise Search und die Einbindung des Favoriten-Konzepts von Rollenfunktionen (PFGC).

SAP NetWeaver Portal

Der Multi-System und rollenbasierte Zugang zu Prozessen und Informationen soll in den nächsten 12 Monaten erweitert werden. Der einheitliche Zugriff auf Applikationen und Prozesse verspricht sinkende TCO. Kollaboratives Arbeiten wird ebenso unterstützt wie Erstellung und Verwaltung von Portal-Seiten mittels Web Page Composer. Mittelfristig wird die Verbreitung von Inhalten über mobile Geräte angestrebt. Eine  Anbindung von Business Objects und SAP Streamwork ist vorgesehen.

(Grafik: SAP AG)

Mobil-Strategie: Native und Browser Apps an die richtige Stelle bringen (Grafik: SAP AG)

Technologische Innovationen

Zusammengefasst stehen bei den technischen Innovationen HTML 5  und mobile Verfügbarkeit im Mittelpunkt. Software wird vermehrt als Service (SaaS) angeboten, UIs sollen intuitiv verständlich sein und die Verwendung von Web-Standards sorgt für den Support auf allen Geräteklassen.

HTML 5

Momentan in der Test- beziehungsweise Prototypphase, macht Html5 Control Library and Framework HTML-Funktionalitäten in künftigen UIs verfügbar. Zur Erinnerung:  Konnten Videos, Bilder und Audiodateien  vorher nur mit Flash umgesetzt werden, setzt HTML5 diese eigenständig direkt im Quellcode um. Damit sind sie einfach zu skalieren und passen sich optimal an Geräte und Displays an. Zur Umsetzung sollen Web-Standards und Open Source Frameworks wie Google Web Toolkit, oData, JavaSript, CSS, XML, JSON und jQuery genutzt werden.

Mobile UIs

Mobiler Zugriff auf SAP Business Suite und Business Objects erfolgt heute über SAP ITSmobile. Bereits 2011 möchte SAP über 50 mobile Apps anbieten. Bis Mitte 2012 sollen HTML 5 Applikationen über RFCs/BAPIs, SAP Business Objects und Project Gateway  – siehe auch Artikel: App-Generator: NetWeaver Gateway – genutzt werden. Native Applikationen verwenden neben den genannten Technologien NetWeaver mobile und werden mit dem Sybase Entwicklungskit via Sybase Unwired Platform (SUP) für mobile Endgeräte erstellt.

People-Centric Content

Die Einführung von oData Protocol Business Information bezeichnet SAP als „People-Centric Consumption Model“. Dahinter verbirgt sich ein Web-Protokoll, basierend auf der REST-Architektur. Statt kompletter Funktionalität stehen einfach einzusetzende APIs im Vordergrund, für die keine SAP-Kenntnisse benötigt werden. oData ermöglicht, Daten der SAP Business Suite auf alle Geräte zu bringen und ist für interaktive Szenarien konzipiert.

(Grafik: SAP AG)

"People-Centric Consumption" per oData (Grafik: SAP AG)

(Screenshot: Swisscom)

Gut gerüstet: Swisscom beurteilt SAP-Technologien insgesamt als leistungsfähig (Screenshot: Swisscom)

Vergleich: SAP Web-UI Technologie

Swisscom IT Services hat sich einmal die Mühe gemacht, SAP-Technologien zu vergleichen und eine Einschätzung abzugeben. Ausgewählt wurden dafür SAP Web Dynpro ABAP, Web Dynpro Java sowie „SAP Islands“ und der Einsatz von HTML 5. „SAP Insellösungen“ sind in dem Fall Applikationen mit Adobe Flash oder Microsoft Silverlight, die in beide Web Dynpro-Versionen integriert werden können.

Um die Eignung beurteilen zu können, hat Swisscom drei Typen von Geschäftsprozessen klassifiziert:

  • Reguläre Geschäftsprozesse: Prozesse, die bereits bestehen oder neu ins SAP-System implementiert werden und weitgehend auf Standard-Geschäftsprozessen basieren.

  • Exklusive Geschäftsprozesse: Prozesse, die aussagekräftig sein müssen, beispielsweise Management-Werkzeuge zur Entscheidungsfindung. Zudem Prozesse, die eine einfache Bedienbarkeit erfordern oder bei Kunden zu Repräsentationszwecken genutzt werden.

  • Dynamische Geschäftsprozesse: Mobile und sehr dynamische Prozesse, die mit AJAX und ähnlich modernen Technologien funktionieren . Auch sehr wichtige Kundenauftritte und Themen mit ausgeprägtem Branding fallen unter diese Kategorie.

Ergebnis

Zu Web Dynpro rät Swisscom bei der Entwicklung von „regulären Anwendungen“. Für heterogene IT-Landschaften oder der Verwendung von Portalkomponenten, ist die Java-Version das Mittel der Wahl. Zudem lassen sich bestehende Komponenten und spezifische UI Elemente einfach integrieren. Die ABAP-Variante ist besonders empfehlenswert, wenn die SAP Business Suite eingesetzt wird.

Für „exklusive Anwendungen“ bieten sich die Insellösungen an, da dynamische Formulare und anschauliche UIs generiert werden können und ein hohes Maß an Skalierbarkeit gegeben ist. Genauso lassen sich spezielle Effekte mit Silverlight und Flash gut umsetzen.

Bei „Dynamische Anwendungen“ wie mobile Applikationen, Management Cockpits und Ajax-Applikationen kommt HTML 5 in Frage. Als relativ neue Technologie ist die Integration von HTML 5 in SAP zwar noch begrenzt. Doch eine hohe Verfügbarkeit auf mobilen Geräten, die Umsetzung von Animationen und Spezialeffekten sowie Investitionssicherheit durch einen hohen Standarisierungsgrad, machen HTML 5 für diesen Bereich interessant.

(Screenshot: Swisscom)

Reguläre Anwendungen: Web Dynpro macht das Rennen (Screenshot: Swisscom)

(Screenshot: Swisscom)

Exklusive Anwendungen: Skalierbarkeit und Integration bieten die Insellösungen (Screenshot: Swisscom)

(Screenshot: Swisscom)

Dynische Anwendungen: HTML 5 ist hochverfügbar und mit Spezialeffekten ausgestattet (Screenshot: Swisscom)

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