Auf Wachstum eingestellt

Feature | 20. September 2004 von admin 0

Stadtwerke Düsseldorf

Stadtwerke Düsseldorf

“Jeder ist so alt, wie er sich fühlt”, findet man bei den Düsseldorfer Stadtwerken. Und fühlt sich nicht halb so alt, wie es die lange Firmengeschichte vermuten lassen könnte: Seit über 130 Jahren liefert das Versorgungsunternehmen Energie und Wasser an Düsseldorfer Privat- und Firmenkunden. Dass die Stadtwerke trotz ihres langjährigen Bestehens über die Energie und Innovationskraft eines jungen Unternehmens verfügen, zeigt sich nicht nur in den positiven Bilanzen. Auch die Bereitschaft, vorhandene Systeme und Strukturen kontinuierlich an neue Anforderungen anzupassen, zeugt von großer Flexibilität. So reagierten die Düsseldorfer Energieversorger frühzeitig auf den verschärften Wettbewerb im liberalisierten Markt. “Wir haben unsere Organisation weiterentwickelt, ein zukunftsgerichtetes Leitbild erarbeitet und mit der IT-Strategie synchronisiert”, berichtet Gert Gruben, Leiter Privatkundenvertrieb. Erklärtes Unternehmensziel ist es, die Marktposition weiter auszubauen.

Ein Kraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf

Ein Kraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf

Die Informationstechnologie zur Unterstützung der vielfältigen Geschäftsaktivitäten kommt dabei von SAP. Bereits seit 1994 setzen die Düsseldorfer Stadtwerke auf die ERP-Lösung von SAP – zunächst auf SAP R/2 und seit 1999 auf SAP R/3. Im Zuge der Vereinheitlichung von Prozessen und der weiteren Standardisierung der IT-Landschaft entschied man sich im Herbst 2002, die bestehende SAP-R/3-Anwendung in den Bereichen Kundenservice, Verbrauchsabrechnung, Forderungsmanagement und Geräteverwaltung durch SAP for Utilities zu erweitern. Mit der speziell für Gas-, Wasser-, Elektrizitäts- und Entsorgungsunternehmen entwickelten Lösung lassen sich sämtliche branchenspezifische Anforderungen integriert abwickeln – von der Stammdaten- und Geräteverwaltung über das Work- und Energiedatenmanagement (EDM) bis hin zu Kundenservice, Abrechnung und Vertragskontokorrent.

Innovationen frühzeitig einbinden

Bei der Entscheidung für SAP for Utilities ließen sich die Stadtwerke Düsseldorf von mehreren Kriterien leiten. Zum einen überzeugte das Leistungsspektrum der Lösung, die den Umgang mit neuen Energiegesetzen und den Bedingungen des deregulierten Energiemarkts erleichterte. Zum anderen fühlte sich das Unternehmen auch in Hinblick auf die Investitionssicherheit bei SAP gut aufgehoben.
Ein weiterer wichtiger Faktor war die Tatsache, dass sich bereits installierte SAP-Komponenten problemlos in die Branchenlösung integrieren lassen. Durch den modularen Aufbau und die offenen Schnittstellen von SAP for Utilities steht auch der Einbindung weiterer Geschäftsfelder wie der Entsorgung nichts im Weg. “Dank der Offenheit für Wachstum und Kooperationsmodelle können wir mit SAP for Utilities auch künftige Innovationen von SAP frühzeitig integrieren und Prozesskostenvorteile nutzen”, nennt Gert Gruben einen weiteren Grund für die strategische Entscheidung für SAP for Utilities.

Zeitplan eingehalten

Nach dem Projektstart im September 2002 machten sich Fachleute der Stadtwerke gemeinsam mit Experten des IT-Dienstleisters SAP SI an die Arbeit. Das Ziel war es, künftig sämtliche Tarif- und Sondervertragskunden durchgängig über die SAP-Branchenlösung betreuen zu können. Zunächst stand die Implementierung von SAP for Utilities samt Datenübernahme aus den Altsystemen auf der Agenda. Des Weiteren ging es vorbereitend um das Upgrade der SAP-R/3-Anwendung mit den Komponenten für Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Controlling, Vertrieb, Materialwirtschaft, Instandhaltung und Servicemanagement auf Release 4.6c. Und schließlich stand die Anbindung von Fremdsystemen auf dem Programm.
SAP SI übernahm die Prozessorganisation, das Customizing sowie Teile der notwendigen Programmierung. “Dass wir das größte IT-Projekt in unserer Unternehmensgeschichte mit SAP und SAP SI so erfolgreich bewältigen konnten, liegt nicht zuletzt am konsequenten Projektmanagement und der Federführung im Fachbereich”, urteilt Dr. Matthias Mehrtens, Leiter Informationsservice. “So haben wir Meilensteine definiert und systematisch verfolgt. Dadurch lagen wir voll im Zeitplan.” Ein weiterer wesentlicher Faktor war das besonnene Vorgehen bei der erfolgskritischen Datenmigration: Die zentrale Adressverwaltung und die Geschäftspartner wurden schrittweise zusammengeführt.

Erwartungen übertroffen

Inzwischen arbeiten rund 400 Sachbearbeiter der Stadtwerke Düsseldorf mit SAP for Utilities. “Unsere Mitarbeiter haben sich rasch mit dem neuen System angefreundet, denn wir haben sie zuvor umfassend geschult”, berichtet Gert Gruben. Die vollständige Integration von kaufmännischen und technischen Daten vereinfacht die Abläufe; durch Workflows werden diese zusätzlich transparenter und somit steuerbar. Kunden können im Internet Zähleran- und -abmeldungen oder Adressänderungen selbst vornehmen. Rechnungs- und Verbrauchsdaten lassen sich direkt anzeigen. Auch die 1.200 Mitarbeiter, die mit SAP R/3 arbeiten, profitieren: Die Integration der Systeme schafft eine deutlich höhere Informationstransparenz. Sämtliche Arbeitsabläufe konnten optimiert werden.
Für die Stadtwerke war die erste Phase des Großprojekts ein voller Erfolg. Dass das System stabil läuft und die Performance sehr gut ist, zeigte eine parallel durchgeführte viermonatige Transaktionsvermessung. “Wartungszeiten und Batch-Prozesse konnten optimiert werden, und auch die Tatsache, dass all diese Ziele ohne die Einbindung von zusätzlichem IT-Personal erreicht wurden, werten wir als Erfolg”, freut sich Dr. Matthias Mehrtens.

Weitere Projekte geplant

Nachdem die Tarifkunden des Energieversorgers seit Anfang 2004 erfolgreich über SAP for Utilities betreut werden, sollen bis Februar 2005 auch die Daten und Vorgänge der rund 8.000 Geschäftskunden in die neue Lösung übernommen werden. Und damit nicht genug: Aufgrund der positiven Erfahrungen mit SAP for Utilities befinden sich weitere Projekte in Planung. So wird der Einsatz von SAP Business Intelligence vorbereitet, und künftig sollen die Schnittstellen zu anderen Fachsystemen des Versorgungsunternehmens über die SAP Exchange Infrastructure laufen. Mittelfristig ist auch an die Einführung der Portallösung von SAP gedacht. Damit setzen die Stadtwerke Düsseldorf einen weiteren Meilenstein in Richtung SAP-Strategie.

Kirsten Schmidt

Kirsten Schmidt

Leave a Reply