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Ankunft in der grünen Wolke

Feature | 6. Januar 2016 von Michael Zipf 0

Für Michael Würth war´s „echte Teamarbeit“. Im Juni nahm der Facility-Leiter der globalen Rechenzentren für SAP beim DataCloud Europe-Kongress in Monaco den Nachhaltigkeitspreis für Rechenzentren in Empfang. Nur wenn Facility Management, IT, Einkauf und Nachhaltigkeitsmanagement an einem Strang ziehen, kann man in Sachen Nachhaltigkeit solche erfreulichen Ergebnisse erzielen.

Die eigenen Rechenzentren der SAP an derzeit zehn Standorten weltweit machen den größten Teil des Gesamtenergieverbrauchs der SAP aus. Um den wachsenden Cloud-Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, nutze SAP natürlich auch externe Rechenzentren und investiere in neue, eigene Rechenzentren, so Michael Würth, Facility-Leiter globale Rechenzentren. So ist der Stromverbrauch in den SAP-eigenen Rechenzentren und in den von SAP genutzten externen Rechenzentren 2014 von 173 Gwh auf 179 Gwh gestiegen, also um circa drei Prozent, wobei die Rechenleistung im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches mehr stieg.

Klar, dass das Unternehmen ständig bemüht ist, die Energieeffizienz zu erhöhen. Zumal es erklärtes Ziel der SAP ist, die Netto-Treibhausgasemissionen, also alle direkten und indirekten Emissionen aus dem SAP-Geschäftsbetrieb, bis 2020 auf das Niveau des Jahres 2000 zu reduzieren.

green-it

„Mit der beschleunigten Verlagerung unseres Geschäfts hin zur Cloud haben wir unsere Unternehmensstrategie eng mit unserer Umweltstrategie verzahnt und eine grüne Cloud bei SAP geschaffen“, sagt Jürgen Burkhardt, Senior Director Data Center Operations. Grün heißt hier klimaneutral, denn die SAP-eigenen Rechenzentren werden seit Mitte 2014 zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen, vornehmlich Windenergie, betrieben. Emissionen werden über Emissionszertifikate, die „Renewable Energy Certificates“, kompensiert. Seit 2015 ist damit der Nettoausstoß der SAP-Rechenzentren sowohl global als auch in Europa komplett ausgeglichen. Burkhardt: „Damit können wir nicht nur unsere eigenen Umweltauswirkungen verringern, sondern zugleich den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht werden, indem wir ihre IT-Landschaften durch unsere Cloud-Angebote vereinfachen und ihnen helfen, die Effizienz in ihrem Unternehmen zu steigern.“

Natürlich profitiert auch SAP von diesen Anstrengungen. Michael Würth: „Seit Anfang 2008 konnten wir dank unserer Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz Kosten in Höhe zweistelliger Millionenbeträge vermeiden – verglichen mit den hochgerechneten Kosten, die ohne diese Maßnahmen entstanden wären.“

Strombedarf der Rechenzentren wächst am schnellsten

Die globalen durch Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bedingten CO2-Emissionen liegen mit einem Anteil von rund 2 Prozent auf gleichem Niveau wie die weltweiten CO2-Emissionen des Luftverkehrs. Die Europäische Union geht davon aus, dass die Treibhausgasemissionen von IKT bis zum Jahr 2020 um rund 15 Prozent der Gesamtemission reduziert werden können. Hier setzt die Strategie von Green IT an, welche die IKT vom Einkauf über deren gesamten Lebenszyklus bis zur Entsorgung umwelt- und ressourcenschonend gestaltet.

“Wenn das schnelle Wachstum der digitalen Wirtschaft mit der Nutzung erneuerbarer Energiequellen verknüpft wird, kann der IT-Sektor zum Katalysator eines grundlegenden Wandels beim Verbrauch und bei der Herstellung von Energie werden. Die IT hat das Potenzial, maßgeblich zur Verringerung der Treibhausgase beizutragen.“ Greenpeace Report, Clicking Green (April 2014)

Die Analyse des SMARTer 2020 Reports von der Global e-Sustainability Initiative zeigt, wie sich die Energienutzung im IT-Sektor von Geräten zu Rechenzentren und Netzwerken verschoben hat. Rechenzentren werden der am schnellsten wachsende Bereich im globalen IT-Sektor werden; ihr Energiebedarf soll sich bis 2020 um 81 Prozent erhöhen. Schätzungen gehen davon aus, dass der Strombedarf des Cloud-Computing (Rechenzentren und Netzwerke, keine Geräte) 2011 bei rund 684 Milliarden Kilowattstunden lag. Damit würde die Cloud in der Rangfolge des Strombedarfs der Staaten weltweit an 6. Stelle liegen.

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