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Botschafter der Vielfalt

Feature | 22. Mai 2015 von Sarah Harvey 0

SAP beschäftigt inzwischen 40 Mitarbeiter aus dem Autismus-Spektrum und schafft damit eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Dieses Engagement für Vielfalt ist ganz im Sinne der Vereinten Nationen.

Im Frühjahr 2015 feierten die Vereinten Nationen den Welt-Autismus-Tag. Sie riefen Arbeitgeber dazu auf, Menschen aus dem Autismus-Spektrum einzustellen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte mehr Engagement und unterstützte damit die wachsende Ansicht, dass es der globalen Wirtschaft immens helfen würde, in dieses ungenutzte Potenzial zu investieren.

Die Vereinten Nationen hatten zu der Veranstaltung auch einige multinationale Konzerne eingeladen, die den Erfolg von Programmen wie „Autism at Work“ bestätigten. Auch Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Arbeitnehmer betonten die Wichtigkeit von Inklusion am Arbeitsplatz.

„Das ist keine wohltätige Geste“, bekräftigt Gouverneur Jack Markell aus Delaware. „Es hilft uns allen, beide Seiten profitieren davon.“ Jeder, der die Möglichkeit habe zu arbeiten, verdiene es zu erleben, wie viel Selbsterfüllung Arbeit geben kann, so Markell. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten eine passende Beschäftigung fänden, dann profitierten davon Unternehmen, Regierungen und die Mitarbeiter selbst. Menschen mit Autismus einzustellen, sei einfach eine gute Entscheidung.

Das schließt jene Menschen aus dem Autismus-Spektrum ein, die ihre besonderen Eigenschaften auf den Gebieten des Softwaretestens und des Programmierens zur Entfaltung bringen können. Thorkil Sonne, der Gründer von Specialisterne – die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen aus dem Autismus-Spektrum in die Arbeitswelt zu integrieren – hob den Wert von ehrlichen und direkten Mitarbeitern hervor, die Aufgaben sehr fokussiert und kritisch angehen und als Perfektionisten am Arbeitsplatz gelten.

Seit die SAP ihr Autism-at-Work-Programm 2013 eingeführt hat, wurden 40 Personen aus dem Autismus-Spektrum eingestellt – von denen viele jahrelang nicht erwerbstätig waren, da man ihre Fähigkeiten nicht erkannt hatte.

Innovation braucht Vielfalt und Querdenker

SAP profitiere in zweifacher Hinsicht davon, erklärt Tanja Rückert, SAP EVP und COO, Products and Innovation. Zum einen seien die Autism-at-Work-Teilnehmer überragend in der Entwicklung neuer Produkte. Zum anderen helfe ihr Streben nach Perfektion und ihr Blick fürs Detail der SAP dabei, ihre bereits existierenden Produkte zu überprüfen und zu verbessern. In der Innovationsökonomie gehe es vor allem um Wettbewerb, erklärte Rob Austin, Professor an der Kopenhagen Business School. „In diesem Bereich aktiv zu werden, ist unerlässlich für die Entwicklung der organisatorischen Kapazitäten, die Unternehmen benötigen, um in der Wirtschaft in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein“, weiß Austin. Unternehmen bräuchten Mitarbeiter, die anders denken, denn oft würde Innovation genau von diesen Menschen geliefert.

Ein langfristiges Ziel der SAP sei die Verbreitung dieses Programms in andere Länder und in Funktionsbereiche wie Finanzen, Verwaltung und Personal – mit der Hoffnung, dass letztendlich ein Prozent der gesamten Belegschaft von Kollegen aus dem autistischen Spektrum gebildet wird. SAP wolle so auch andere Unternehmen ermutigen, sich in diesem Bereich zu engagieren und der UN-Konvention gerecht zu werden, meinte Rückert.

Der beste Beweis für den Erfolg dieses Engagements kommt von den Mitarbeitern mit Autismus selbst, die an ihrem Arbeitsplatz aufblühen. Für Patrick Viesti zum Beispiel stellte die Jobsuche nach seinem College-Abschluss im Jahr 2009 eine Herausforderung dar. Trotz guter Qualifikationen wurde er von den HR-Mitarbeitern oft als monoton und steif eingestuft.

SAP-Mitarbeiter Patrick Viesti

SAP-Mitarbeiter Patrick Viesti, einer der Teilnehmer am SAP-Programm „Autism at Work“.

Bei der SAP hat er ganz andere Erfahrungen gemacht. Das Bewerbungsgespräch beinhaltete unter anderem die Aufgabe, eine spezifische Problemlösung zu entwickeln, um eine reale Arbeitssituation zu simulieren. „SAP hat sich die Zeit genommen, genauer zu verstehen, wer ich bin und was ich kann“, sagt Viesti. Ein Ansatz, der sich für beide Seiten gelohnt hat. Patrick wurde als einer der ersten Teilnehmer von „Autism at Work“ in den USA eingestellt. Jetzt ist er in seinem Job als IT Product Associate erfolgreich tätig – in der Tat ein Gewinn für beide Seiten.

Bildquelle: Shutterstock
Videomaterial: SAP

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