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Bildungsinitiative für junge Führungskräfte „AFRIKA KOMMT!“

Feature | 2. März 2018 von Ramona Gattner

Mit „AFRIKA KOMMT!“ holt die SAP junge Führungskräfte aus Afrika ins Unternehmen, um sie weiterzubilden. Umgekehrt erhofft sich die SAP den Ausbau eines Talentpools auf dem Kontinent.

Bei ihrem ersten Besuch bei SAP war Yvonne Olouch überwältigt von der schieren Größe des Unternehmens. Yvonne kommt aus einem Dorf in der Nähe von Nairobi und hat dort das Start-up-Unternehmen „S.K.I.R.T.S.“ gegründet, das Frauen in technologischen Berufen unterstützt. Im April 2016 war sie als eine von 30 Afrikanerinnen und Afrikanern ausgewählt worden, im Rahmen des Programms „Afrika kommt!“ für ein Jahr nach Deutschland zu kommen, um einen dreimonatigen Sprachkurs zu besuchen und danach in einem großen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. „Man denkt immer ,Wow, SAP ist ganz schön groß‘, doch es mit eigenen Augen zu sehen, ist noch einmal etwas ganz anderes.“ Yvonne war die sechste Teilnehmerin des Programms bei SAP und arbeitete neun Monate lang im Team von SAP IoT Moving Asset. Nach ihrer ersten Zeit bei SAP waren es weniger die Größe des Unternehmens, als vielmehr andere Erfahrungen, die sie beeindruckt haben. „Ich durfte mit einem sehr dynamischen Team und tollen Führungskräften zusammenarbeiten. Das Team hat ein enormes Wissen, und ich habe in der Zeit dort viel gelernt – etwa bei meinen Aufgaben mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und dieses konsequent umzusetzen. Das hilft mir, meine eigenen Führungsqualitäten zu verbessern.“


„Über mein Start-up-Unternehmen S.K.I.R.T.S. biete ich verschiedene technische Schulungen speziell für Frauen an, um ihr Interesse für eine Arbeit in der Technologiebranche zu wecken und sie bei ihren ersten Schritten zu unterstützen. Wenn man als Unternehmerin erfolgreich sein möchte, braucht man gerade in Afrika gute Führungskompetenzen. Mit der Möglichkeit, im Rahmen von AFRIKA KOMMT! ein Praktikum bei SAP zu absolvieren, ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin in der Technologiebranche geblieben, in der ich mich zu Hause fühle. Und ich habe viele wichtige Kenntnisse erworben, die ich nun in meinem eigenen Unternehmen anwenden kann und die mir helfen, etwas von meinen tollen Erfahrungen weiterzugeben.“

— Yvonne Oluoch, Absolventin des Programms 2016


2008 riefen 19 führende deutsche Unternehmen, unter ihnen SAP, eine gemeinsame Initiative ins Leben, um jungen Führungskräften aus Ländern südlich der Sahara Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten. Der Name „Afrika kommt!“ steht dabei für die Überzeugung, dass Afrika ein enormes Potenzial zu bieten hat und in eine glänzende Zukunft blickt. Ziel des Programms ist eine nachhaltige wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika: Die Absolventen des Programms geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen in ihren Heimatländern weiter und werden so zu Multiplikatoren. Im Mittelpunkt steht ein einjähriges Management-Training in Deutschland. Die Teilnehmer absolvieren zunächst einen Deutschkurs und verbringen dann mindestens acht Monate in einem Unternehmen, wo sie unmittelbar in die Arbeitsprozesse eingebunden sind. Ergänzt wird diese Praxisphase durch drei internationale Management-Schulungen, eine Studienfahrt und Wochenendseminare, die von den teilnehmenden Stiftungen und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH veranstaltet werden.

Förderung von Bildung und wirtschaftlichem Wachstum

Die SAP hat sich als eines von weltweit 162 Unternehmen zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen verpflichtet und möchte mit der Initiative „AFRIKA KOMMT!“ einen aktiven Beitrag zur Verwirklichung von Ziel 4 leisten: Hochwertige Bildung. SAP unterstützt deshalb die berufliche Weiterentwicklung von afrikanischen Nachwuchsführungskräften. Die jungen Absolventen setzen ihre Erfahrungen innerhalb und außerhalb der SAP auf ganz unterschiedliche Weise um und tragen damit häufig selbst dazu bei, die Bildung und wirtschaftliche Entwicklung in Afrika zu fördern.


„SAP entsprach genau meinen beruflichen Wünschen, und während meines Praktikums habe ich meine Liebe zur Technologie entdeckt. Mir gefielen außerdem die Perspektiven, die SAP in Afrika sah: dass große Herausforderungen mit etlichen großen Chancen verbunden sind, die sich durch den Einsatz von Technologie nutzen lassen. Eine der größten Chancen Afrikas sind die jungen Menschen. Deshalb hat es mich sehr inspiriert, dass SAP in die Bildung junger Afrikaner investiert. Ich leite derzeit die Programme SAP Next-Gen und SAP University Alliances in Afrika. Wir bringen Hochschulen, Studierende, Start-up-Unternehmen und Inkubatoren mit dem Kunden- und Partnernetz von SAP zusammen, um afrikanische Nachwuchskräfte zu fördern und gezielt Innovationen voranzubringen.“

— Kwena Mabotja, Absolventin des Programms 2014


Auch die Unternehmen profitieren von dem Programm, da die Teilnehmer von AFRIKA KOMMT! interkulturellen Austausch und neue Sichtweisen in die jeweiligen Teams mit einbringen. Michaela Degbeon, Vice President für Product Management im Bereich IoT Moving Assets, hat Yvonne während ihrer Zeit bei SAP betreut: „Für uns war es ein absoluter Gewinn, eine junge, ehrgeizige und intelligente Kollegin wie Yvonne in unserem Team zu haben. Sie hat eine völlig neue Perspektive mitgebracht“, erzählt sie. „Wir haben von ihr viel über Afrika gelernt, sodass wir den Kontinent nun aus geschäftlicher Perspektive besser verstehen. In meinen Augen ist AFRIKA KOMMT! nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für SAP eine tolle Chance. Die SAP sollte darüber nachdenken, zukünftig noch mehr Teilnehmer von AFRIKA KOMMT! ins Unternehmen zu holen. Auf diese Weise könnten wir einen Talentpool in Afrika aufbauen, der uns einen erheblichen strategischen Vorteil verschafft.“

Ilka Wiskemann, SAP Global HR Business Partner, ist bei SAP für das Programm verantwortlich. „Die Initiative ,AFRIKA KOMMT!‘ ist eine tolle Chance, eine Brücke zwischen Afrika und Deutschland zu schlagen“, erklärt sie. „Um in einem Land Geschäfte zu tätigen, muss SAP die kulturellen Gepflogenheiten vor Ort kennen. Wir brauchen Menschen, die sich damit auskennen, wie Geschäfte in diesem Land abgewickelt werden. Genau das können wir erreichen, indem wir vielversprechende Nachwuchsführungskräfte aus Ländern anwerben, in denen die SAP neue Märkte erschließen möchte. Die Teilnehmer lernen im Gegenzug, wie ein erfolgreiches Unternehmen geführt wird, wie Führungskräfte Organisationen strukturieren und Teams und Prozesse effizient verwalten. Afrika spielt bei der Digitalisierungsstrategie von SAP eine entscheidende Rolle.“


„Ich habe an der State University of Zanzibar unterrichtet und als Softwareentwickler in einer kleinen IT-Beratungsfirma gearbeitet. Die Teilnahme an dem Programm ,AFRIKA KOMMT!‘ war die beste Entscheidung, die ich in meinem bisherigen Berufsleben getroffen habe. Im Rahmen des Programms kann man nicht nur bei einem Spitzenunternehmen Erfahrungen im technischen Bereich sammeln, sondern auch die Unternehmenswelt und Kultur eines anderen Landes kennenlernen. Was ich bei SAP gelernt habe, hat mir während meines Master-Studiums sehr geholfen, und ich kann die Erfahrungen aus dieser Zeit auch heute noch bei der Arbeit nutzen.“

— Salim Salim, Absolvent des Programms 2014


AFRIKA KOMMT! verhilft auch der SAP zu Wachstum

Ann Rosenberg, Senior Vice President und weltweite Leiterin der Programme SAP Next-Gen, SAP University Alliances und SAP Young Thinkers, sieht großes Potenzial in der Initiative: „Mein Team agiert ganz im Sinne der Selbstverpflichtung von SAP, einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zu leisten, unter anderem auch des vierten Ziels ,Hochwertige Bildung‘. Hierzu ergreifen wir nicht nur auf globaler Ebene Maßnahmen, sondern richten unser Augenmerk auch speziell auf Afrika. Wir haben dort die riesige Chance, der jungen Generation SAP-Kenntnisse und anderes Wissen zu vermitteln und die Entwickler, Datenexperten, Unternehmer und Führungskräfte von morgen für Afrika heranzubilden. Wir unterstützen AFRIKA KOMMT! nachdrücklich und freuen uns, auch in Zukunft durch unsere Förderung von Bildungsinitiativen einen Talentpool mit den SAP-Experten der nächsten Generation für Afrika aufzubauen.“

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