Adaptive Computing

Feature | 6. Mai 2009 von Gottfried Welz 0

SAP-Lösungen an der Universität: Die Studenten des fünften Semesters des Fachbereichs Wirtschaft/Management der Haaga-Helia Universität in Helsinki sind angespannt, denn sie müssen ihre Gruppenarbeiten zum Thema „Ein global agierendes Unternehmen auf dem Weg zu mehr Erfolg – schlummernde Chancenpotenziale in den Business-Prozessen nutzen“ präsentieren.

Den Ergebnissen liegen reale Unternehmens- beziehungsweise Wirtschaftsdaten und Geschäftsprozesse zugrunde. Die Abbildung des Unternehmens sowie die Auswirkungen der unterschiedlichen verwendbaren Handlungsalternativen wurden unter Verwendung von SAP ERP realisiert, die Ergebnisse in SAP NetWeaver Business Warehouse (SAP NetWeaver BW) dargestellt.

Universitäten als Kunden

Auch Studenten der Universität Augsburg greifen auf SAP zurück – in dem Lehrmodul Unternehmensplanung ebenso wie im Marketing, in der Produktions- und Fertigungstechnik im internationalen Projektmanagement oder in der Wirtschaftsinformatik.

Ob in Helsinki oder Augsburg – beide Forschungs- und Lehranstalten haben mit weiteren über 200 Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) eines gemeinsam:

Sie sind Kunden des University Competence Centers (UCC) Magdeburg und beziehen SAP-Anwendungen im Application Service Providing.

Das UCC stellt eines der größten universitären SAP-Rechenzentren überhaupt dar. Mehr als 50.000 Benutzer aus der EMEA-Region werden derzeit von dem UCC mit „SAP aus der Steckdose“ bedient. Das Besondere dabei: Die schwankenden Leistungsanforderungen werden mit einer flexibel nutzbaren Adaptive-Computing-Umgebung beziehungsweise virtualisierten Applikationsservices erfüllt.

University Competence Center (UCC) Magdeburg,

früher Hochschul-Competence-Center (HCC). Das grundlegende Konzept reicht bis 2000 zurück: Viele Bildungseinrichtungen konnten es sich nicht leisten oder verfügten nicht über die erforderlichen Ressourcen, ein eigenes SAP-Rechenzentrum aufzubauen und ein solches samt SAP- und Systemsoftware sowie Hardware zu betreiben.

Darauf hin wurden mehrere HCCs gegründet, von denen die Lehreinrichtungen „SAP aus der Steckdose“ von einem Application Service Provider (ASP) beziehen. Das seit 2005 als UCC Magdeburg bezeichnete SAP-Rechenzentrum befindet sich in der Otto-von-Guerike-Universität und ist Teil der weltweiten SAP University Alliances (UA).

Im Rahmen dieses Programms fördert SAP eine praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung, indem sie Lehrenden und Studierenden weltweit Zugang zu neuesten SAP-Technologien ermöglicht. Mittlerweile nutzen über 500 Institutionen die Möglichkeit, über ein UCC SAP-Anwendungen und Services zu beziehen.

Anwendungen flexibel nutzen

Als eine Art Steuerzentrale für die Abarbeitung der initiierten Aufgaben (Adaptive Computing Use Cases) der Umgebung fungiert das Adaptive Computing Controller Tool in SAP NetWeaver; wobei alle Infrastrukturkomponenten inklusive Managementsoftware von HP stammen.

„Auf der Grundlage der Adaptive-Computing-Landschaft lassen sich virtualisierte Anwendungsservices je nach Bedarf flexibel nutzen“, erklärt Ronny Zimmermann, Projektleiter im UCC Magdeburg. Vor allem sind Applikationen nicht einem bestimmten Server zugeordnet, sondern können je nach Bedarf auf freie Serverkapazitäten hin und her verlagert werden. Oder SAP-Applikationen können verschiedenen Servern dynamisch zugewiesen werden.

Wie Zimmermann betont, „ist es so möglich, vorhandene Ressourcen im Sinne einer optimierten dynamischen Auslastung zu verwenden“.

Mehr Flexibilität durch Entkoppelung

UCC hat die Adaptive-Computing-Lösung aufgebaut und dabei eine vorhandene klassische Infrastruktur abgelöst. Die Gründe für die Neuausrichtung nennt UCC-Teamleiter André Faustmann: „Wir waren angehalten, das SAP-Wachstumsmanagement einerseits sowie das Management von IT-Lastschwankungen andererseits auf die Zukunft ausgerichtet zu optimieren.

Hinzu kam die Erfordernis, unsere SAP-Infrastruktur zu konsolidieren beziehungsweise zu modernisieren. Dabei spielten die Aspekte einer möglichst optimalen und flexiblen Ressourcennutzung sowie die Erhöhung der Kosteneffizienz eine maßgebliche Rolle.“

Beratungen und Diskussionen mit SAP und HP mündeten in ein Adaptive-Computing-Lösungskonzept mit folgender Struktur:

Nutzung des Adaptive Computing Controllers in der Version 7.1 als zentraler Managementstelle, einer Aufteilung in SAP-Instanzen und Datenbankinstanzen (mit den entsprechenden Servern) sowie die Verwendung eines SAN-Speicherpools unter Verwendung des Plug-in HP Storage Essentials Application Integration Software for SAP ACC. Es beinhaltet die notwendigen Speicherpool-Mechanismen, um in der Adaptive-Computing-Umgebung die SAP-Datenbanken (Größe insgesamt derzeit rund 46 Terabyte) zu einem SAP-System zugänglich zu machen.

Lohnenswerter Richtungsschwenk

Für das UCC Magdeburg hat sich der Umstieg in Richtung virtualisierten Applikationsservices gelohnt. Wie Infrastrukturexperte Zimmermann resümiert, „können wir mit dem Adaptive Computing Controller in der Version 7.1 in Verbindung mit neuer Infrastruktur einfacher, schneller und flexibler auf die unterschiedlichsten Anforderungen reagieren. Auch haben sich die Betriebskosten nachweislich reduziert“.

Für ihn steht außer Frage, dass „die neue Gesamtumgebung ein elementares Instrument darstellt, um das weitere SAP-Wachstum mit einer möglichst hohen Kosteneffizienz zu managen“.

Nach den bisherigen Erfahrungen des UCC-Teams ist der Zeitaufwand für das Management der SAP-Lösungen gegenüber früher deutlich geringer, was in der Konsequenz geringere Administrationskosten bedeutet.

Durch die Nutzung des neuen Systems wird zum Beispiel bei der Task-Planung um bis zu 70 Prozent weniger Zeit benötigt. Ähnliche Verbesserungen werden bei einem Kernel-Austausch erzielt. Ferner gibt es Einsparungen beim Backup, speziell beim Betriebssystem-Backup der Adaptive Computing Nodes.

Zusätzliche Ressourcen bei Lastspitzen

Von großem Vorteil zudem: Bei Lastspitzen lassen sich in viel kürzerer Zeit zusätzlich benötigte Ressourcen (Server-/Speicherkapazitäten) frei schalten. So etwa wenn es darum geht, erforderliche SAP-Systeme für SAP-Qualifikationskurse (TERP10) zur Verfügung zu stellen, die verschiedene Einrichtungen anbieten. Oder bei der intensiven Verwendung von SAP NetWeaver BW zu bestimmten Zeiten.

Eben Adaptive Computing pur.

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