Von Apple und Kodak lernen

Feature | 16. Oktober 2012 von Heather McIlvaine 0

Freddie Geier, ehemaliger CEO bei Apple: „Steve (*Jobs) hatte die Fähigkeit, um die Ecke zu denken. Wie kein anderer verstand er, wie Menschen mit Technologie interagieren – oder interagieren sollten.“

Die Geschäftswelt von heute verändert sich in atemberaubendem Tempo. Nur wer in der Lage ist, mit den Veränderungen Schritt zu halten, kann auf Dauer erfolgreich sein. Auf dem SAP Business Transformation Summit, der vom 11. bis 12. Oktober in Budapest stattfand, diskutierten Vordenker aus Wissenschaft und Praxis sowie SAP-Kunden über erfolgreiche Veränderungsmethoden für Unternehmen.

„Es gibt zwei Gründe für Veränderung“, sagte Lars Gollenia, Leiter des Bereichs Business Transformation Services bei SAP Deutschland, in seiner Eröffnungsrede. „Erstens, weil der Markt und die Wettbewerber so viel Druck ausüben, dass man sich verändern muss. Und zweitens, weil man sich ändern möchte, um diesen Druck zu vermeiden.“ Faktoren wie die täglich erzeugten Datenberge, die riesige Anzahl an mobilen Endgeräten weltweit und das kontinuierliche Wachstum sozialer Netzwerke sind nur einige Trends, die Veränderungen in den Unternehmen heute unabdingbar machen. Viele Unternehmen suchen nach Wegen, diese Trends für sich zu nutzen. „Hier kommt das digitale Unternehmen ins Spiel“, so Gollenia.

Warum Kodak scheiterte

Das digitale Unternehmen – Schwerpunktthema beim diesjährigen Summit – ist kundenorientiert, reagiert schnell auf die Märkte, ist schnell bei seinen Transaktionen und Dienstleistungen und hat seine Entscheidungsfindung weitgehend automatisiert. Kurz – ein Unternehmen, das sich permanent verändert, um in einem schnelllebigen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Wie aber wird man ein digitales Unternehmen? Das ist alles andere als einfach, wie man am Beispiel von Kodak sieht. Der Kamera- und Filmhersteller hatte die Branche jahrzehntelang dominiert. Kodak entwickelte sogar als erstes Unternehmen die Technologie für Digitalkameras und hatte hierfür das Patent. Eigentlich hätte das Unternehmen hervorragend dastehen müssen, als die breite Masse von der analogen auf die digitale Fotografie umstieg. Im Februar 2012 musste Kodak jedoch Insolvenz anmelden. Das Beispiel zeigt, dass es beim Thema Business Transformation mit Technologie allein nicht getan ist.

Mit einem speziellen Servicebereich namens Business Transformation Services (BTS) unterstützt SAP im Rahmen ihres Value Partnership Program ihre Kunden bei Veränderungen. Viele der innovativen Verfahren für die Durchführung von Veränderungen wurden von der Business Transformation Academy entwickelt. Die Academy ist die Forschungsabteilung von BTS und setzt sich aus einem internationalen Kreis aus Wissenschaftlern und Wirtschaftsexperten zusammen. Auf dem jährlich stattfindenden Summit werden den Kunden die neuesten Erkenntnisse ihrer Forschungsarbeit präsentiert. Darüber hinaus stellen Kunden erfolgreiche Veränderungsprojekte vor.

Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: Das Erfolgskonzept von Apple

Tomas Sedlacek ist Chief Macroeconomic Strategist bei der Tschechoslowakischen Handelsbank.

Veränderung ist schwer, lautete das Credo von Tomas Sedlacek, Chief Macroeconomic Strategist bei der Tschechoslowakischen Handelsbank und Autor des Buchs „Economics of Good and Evil“. Er verwies auf den Ausspruch von Jean-Claude Juncker, Premierminister von Luxemburg und Vorsitzender der Euro-Gruppe: „Wir wissen alle, was zu tun ist. Aber wir wissen nicht, wie wir wiedergewählt werden können, wenn wir es getan haben.“ Das Gleiche gilt im Grunde genommen auch für Veränderungen in Unternehmen. Dass etwas geändert werden muss ist oft klar. Aber manche Unternehmen wollen nicht die notwendigen Opfer dafür bringen – etwa alte Zöpfe abschneiden oder sich auf unbekanntes Terrain begeben. Politiker, die nicht handeln, werden die nächste Wahl überleben oder auch nicht. Wohin aber Nichtstun bei Unternehmen führt, kann man gut am Beispiel von Kodak sehen.

Das Erfolgsrezept von Apple

Freddie Geier, ehemaliger CEO von Apple Deutschland, zeigte auf, wie man es auch machen kann. Als Mitglied des engeren Kreises um Steve Jobs war er unmittelbar Zeuge, wie eine einzelne Person ein Unternehmen völlig neu ausrichtete. Als Jobs 1996 zu Apple zurückkam, stand das Unternehmen kurz vor der Insolvenz. Vor diesem Hintergrund traf er eine wichtige Entscheidung: Apple sollte künftig verstärkt Computer für Verbraucher – und nicht mehr für Unternehmen – anbieten. Innerhalb von zwei Jahren war Apple wieder profitabel. Heute setzen die Verbraucherprodukte von Apple den Standard in der Branche. Der Erfolg des Unternehmens lässt sich, so Geier, auf eine Person zurückführen. „Steve hatte die Fähigkeit, um die Ecke zu denken. Wie kein anderer verstand er, wie Menschen mit Technologie interagieren – oder interagieren sollten.“ Natürlich könne nicht jedes Unternehmen darauf setzen, eine solch zentrale Person zu haben, die das Unternehmen mit ihren visionären Ideen in die Zukunft führt.

Andere Unternehmen lernen aus ihren Erfahrungen. So Cisco Systems, das aus seinen Umstellungen der letzten 20 Jahre eine Art „Rezept für Veränderungen“ entwickelt hat. „Man könnte die Geschichte des Unternehmens als eine Serie überlebter Veränderungsprozesse beschreiben“, sagte Michael von der Horst, Geschäftsführer der Internet Business Solutions Group von Cisco. Von der geplatzten Dot.com-Blase bis zur Expansion in Schwellenmärkte ging Cisco an Veränderungen immer mit dem Blick nach vorne heran. „Ablehnung und Nostalgie gibt’s nicht“ ist der erste Punkt im Patentrezept von Cisco. Weitere Punkte sind:

  • Kostenstruktur senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben
  •  Schwerpunkte setzen
  • die Funktionen der Software und den Umfang der Services erklären
  • Vermarktungsressourcen aufbauen
  • Mitarbeiter weiterbilden
  • die Unternehmenskultur weiterentwickeln

Für seine Zuhörer hatte von der Horst noch einen weiteren, gänzlich einfachen Tipp: Gehe an Veränderungen selbst aktiv heran, bevor Du verändert wirst.

 

Weitere Informationen:

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