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SAP Academic Conference: Ideen fördern mit SAP Leonardo

Feature | 15. September 2017 von Claudio Brecht 1

Professoren und Dozenten konnten sich auf der 22. SAP Academic Conference EMEA mit SAP-Leonardo-Technologien wie maschinellem Lernen und Blockchain für ihre Lehrveranstaltungen vertraut machen.

Die Geschichte bahnbrechender Ideen wird häufig als Aneinanderreihung wichtiger Persönlichkeiten erzählt: ohne Carl Benz kein Automobil, ohne Satoshi Nakamoto keine Kryptowährung. Dass dies bestenfalls die halbe Wahrheit darstellt, ist eine Binsenweisheit. Denn jede dieser Figuren bewegte sich in einem Umfeld, das ihr Innovation überhaupt erst ermöglichte.

Dieser Einsicht folgend, engagiert sich die SAP gezielt für die Zusammenarbeit von Unternehmen, Hochschulen und Studenten, um einen Nährboden für wegweisende Zukunftsvisionen zu schaffen. Vom 11. bis zum 15. September fand daher in Karlsruhe die nunmehr 22. SAP Academic Conference EMEA statt. Professoren, Dozenten und Wissenschaftler der Bereiche Wirtschaft, Informatik und Design aus über 50 Ländern wurden unter dem Motto „An Innovation Community for SAP Leonardo“ von der SAP, dem KIT und der Hochschule Karlsruhe eingeladen, mehr darüber zu erfahren, wie sie Teil eines globalen Innovationsnetzwerkes werden können.

Die Rolle von Innovation in der digitalen Wirtschaft

Zum Auftakt der Konferenz betonten Prof. Dr. Thomas Hirth, Vice President for Innovation and International Affairs des KIT, und Daniela Schweitzer, Kanzlerin der Hochschule Karlsruhe, als Vertreter der gastgebenden Hochschulen die Rolle der Zusammenarbeit für den erfolgreichen Technologietransfer. Mit der Gründerplattform PionierGarage am KIT und Innovate an der Hochschule Karlsruhe verwiesen beide auf das wachsende unternehmerische Interesse der Studierenden.

Ein Unternehmergeist, der in der Wirtschaft hoch im Kurs steht, wie Bernd Welz, Chief Knowledge Officer der SAP und Hans Jörg Stotz, Senior Vice President und Head of IoT Strategy and Innovation bei der SAP bemerkten. Firmen hätten traditionell physische Produkte verkauft, und später aufgrund von höheren Gewinnmargen angefangen Dienstleistungen zusätzlich anzubieten – meist im Bereich von Wartung oder Reparatur. Neu hingegen ist der Trend, die Produkte selbst als Dienstleistung anzubieten. Entsprechend des Konzepts von Design Thinking wird das Geschäft also endkundenorientierter: So verkauft Kompressorspezialist Kaeser nicht mehr nur die Geräte selbst, sondern komprimierte Luft, während Rolls-Royce statt nur Triebwerken nun die zurückgelegten Meilen anbietet.

Betriebe müssen entsprechend umdenken: Zusätzlich zur Fortführung ihres Tagesgeschäfts wird ein zweites Standbein unerlässlich, um mit Start-up-Methoden Innovationen zu testen. Dieser Ansatz wird häufig als „bimodal“ bezeichnet. An dieser Stelle setzt SAP Leonardo an. Innovationen wie maschinelles Lernen oder Blockchain sind Teil des „Digital Innovation System“, mit dem Unternehmen schnell neue Geschäftsideen testen können.

Ein globales Innovationsnetzwerk aufbauen

SAP Next-Gen ist ein offenes Netzwerk, das Unternehmen und Hochschulen miteinander vernetzt und so die Entwicklung von Ideen für digitale Innovationen im Bereich der UN-Nachhaltigkeitsziele fördert. Die Community soll dabei helfen Kontakte zu knüpfen, Kunden dabei zu unterstützen, ihre Branchen mit SAP-Leonardo-Angeboten zukunftsfähig zu machen, zusammen mit Startups bahnbrechende Innovationen voranzutreiben und sich Kenntnisse über das intelligente Unternehmen anzueignen. „SAP Next-Gen fördert den Austausch von Unternehmen mit den über 3.200 Bildungseinrichtungen in 111 Ländern, die dem SAP-Next-Gen-Netzwerk angehören, sowie mit Startups, Tech-Community-Partnern und Organisationen, die sich Nachhaltigkeitszielen verschrieben haben“, so Ann Rosenberg, Senior Vice President und weltweite Leiterin von SAP Next-Gen.

Auf der Konferenz konnten die Teilnehmer daher in Vorträgen, Breakouts und Drei-Tages-Bootcamps Einblicke in Lösungen im Bereich von SAP Leonardo erhalten, um Studierenden konkrete Anwendungsfälle für die vermittelten Technologien näherzubringen.

Konferenzteilnehmer tauschten sich zu den Technologien die in SAP Leonardo vereint sind aus.

Herausforderungen mit künstlicher Intelligenz bewältigen

Markus Noga, Vice President für maschinelles Lernen bei der SAP, erklärte die neuen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz zuerst mit der immer besseren Hardware: „Wir arbeiten sehr eng mit Firmen wie NVIDIA oder Google zusammen, die uns mit der nötigen Rechenleistung versorgen.“ Doch gleichzeitig besäße die SAP einzigartige Einsichten in Unternehmensprozesse, welche es erlaubten, bisherige Abläufe effizienter zu gestalten oder völlig neue Lösungen für Geschäftsbereiche bereitzustellen.

Noga demonstrierte Ersteres anhand der SAP Cash Application, die Zahlungen automatisch den entsprechenden Rechnungen zuordnen kann, und damit Buchhaltern die Arbeit erleichtert.

Ein Beispiel für Letzteres findet sich dagegen im Marketing. Bisher fließt lediglich ein Prozent des Budgets für Sportsponsorings in die Messung der tatsächlichen Kapitalrendite ein. Das liegt am nötigen Aufwand: Unternehmen werten jede Ausstrahlung relevanter Events manuell aus. SAP Brand Impact kann hier Abhilfe schaffen. Die Lösung überprüft mittels auf maschinellem Lernen basierender Bilderkennungsverfahren die Sichtbarkeit und die Einblendungsdauer von Markenlogos im Vergleich zu Wettbewerbern.

Mit Blockchain und „digitalem Zwilling“ in die Zukunft

Das derzeit heiß diskutierte Thema Blockchain wurde auf der Konferenz ebenfalls adressiert. „Wir bei der SAP glauben, dass Blockchain das Potenzial hat, die Art wie Unternehmen miteinander interagieren zu verändern“, erläuterte Christian Sommer, Program Manager für Blockchain bei der SAP. Dafür könnten je nach Netzwerk öffentliche oder private Systeme zum Einsatz kommen.

Exemplarisch stellte Sommer das Prinzip der dezentralen Datenbank für das Automobil-Leasing dar. Bliebe dort derzeit eine Zahlung aus, so würde eine Mahnung mit Frist an den Kunden geschickt, nach deren Verstreichen rechtliche Schritte eingeleitet würden. Die Zukunft mit Blockchain-basierten „Smart Contracts“ könne anders funktionieren: bei Zahlungsverzug würde dem Verbraucher zuerst eine Nachricht im Fahrzeug angezeigt. Bei deren Ignorieren könne schließlich die Maximalgeschwindigkeit des Fahrzeuges abgesenkt oder sogar der Start verhindert werden – die Vermittlerinstanz fiele weg, Transaktionskosten würden gespart werden.

Ähnliche Vorteile sah Sommer auch im Bereich des Assetmanagements. Der „digitale Zwilling“, eine digitale Kopie des physischen Postens, soll das Internet der Dinge in die Immobilienverwaltung bringen. Die Herausforderungen, die es hier bisher zu überwinden galt, waren die hohen Datenmengen über den Lebenszyklus eines Gebäudes, die Verteilung der Daten über verschiedene Parteien hinweg und die entsprechend fehlende Gesamtsicht. Ein für Blockchain prädestinierter Anwendungsfall: würde der digitale Zwilling auf der dezentralen Datenbank gespeichert, wären die Daten stets aktuell, konsistent und valide über alle Parteien hinweg, es gäbe historische Informationen über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes und die Prüffähigkeit wäre gewährleistet.

Die Teilnehmer zeigten reges Interesse an den präsentierten Technologien – so waren über die Dauer der Konferenz Pläne für künftige Next-Gen Labs und Kurse zu den Themen Blockchain und maschinellem Lernen ein häufiges Diskussionsthema, um Studierenden auch neuste Entwicklungen zu vermitteln.

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