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Agiles IoT: Erste Prototypen im Strategie-Workshop

6. Februar 2017 von Andreas Schmitz 96

Design Thinking ist nicht alles: Gerade für Themen wie die digitale Transformation und IoT hilft es, technische Ansätze direkt ausprobieren zu können und erfahrbar zu machen. Das SAP Digital Studio dient als „Maker Space“ – und ermöglicht Prototypen bereits am Rande von Workshops.

Wenn im Workshop bei Kai Wussow die Fischertechnik zum Einsatz kommt, ist klar: Die Geschäftsführer, Werkstudenten, Design Thinker und Mitarbeiter aus den Fachbereichen, die an den mehrtägigen Kurse des Strategieberaters von SAP teilnehmen, sollen verstehen, was frisch erdachte IoT-Geschäftsideen für ihr Unternehmen in der Praxis bedeuten. Ein Hochregallager, eine Fertigungsstraße und ein Sortierer sind in Miniatur aufgebaut, Räder und Bänder setzen sich in Bewegung, über eine Software werden sie gesteuert und jeder Produktionsschritt analysiert. „Erst dann zeigt sich, was Fertigung wirklich bedeutet“, sagt Wussow, der sich seit neuestem nicht mehr nur auf Design Thinking verlässt, sondern auch den „SAP- und Softwareaspekt“ mit in die Überlegungen einbeziehet. Die dafür nötige Technologie befindet sich im so genannten SAP Digital Studio. Ob Sensoren, 3-D-Drucker, VR-Brillen oder Analysesoftware, moderne Oberflächen (SAP Fiori) oder das Asset Intelligence Network oder Anwendungen zu vorausschauenden Wartung und Qualitätssicherung für IoT-Ansätze: Die neueste Ausrüstung steht im Labor, dem so genannten Maker Space, zur Verfügung. Die Workshopteilnehmer können seit Ende November letzten Jahres im Workshop ihre Prototypen bauen.

Neuer Beratungsansatz: SAP-Software mit einbinden

Über den Design-Thinking-Prozess entsteht mit eigens ausgetüftelten Methoden zur Ökosystemmodellierung und zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle ein „Storytelling für das Business“, also eine Dramaturgie, die die eingesetzten Technologien besonders für Experten aus den Fachbereichen nachvollziehbar und handhabbar macht. Danach beginnt der Praxisteil, in dem diese Geschichte erfahrbar gemacht wird. „Anfassbare Softwareprototypisierung“, nennt das Wussow. Das können Sensoren sein, die an die IoT-Plattform von SAP angeschlossen werden, feingranulare Analysen, die über den Digital Boardroom auf drei Bildschirmen dargestellt werden oder aber eine Produktionsplanung für eine Modellfabrik mit Fischertechnik. „Ein bisschen Demo, aber nicht zu viel“, ist laut Wussow das Konzept, das zweierlei bewirkt:

  • Mitarbeiter aus den Unternehmen, die an reinen Design-Thinking-Workshops teilnehmen, kennen SAP – wenn überhaupt – eher als „Firma, die Buchhaltung macht“. Nun lernen sie SAP-Lösungen kennen – und SAP als Ergonomie-freundliches, agiles und innovatives Unternehmen und digitalen Vorreiter.
  • CIOs braucht zwar nicht mehr erklärt zu werden, wer SAP ist und was SAP kann, doch kennen sie die „neue SAP“ noch nicht immer, die aktuell einen Imagewandel hinlegt und u.a. stark in Themen wie IoT und digitaler Transformation investiert und mit ihren Technologien zu den führenden Technologiekonzernen zählt.

Zwei Workshops: Design Thinking & Prototyping

Die Workshops von SAP bestehen also aus zwei Teilen.

  • Im ersten Teil geht es darum, über Design-Thinking-Methoden zunächst einmal zu klären, welche Auswirkungen die digitale Transformation und das Internet of Things auf das Unternehmen haben können. Nicht alle Mitarbeiter beschäftigen sich mit den neuesten Trends. Entsprechend heißt das für Wussow, Aufklärungsarbeit zu betreiben und gemeinsam Ansätze zu erarbeiten. Was versteht man unter IoT, unter Augmented und Virtual Reality (AR und VR), unter Geschäftsnetzwerken und Crowdfunding? Wie könnte ein sinnvolles digitales Ökosystem aussehen, welche Unternehmen gehören dazu? Was versteht man unter einer „outcome-based economy“ und was muss ein Unternehmen ändern, um ein entsprechendes Geschäftsmodell etablieren zu können? SAPs Methodenbaukasten für Design Thinking ist speziell auf die Digitalisierung zugeschnitten. „Diese Strategieentwicklung kann mit einem einfachen Mockup enden“, sagt Wussow.
  • Einen Schritt weiter geht es im Folgeworkshop, der zum Ziel hat, konkrete und lauffähige Prototypen zu bauen. Und hier kommt das SAP Digital Studio ins Spiel. „Es geht uns einerseits darum, anhand von Design Thinking die Auswirkung der Digitalisierung verständlich zu machen, zum anderen ein SAP-Erlebnis zu schaffen“, so Wussow. Zum Schluss soll es heißen: „Jetzt verstehe ich das“ – also was die anstehende Digitalisierung oder IoT für Menschen und Prozesse bedeuten.

Kundenbeispiele: Weig-Gruppe und Mapal

Meist sind es große Mittelständler oder Konzerne, die sich an SAP wenden. „Viele wollen grundsätzlich ihr Geschäft transformieren“, so Wussow. „Die Zeit der Standardlösung war gestern. Heute geht es um etwas ganz Neues.“ Papierhersteller Weig sowie Werkzeugproduzent Mapal befinden sich mitten in Transformationsprozessen, die durch Workshops mit SAP unterstützt werden. So lautet die Vision bei der Weig-Gruppe, neben dem bestehenden Geschäftsmodell auch Maschinenkapazitäten anbieten zu können. Das wiederum setzt eine digitalisierte End-to-End-Vernetzung voraus. „Das Zielbild ist klar, doch der Weg dahin noch nicht“, erläutert Wussow. Im ersten Schritt setzt die Weig-Gruppe nun auf SAP S/4HANA. Ideen und auch konkrete Ansätze dafür, welche Schritte als nächste angegangen werden sollten, liefern die Workshops. Bei Mapal geht es darum, über eine IoT-Plattform Werkzeuge besser managen zu können. Sämtliche Werkzeuge befinden sich in der „Cloud“, in der der gesamte Lebenszyklus eines Werkzeugs zu finden ist. „Collaborative Commerce“ heißt die neu entstandene Idee, die nicht die letzte sein wird.

Zukunft von SAP Digital Studio: Expansion weltweit

Für den neuen Beratungsansatz, Design Thinking und Prototyping zusammenzubringen, gibt es bislang nur einen Ort, ein SAP Digital Studio in Ratingen. Doch wird es derzeit auf diversen SAP-Veranstaltungen als Showcase europaweit genutzt und es ist zudem angedacht, auch an anderen Standorten ähnliche Räume mit der nötigen SAP-Soft- und Hardware auszustatten. „Ich glaube an eine Allianz der Willigen“, meint Wussow – an einer Energie, die aus der Kollaboration heraus wächst und wieder etwas Neues entstehen lässt. Das Konzept, da ist sich Wussow sicher, werde auch außerhalb von SAP Schule machen. Ein erster Kunde will Teile des SAP-Studio-Ansatzes bereits übernehmen.

Weitere Informationen

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In dieser Präsentation (7 Seiten) finden Sie die wichtigsten Informationen über SAP Digital Studio.

Hier geht es zur App für den SAP-IoT-Simulator.

Top-Foto via Shutterstock

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