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Feature | 7. Februar 2007 von admin 0

Kurzporträt hülsta

Kurzporträt hülsta

120 gültige Patente belegen: Innovation wird bei hülsta großgeschrieben. Und das zahlt sich aus. Denn dank der Neuheiten in Sachen Technik, Funktion und Design ist der Möbelhersteller aus dem Münsterland mit seinen hochwertigen und zeitlosen Einrichtungsserien weltweit bekannt. Von der Entwicklung über Materialauswahl und Verarbeitung bis hin zur Montage stellen die hülsta-werke Hüls GmbH & Co. KG mit Sitz in Stadtlohn hohe Ansprüche an ihre Produkte.
“Unsere Qualitätsanforderungen verlangen eine effiziente, präzise gesteuerte Produktion. Wir müssen bei Bedarf über jeden einzelnen Prozessschritt eines Produkts genau informiert sein”, erläutert Manfred Brillert, IT-Manager des Unternehmens. Dies ist beispielsweise der Fall bei Anfragen von Kunden, bei Zulieferproblemen oder Qualitätskontrollen. Da hülsta ausschließlich nach Maß fertigt, gleicht kein Endprodukt dem anderen. Zu einer Lieferung können bis zu 60 Packstücke gehören, wenn zum Beispiel ein ganzes Zimmer eingerichtet werden soll. Korrekte, stets aktuelle Daten im dezentralen Lagerverwaltungssystem SAP Logistics Execution System (SAP LES) sind daher das A und O, damit der Kunde die Ware vollständig und termingerecht erhält. SAP LES ist an die Unternehmenssoftware SAP R/3 4.6C angebunden, die der Möbelhersteller in diesem Jahr auf mySAP ERP 2005 umstellen will.

Stationäres Scannen zu unflexibel

In der Produktion werden nicht alle Teile für eine Lieferung gleichzeitig fertiggestellt. Daher “warten” die einzelnen Packstücke im zentralen Lager, bis alles komplett ist und sie an das Möbelhaus oder den Endkunden ausgeliefert werden. Jedes Packstück im Lager ist individuell für einen Kunden bestimmt. Alle Teile sind mit einem Barcode gekennzeichnet, der die HU-Nummer (Handling Unit) enthält. Über diese Codes kann jedes Packstück eindeutig identifiziert und der Fertigungsfortschritt wie auch der Lagerplatz bestimmt werden.
Bislang verwendete hülsta zum Scannen der Barcodes stationäre PCs mit einer Anwendung, die noch auf dem alten Betriebssystem MS DOS basierte. In diesem Altsystem erfolgte die Kommissionierung. Erst bei der Übergabe der Ware an den Logistikdienstleister wurden die Packstücke als Dummy-Artikel über eine Schnittstelle in SAP LES übernommen. Änderungen beim Auftrag mussten daher immer in zwei Anwendungen vorgenommen werden. Dieses Vorgehen barg ein hohes Fehlerrisiko, Unstimmigkeiten machten sich allerdings erst bei der Übernahme in die SAP-Lösung bemerkbar. Außerdem standen die Daten des Kommissioniersystems zwar lokal in Echtzeit zur Verfügung, in der globalen SAP-Lösung konnten die Anwender aber erst nach Abschluss der kompletten Kundenkommission darauf zugreifen. Darüber hinaus ließ sich der Produktionsfortschritt nur in der Spezialanwendung verfolgen. Auch das Scannen selbst war äußerst umständlich: “Die Lösung war sehr unflexibel. Die Mitarbeiter konnten die Daten nur direkt am Scanner erfassen. Außerdem mussten sich mehrere Kollegen einen Arbeitsplatz teilen. Wenn ein Computer ausfiel, sank daher die Produktivität des ganzen Teams”, berichtet Lutz Michaelsen, SAP-Projektleiter bei hülsta.
Als der Anbieter des Altsystems die Wartung einstellte und es keine Ersatzteile mehr gab, suchte der Möbelhersteller eine neue Lösung. Die Entscheidung fiel auf die Handheld-Computer Psion Teklogix 7535, die alle Anforderungen von hülsta in Bezug auf Ergonomie, Robustheit und Funkanbindung erfüllen und für den Akkubetrieb geeignet sind.
Das Projekt MONTASA lief im März 2005 an. Als es im Mai 2006 erfolgreich abgeschlossen wurde, hatte hülsta die lokalen proprietären Kommissioniersysteme in den drei Werken und dem Schwesterunternehmen Loddenkemper abgelöst. Gleichzeitig führte das Unternehmen eine umfassende Verfügbarkeitsprüfung für die Fertigung und Montage ein und bildet die Statusverfolgung in SAP R/3 und SAP LES ab.

Daten in Echtzeit

Die Umstellung hat sich gelohnt: “Gegenüber den bisher verwendeten PCs sind die Handheld-Computer von Psion Teklogix ein echter Quantensprung in Sachen Flexibilität und Zuverlässigkeit”, betont Michaelsen. “Die Daten stehen nun in der SAP-Lösung in Echtzeit zur Verfügung. Zudem arbeiten die Handhelds sehr zuverlässig. Und sollte doch einmal eines den Dienst verweigern, wird es kurzfristig ausgetauscht. Auf diese Weise lassen sich Ausfallzeiten minimieren, und die Ausfälle betreffen nicht gleich eine ganze Gruppe von Mitarbeitern.” Insgesamt sind in den hülsta-Produktionsstandorten 56 Handhelds mit dem Betriebssystem Windows CE.Net von Psion Teklogix im Einsatz, dazu kommen noch gut 150 Geräte bei den Schwesterfirmen des Möbelherstellers, Parador, Rolf Benz, Loddenkemper, SLC und ArteM.
Angefangen vom Wareneingang ins Rohmateriallager über die Produktion bis hin zur Übergabe an den Logistikdienstleister erfassen die Mitarbeiter via Handheld-Scanner den jeweiligen Barcode und damit den Fertigungsfortschritt bei jedem einzelnen Produkt. Über die integrierte standardisierte WLAN-Schnittstelle (Wireless Local Area Network) gelangen die Daten in Echtzeit in die SAP-Anwendung. So lässt sich der aktuelle Stand jederzeit von allen Abteilungen kontrollieren. Die Online-Anbindung der Funkterminals in Produktion und Lager an die SAP-Lösung erfolgt über SAPConsole. Der verwendete CETerm Smart Client für Handheld-Computer, der die Daten an SAPConsole übergibt, ist eine gemeinsame Entwicklung von Psion Teklogix und der amerikanischen Naurtech Corp. Seine Anwendungsschnittstelle erlaubt eine Datenerfassung über Terminalemulation oder Browser-Technologie. Dies gewährleistet sowohl die bewährte textbasierte Anbindung über SAPConsole und Telnet als auch die Anbindung über die neue WebSAPConsole, die Touchscreens und Farben unterstützt. Diese Zukunftssicherheit war ein wichtiges Entscheidungskriterium für hülsta.
“Vor dem Eintreffen eines Produkts im Fertigungslager scannt ein Mitarbeiter die Palette. Anschließend zeigt ihm die SAP-Anwendung auf dem Display seines Handhelds den entsprechenden Lagerplatz für die produzierten Möbelteile an”, erläutert Michaelsen den Arbeitsablauf. Sind alle bestellten Teile im Lager, werden die Packstücke zu einer Lieferung zusammengestellt und kommissioniert. Wenn die Sendung das Lager verlässt, scannt ein Arbeiter das Label. So sind alle Prozessschritte, vom Wareneingang der eigengefertigten Teile und der Zulieferungen bis zum Warenausgang der fertigen Möbel, in der SAP-Anwendung erfasst. Dies schafft durchgängige Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Kompatibilität zu Industriestandards

Die neuen Handheld-Computer haben sich bei hülsta bewährt. “Die Displays lassen sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen leicht ablesen, und die Signaltöne sind selbst in lauten Produktionsumgebungen gut zu vernehmen. Zudem halten die Akkus problemlos eine Schicht ohne Zwischenladen aus”, zählt Michaelsen die Vorteile auf. “Eine ergonomische Oberfläche, hohe Modularität, gute Konfigurationsfähigkeiten und die volle Kompatibilität zu Industriestandards wie WLAN IEEE 802.11b sprechen ebenfalls für die Psion-Teklogix-Systeme”, ergänzt IT-Manager Manfred Brillert.
Die Handhelds arbeiten im WLAN von hülsta auf Basis von Cisco-Komponenten. Das Funknetz wird gleichzeitig zur Anbindung von mobilen Druckern und Laptops genutzt, ohne dass sich die Geräte gegenseitig behindern oder an Leistung verlieren. “Weil die mobilen Handheld-Computer zuverlässiger sind als die älteren Stand-alone-PCs und die Schnittstelle zu SAP jetzt optimal funktioniert, konnten wir die Prozesse verbessern und die Ausfälle verringern”, erklärt Michaelsen. So erfolgt die komplette Abwicklung von Bestellungen, vom Eingang der Kundenaufträge bis zur Auslieferung und Fakturierung, durchgängig in SAP R/3. Dadurch sind die Daten jederzeit konsistent und stehen überall im Unternehmen in Echtzeit zur Verfügung. Schnittstellenprobleme gehören der Vergangenheit an. Auch das Management hat dank der neuen Lösung jederzeit aktuelle Informationen für eine umfassende Produktionssteuerung und -überwachung an der Hand.

Ingo Paszkowsy

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