Big Data nur für Big Player?

Feature | 30. Januar 2013 von Sebastian Nikoloff 0

Foto: iStockphoto

Foto: iStockphoto

Big Data ist nur was für große Unternehmen? Weit gefehlt. Gerade auch die Kleinen können profitieren. Was Petabyte für die großen, sind Terabyte für die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs).

Der Problemdruck, mit dem IT-Abteilungen und die Business-Seite zu kämpfen haben, ähnelt sich frappierend. Die Kleinen wie die Großen haben an den selben Stellen zu knabbern: Einer Studie von Aberdeen zufolge kommt etwas mehr als die Hälfte aller Unternehmen nicht schnell genug an wichtige Informationen. 45 Prozent beklagen, dass Daten wegen Schwierigkeiten mit dem Datenformat nicht verwendet werden.

Wachsende Datenmengen

Die schiere Menge an Daten verbessert die Lage nicht gerade: 35 Prozent beklagen ein zu schnelles Wachstum der Datenmengen. Die IT-Infrastruktur hängt hinterher. Daten werden wertlos, da sie nicht verarbeitet werden können.

Kein Wunder, schaut man sich die Zahlen an: Etwa 40 Prozent jährlich nehmen die Datenmengen bei den betrachteten Unternehmen zu – und das sind nicht nur die Big Player. Klar ist: 81 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar Jahresumsatz haben mehr als 5 Terabyte Daten – für die Analysten von Aberdeen die magische Grenze für Big Data. Aber auch mehr als die Hälfte – 56 Prozent – der KMUs haben mit so immensen Datenmengen zu kämpfen. Bei den kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Millionen Dollar Jahresumsatz sind es immerhin auch knapp ein Drittel (29 Prozent).

Probleme anpacken statt business as usual

Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn die großen Herausforderungen langer Analysezeiten, schnellen Datenwachstums und der Datensilos anzugehen, zahlt sich aus. „Am meisten lohnt sich ein Big-Data-Programm, weil man damit schnell Fragen zu internen Geschäftsabläufen, Geschäftspartnern, Produkten und Kunden beantworten kann“, so Nathaniel Rowe, Research Analyst bei der Aberdeen Group.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Informationen besser jetzt als später

In den vielen Petabyte an Daten schlummern also ungeahnte Schätze, die es sich zu heben lohnt – auch das zeigt der Aberdeen-Report: Unternehmen, die ein Big-Data-Programm umgesetzt haben, konnten im Folgejahr eine 12-prozentige Steigerung beim Betriebsergebnis verzeichnen. Auch ihr Kundenstamm wuchs im Folgejahr um durchschnittlich 14 Prozent.

Wirklich beeindruckend werden die Zahlen jedoch erst im Vergleich: Unternehmen mit Big-Data-Programmen schneiden nämlich um 26 Prozent besser ab als ihre Mitbewerber, die keine Antworten auf die Herausforderungen suchten. „Business as usual“ taugt als Motto also wenig. Wer den Kopf in den Sand steckt, verschenkt Potenzial zu wachsen. „Big Data liefert Antworten auf Fragen, von denen man niemals dachte, man müsste sie fragen oder könnte sie jemals beantworten“, so Rowe.

Informationen besser jetzt als später

Wie stark sich Investitionen auswirken können, wird beim Blick auf In-Memory-Lösungen deutlich: 51 Prozent der Unternehmen beklagten, dass ihnen Informationen zu spät zur Verfügung stehen. 47 Prozent der Unternehmen, ob groß oder klein, brauchen diese in der Regel innerhalb einer Stunde – danach werden sie quasi wertlos. Und 35 Prozent der Unternehmen sagen sogar, im Grunde brauchen sie Echtzeitinformationen.

In-Memory kann diese Wünsche erfüllen: Unternehmen, die In-Memory-Technologie einsetzen, beziehen in ihre Analysen im Schnitt dreieinhalbmal mehr Daten ein und haben ihre Ergebnisse 107 mal schneller: in 42 Sekunden statt in 75 Minuten. In-memory-Lösungen liefern also, was mehr als die Hälfte der Unternehmen dringend braucht: inhaltlich bessere und schnellere Ergebnisse.

Das gilt für die Kleinen wie die Großen – das sieht auch Analyst Rowe so: „Letzten Endes ist es angesichts wachsender Datenmengen weniger eine Frage des Ob als vielmehr eine Frage, wann kleine Unternehmen sich den Herausforderungen werden stellen müssen.“

Tags: , ,

Leave a Reply