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Die Jugend in Asien stärken

Feature | 6. Juni 2017 von Michael Zipf 5

SAP startet enge Partnerschaft mit ASEAN. Ihr Ziel: Die Jugend zu mehr Engagement in einer digitalen Gesellschaft zu motivieren.

Es dauerte ein ganzes Jahr alles vorzubereiten. „Das war viel Arbeit, aber sie war jede Minute Wert“, sagt Eugene Ho, der Leiter Global Corporate Affairs für die Region Südostasien. Am 9. Mai verkündeten SAP und die ASEAN Foundation in Jakarta, Indonesien eine weitreichende strategische Partnerschaft. Die feierliche Unterzeichnung eines „Memorandum of Understanding“ war der Startschuss für drei Initiativen, die im Jahr des 50. Geburtstags der Gemeinschaft in der Region ausgerollt werden. Ihr Ziel? „Wir wollen die Jugend in den zehn ASEAN-Mitgliedsländern auf die Digitalisierung vorbereiten und ihnen die Fähigkeiten nahebringen, die sie benötigen, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu unterstützen und die zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu meistern. Dazu ist die Zusammenarbeit von öffentlicher und privater Hand sowie der Zivilgesellschaft notwendig“, sagt Ho.

Rückblende: Es war im August 1967, mitten im Kalten Krieg, als sich die fünf südostasiatischen Länder Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand zur Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) zusammenschlossen. Ziel war es, in wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Fragen enger zusammenzuarbeiten – und sicherzustellen, dass kein Land zum Dominostein würde, der dem Kommunismus anheimfällt. Eine engere Partnerschaft war damals ein durchaus ehrgeiziges Vorhaben: Singapur hatte sich zwei Jahre zuvor von Malaysia getrennt. Im Süden Thailands wüteten Aufstände, die bis an die Grenze zu Malaysia reichten. In Vietnam weitete sich der Krieg mit den USA immer mehr aus. Doch das Bündnis hielt. Heute gehören  efünf weitere Staaten dazu: Brunei (1984), Vietnam (1995), Myanmar (1996), Laos (1997) und Kambodscha (1999) folgten.

Mit einem gemeinsamen Bruttoinlandsprodukt von rund 2,5 Billiarden US-Dollar würde die Region als Staat global an 7. Stelle der Rangliste liegen. Noch ist das BIP der Europäischen Union etwa sechs Mal größer. Doch Experten schätzen, dass die ASEAN-Staaten die EU binnen einer Generation überholen könnten, wenn das wirtschaftliche Wachstum so anhält: Von 2007 bis 2015 lag es im Schnitt bei 5,3 Prozent.

Wirtschafts- und Sozialgemeinschaft

Aber: „ASEAN ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Gemeinschaft“, sagt Scott Russell, Präsident und Geschäftsführer von SAP Südostasien. Deshalb beschlossen die Politiker 1997, 30 Jahre nach Gründung von ASEAN, die ASEAN Foundation zu gründen. Die Organisation soll helfen, „eine prosperierende Gemeinschaft mit starker Bindung“ aufzubauen. Es ist eine „Organisation von den Menschen und für die Menschen der ASEAN-Staaten“.

Eine wichtige Zielgruppe der ASEAN Foundation: die Jugend. Bis 2020 werden junge Menschen unter 30 Jahren fast die Hälfte der Bevölkerung in den ASEAN-Staaten ausmachen. „Das ist eine wachsende Gruppe von Talenten, in die wir investieren können und mit denen wir gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten“, sagt Scott Russell. „Unsere Initiativen mit der ASEAN Foundation zielen darauf ab, junge Menschen auf die digitale Wirtschaft vorzubereiten und ASEAN dabei zu unterstützen, nachhaltiges sozio-ökonomisches Wachstum in der 4. Industriellen Revolution voranzutreiben.“

Zurück zu Eugene Ho. Wie und mit welchem Partner könnte die SAP in der gesamten Region Südostasien entsprechend ihrer Vision das Leben der Menschen wirklich verbessern, hatte er sich Anfang vergangenen Jahres gefragt – und war nach ausgiebiger Suche bei der ASEAN Foundation gelandet. Nach einem Besuch der ASEAN Foundation bei SAP in Singapur hatten Eugene und seine Mitarbeiter die Vertreter der Stiftung schnell auf ihre Seite gezogen, als sie ihnen die Initiativen der SAP auf den Gebieten Corporate Social Responsibility und University Alliances vorgestellt hatten.

Insbesondere Executive Director Elaine Tan sollte sich zu einer überzeugten Fürsprecherin der Partnerschaft entwickeln. „Ich glaube, dass unsere gemeinsamen Initiativen mit SAP die Beteiligung der Jugend in den ASEAN-Staaten an nationalen und regionalen Programmen erhöhen wird“, sagt Elaine Tan. So bekämen die Jugendlichen die Gelegenheit, sich aktiv in die ASEAN-Gemeinschaft einzubringen.

Drei Schwerpunktthemen

Gemeinsam einigten sich Eugene und die Stiftung darauf, in diesem Jahr drei Programme aufzulegen. Dabei sollen die Themen Bildung, Freiwilligenarbeit und Unternehmertum im Mittelpunkt stehen (siehe Box).

Klar, dass die SAP mit dieser Partnerschaft auch junge Talente auf sich aufmerksam machen möchte. Rund 12.000 Studenten durchlaufen jedes Jahr in Südostasien an einer Hochschule ein SAP-Curriculum, erzählt. Eugene. „Mit dem ADSE-Wettbewerb geben wir diesen Studenten eine Stimme und setzen das Thema Analytics auf die Agenda.“ SAP unterstütze so aber auch die Regierungen dabei, die Jugend zu motivieren, sich für ASEAN einzusetzen, sagt Eugene.

„Wir haben mit unseren Initiativen Neuland betreten“, sagt Eugene. „Wenn sie funktionieren, werden sie als Blaupause für eine langfristige Partnerschaft mit der ASEAN Foundation und anderen Organisationen dienen und zeigen, wie man Jugendliche für eine Mitarbeit an der digitalen Zukunft gewinnen kann. Und das wäre doch jeden Aufwand Wert.“

Die drei Säulen der Zusammenarbeit

Bildung

Bereits gestartet ist der Datenanalyse-Wettbewerb „ASEAN Data Science Explorers“. Studenten aus allen zehn Mitgliedsstaaten und aus allen Fachrichtungen sind aufgerufen, auf Grundlage von sechs ausgewählten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen datenbasierte Einsichten in die Region zu liefern. Hierzu nutzen die Teilnehmer SAP BusinessObjects Cloud. Die sechs UN-Ziele sind: Good health and well-being, quality education, gender equality, clean water and sanitation, decent work and economic growth sowie sustainable cities and communities.

Bis Mitte Juni noch können Studenten ihre Erkenntnisse unter www.aseandse.org einreichen. Den Gewinnern winken attraktive Geldpreise. Nachdem die Sieger in den einzelnen Ländern ermittelt wurden, findet im November in Jakarta, Indonesien, eine regionales Finale statt.

Freiwilligenarbeit

In Zusammenarbeit mit dem Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV), dem deutschen Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie weiteren Partnern haben SAP und die ASEAN Foundation die „Youth Volunteering Innovation Challenge“ ins Leben gerufen. In Workshops vermitteln die Organisationen den jungen Ehrenamtlichen unter dem Motto „Impact ASEAN“ das Rüstzeug, um ihre sozialen und nachhaltigen Projekte erfolgreich umzusetzen und dabei weitere Unterstützer zu finden. Die Sieger der nationalen Workshops erhalten Mikrokredite, um Prototypen zu entwickeln.

Unternehmertum

SAP nutzt ihr Social-Sabbatical-Programm für Mitarbeiter, um in diesem Jahr auch Sozialunternehmer in Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Thailand und Vietnam zu unterstützen.

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