AZTEKA Add On sorgt für gut geölte Prozessketten

Feature | 12. Mai 2004 von admin 0

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) hebt in seinem Jahresbericht für 2002 die zentrale Rolle der mittelständischen Zulieferindustrie bei der Automobilproduktion hervor. Der VDA merkt zudem an, dass moderne Kommunikationstechnologien den Wettbewerb zwischen den Betrieben noch intensiver machen. Informationen und Vergleiche lassen sich schnell über das Internet einholen, via E-Mail kommunizieren Firmen schnell, unkompliziert und kostengünstig, und ein gemeinsamer Währungsraum wie die Europäische Union erleichtert Preisvergleiche. Hinzu kommt, „dass kleine und mittelständische Zulieferer – Second und Third Tier Suppliers – zunehmend in die von Automobilherstellern vorgegebenen Anforderungen eingebunden sind“, erläutert Ali Talib, verantwortlich für SAP Business One bei AZTEKA. „Die Hersteller fordern im Rahmen eines umfassenden Supply Chain Management (SCM) inzwischen den lückenlosen elektronischen Datenaustausch aller an der Prozesskette beteiligten Partner“, so Talib weiter. Zulieferer müssten Lieferabrufe von Auftraggebern automatisiert verarbeiten, Lieferscheine generieren und Belege nach VDA drucken können. Auch seien Lieferungen zu avisieren und in Rechnung zu stellen.

Bedürfnisse erkennen

Bisher standen kleine Automobilzulieferfirmen vor dem Problem, dass selbst eine leistungsfähige Geschäftssoftware wie SAP Business One die spezifischen Anforderungen der Automobilindustrie beim elektronischen Datenaustausch (EDI = Electronic Data Interchange), welcher in diesem Bereich etwa via OFTP (Odette File Transfer Protocol) und VDA-/ODETTE-Formate läuft, nicht erfüllen konnte. Diese Lücke schließt jetzt das vom Mannheimer SAP Business Partner AZTEKA entwickelte Add-on AZTEKA-Automotive-Package, denn es ermöglicht die vollständig papierlose Abwicklung von Geschäftsabläufen in SAP Business One.
Dafür sorgen unter anderem Funktionalitäten für den elektronischen Datenaustausch, den Lieferabgleich (neu/alt), den Empfang und die Verarbeitung von Lieferabrufen, den Versand von Lieferavisen sowie eine Terminübersicht. Zudem können Frachtbriefe und Warenanhänger nach VDA-Norm erstellt werden. Optional bietet AZTEKA noch Funktionen für eine revisionssichere Belegarchivierung, Volltextrecherche, den Datenzugriff via Internet, den Versand von Rechnungen sowie die Verwaltung von Behältern und Packmitteln. Um einen durchgängig elektronischen Datenaustausch mit der SAP-Mittelstandssoftware zu gewährleisten, integrierte AZTEKA die EDI-Lösung, welche der SAP-Partner Seeburger als Spezialist für die automatisierte Datenkommunikation speziell für die Automobilindustrie anbietet.

Gute Zusammenarbeit mit Anpassungen

Der Seeburger Business Integration Adapter stellt dabei die Einbettung der Lösung in SAP Business One sicher und bedient Datei-, Datenbank- oder API-Schnittstellen. „Damit läuft nicht nur der elektronische Datenaustausch reibungslos zwischen SAP Business One und dem jeweiligen Kundensystem“, erklärt Talib, „sondern der Adapter unterstützt auch Automotive-Prozesse wie beispielsweise AMES-T (Advanced Mobility Engineering and Services for Transportation) von VW oder BeloM (belegoptimierter Materialfluss) von BMW.“ So kann die Logistik – etwa bei einer Auftragsannahme – schneller reagieren, Warenströme werden besser abgebildet und die Planung der Produktionsabläufe verbessert. Zudem kann die SAP-Mittelstandslösung mittels des SAP Business One Connectors von Seeburger Daten mit unterschiedlichsten Warenwirtschaftssystemen austauschen.
„Allerdings konnten wir nicht alle von Seeburger entwickelten Werkzeuge durchgängig verwenden“, schränkt SAP-Business-One-Spezialist Talib ein. „Deshalb mussten wir verschiedene Anpassungen vornehmen. Mit Hilfe des Software Development Kit (SDK) haben wir eine Struktur für die Datenübergabe erzeugt, die SAP Business One richtig erkennt und verarbeitet. Da das SDK die Programmlogik berücksichtigt, sind wir in der Lage, XML-Dateien in SAP Business One ein- und auszulesen.“ Darüber hinaus erstellte AZTEKA neue Programme zum Verwalten der EDI-Schnittstelle und der Automotive-Abläufe. Mit entscheidend für den reibungslosen Ablauf bei der Entwicklung der Zusatzlösung sei die gute Zusammenarbeit der SAP-Partner Seeburger und AZTEKA gewesen.

Kosten senken, Geschäftsabläufe verbessern

AZTEKA ist nicht nur Anbieter der Zusatzlösung, sondern übernimmt auch die Gesamtbetreuung und somit die Verantwortung vor dem Kunden. Zum Leistungsumfang gehören Beratungsgespräche, eine Aufnahme des Ist-Zustandes und die Sicherstellung der Datenintegration und des Datenflusses von der Datenfernübertragung (DFÜ) über den Adapter bis hin zum Einlesen in SAP Business One. Laut AZTEKA kann die Lösung in rund acht Tagen installiert werden, Schulung und Einweisung des Personals inklusive. Das Unternehmen bietet die Schnittstelle in einem Paketpreis für 24.985 Euro an. Dieser beinhaltet die Kosten für zwei SAP-Business-One-Lizenzen (User), zwei MS-SQL-Datenbank-Lizenzen, die Lizenz für das Automotive Package sowie acht Manntage für Implementierung, Installation und Schulung.
„Die Investition wird sich in einem Betrieb mit etwa zehn Beschäftigten je nach Auftragssituation in fünf bis zehn Monaten amortisiert haben“, schätzt Talib. Hinzu kämen die einfachere Bedienung und der daraus resultierende Zeitgewinn, der sich durch die weitgehend automatisierten Prozesse ergibt. „So optimieren kleine Automobilzulieferer ihre Geschäftsabläufe, senken die Betriebskosten und erhöhen gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit. Das sind statt zwei gleich drei Fliegen mit einer Klappe“, bemerkt Talib abschließend und schmunzelt.

Weitere Informationen:

www.azteka.de

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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