ASUG Kolumbien will die Anden-Region vereinen

Feature | 20. Januar 2009 von Georg Middendorf und Johannes Gillar, beide SAP 0

Ricardo Gamboa, Präsident der ASUG Kolumbien (Foto: Ricardo Torres Arevalo, Bogotá, Colombia)

Herr Gamboa, wie unterstützt die ASUG Kolumbien ihre Mitglieder?

Ricardo Gamboa: Zunächst wollen wir für unsere Mitglieder nützliche Netzwerke schaffen. Dies realisieren wir hauptsächlich, indem wir Tagungsorte, Trainingszentren und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch anbieten.

Darüber hinaus veranstalten wir Bildungsreisen – so haben wir die drei wichtigsten Städte Kolumbiens besucht: Bogota, Santiago de Cali und Medellin. In diesem Umfeld ermöglichen wir unseren Mitgliedern den Informationsaustausch zu Best Practices und erfolgreichen Implementierungen von SAP-Produkten. Wir verwalten auch die Webseite www.asugcolombia.com, auf der unsere Mitglieder in verschiedenen Foren Fragen zu SAP-Lösungen stellen können.

Und diese Fragen beantworten dann andere Mitglieder der Anwendergruppe?

Gamboa: Genau, und zwar, indem sie ihre Erfahrungen mit ähnlichen Situationen weitergeben. Wir organisieren zudem auch Kongresse – inzwischen sind es neun an der Zahl. Auch bei diesen werden viele Fragen beantwortet. Zu diesen Kongressen laden wir Verantwortliche der SAP, den SAP-Partnern und natürlich unsere Mitglieder und SAP-Kunden aus ganz Kolumbien ein. Der letzte Kongress fand im August 2008 statt – es waren zwei Tage mit intensivem Erfahrungsaustausch über SAP-Software.

Sind Sie in der Lage, auf die Produktentwicklung der SAP Einfluss zu nehmen?

Gamboa: Ja, denn wir bieten den einzigen offiziellen Kommunikationsweg zwischen SAP und ihren Kunden in Kolumbien an. Benötigen Firmen zum Beispiel neue Funktionen für Steuern oder Personalwesen – beide Bereiche sind in Kolumbien etwas speziell geregelt – dann bitten sie uns, diese Anforderungen an die Produktentwicklung der SAP weiterzuleiten. Die ASUG Kolumbien sammelt die Anforderungen unserer Mitglieder zu bestimmten Themen und übermittelt sie dann in einer offiziellen Anfrage. SAP wiederum hilft uns dann mit der Entwicklung lokal angepasster Lösungen.

Natürlich unterstützen wir unsere Mitglieder auch bei Updates. So organisieren wir Lehrgänge und geben unser Fachwissen weiter, wenn eine neue Anwendung veröffentlicht wird. Zusammen mit der SAP arbeiten wir gerade daran, als Anwendergruppe zu einem echten Schulungszentrum zu werden.

Welche Themen beschäftigen Kunden in Kolumbien derzeit?

Gamboa: Der Umstieg auf SAP ERP 6.0 ist im Moment für die meisten Unternehmen das wichtigste Thema. Wir arbeiten mit unseren Mitgliedern, SAP und IT-Beratern am Upgradeprozess zu SAP ERP 6.0.

Wie beurteilen Ihre Mitglieder das Tempo, mit der SAP neue Produkte auf den Markt bringt?

Gamboa: Die SAP sollte Neuveröffentlichungen und andere Entwicklungen innerhalb des Unternehmens besser nach außen kommunizieren. Viele Firmen missverstehen die Produktstrategie der SAP oder kennen sie gar nicht. Ich habe diesen Punkt schon mit der Business-Development-Managerin von SAP Kolumbien, Clara Montenegro, besprochen. Wir entwickeln gerade Strategien, um diese Situation zu verbessern.

Arbeitet Ihre Anwendergruppe auch mit der ASUG in den USA zusammen?

Gamboa: Derzeit gibt es leider keine Zusammenarbeit. Aber wir wollen das ändern und arbeiten daran. Die SAP unterstützt uns dabei, die Kontakte herstellen. Wir versuchen auch mit der spanischen Anwendergruppe in Verbindung zu treten, indem wir ein Abkommen aufsetzen – letztendlich sprechen wir zumindest die gleiche Sprache. Darüber hinaus wollen wir unsere Beziehungen mit den Anwendergruppen in Brasilien und Argentinien vertiefen.

Welche Ziele wollen Sie mit ASUG Kolumbien erreichen?

Gamboa: Wir haben eine „Vision 2010“ mit vier strategischen Zielen: Das erste Ziel ist es, die konstruktive Beziehung zu unseren Mitgliedern, zu SAP und ihren Partnern sowie zu anderen Verbänden und Anwendergruppen aufzubauen, zu erhalten und kontinuierlich zu verbessern.

Der zweite Punkt auf der Agenda dreht sich um das Thema Service. Wir wollen ein Portfolio an Produkten und Dienstleistungen zur technischen Betreuung und Schulung entwickeln, und damit den Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie den Transfer von Best Practices zwischen unseren Mitgliedern fördern.

Ziel Nummer drei betrifft das Image unserer Organisation: Dieses wollen wir gegenüber der SAP, deren Partnern und anderen möglichen Interessengruppen und Verbänden aus aller Welt stärken. Unser letztes Ziel betrifft den Bereich Finanzen. Wir wollen finanzielle Unabhängigkeit erreichen, rentabel wirtschaften und die Zahl unserer Mitglieder steigern.

Aber wir denken schon weiter: Wir werden in der Anden-Region als die führende SAP-Anwendervereinigung gesehen, was den Nutzen für Mitglieder betrifft. Deshalb wollen wir unsere Dienstleistungen in der ganzen Region anbieten, da es beispielsweise weder in Venezuela noch in Peru zum Beispiel eigenständige Anwendergruppen gibt. Wir wollen mit diesen Ländern zusammenarbeiten, um eine größere Anwender-Community der Andenländer zu schaffen.

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