Cooles Tool, aber wie nutzen wir es?

Feature | 16. Mai 2007 von admin 0

Autor: Perry Manross

Rund 2.300 Fußballfans kommen im Schnitt zu einem Spiel der Atlanta Silverbacks, einem Verein der ersten amerikanischen Division. Zur diesjährigen SAPPHIRE, die vom 23. bis 25. April im Georgia World Congress Center, Atlanta, Georgia, stattfand, strömten insgesamt rund 15.000 SAP-Mitarbeiter, Partner und Kunden – ein neuer Rekord für die wichtigste Kundenveranstaltung der SAP.

“Unsere gesamte Suite basiert nun auf der Geschäftsprozess-Plattform”, ging CEO Henning bei seiner Keynote gleich in medias res. Die Enterprise SOA sei nicht nur technisch umgesetzt, sondern auch bei immer mehr Kunden in Betrieb. So sei die Zahl der Implementierungen von SAP ERP 6.0 von 225 Installationen im April 2006 auf 2.574 im März 2007 gestiegen. Die SAP-NetWeaver-Implementierungen haben sich im gleichen Zeitraum von 5.881 auf 13.608 mehr als verdoppelt.

Die Zukunft verspricht noch mehr. Laut Umfragen der amerikanischen SAP-Anwendergruppe ASUG planen 75 Prozent der Kunden bis Mitte 2008 auf SAP ERP 6.0 aufzurüsten, 53 Prozent wollen bis 2010 SAP NetWeaver als strategische Plattform implementieren. “SAP NetWeaver ist die einzige Plattform, die Microsoft.NET und Java zusammenbringt und die Standards einhält”, erklärt Kagermann die Nachfrage.

Mit viel Tempo auf Abenteuerreise

Zwei Trends treiben laut Kagermann die Implementierung einer Enterprise SOA voran: Ein beschleunigter Wandel und das erhöhte Bedürfnis der Unternehmen, innovativ zu sein. Alle 20 Sekunden, so der CEO, findet irgendwo auf der Welt eine Fusion oder eine Übernahme statt, alle 3,5 Sekunden wird ein neues Produkt eingeführt. “Egal aus welcher Branche Sie kommen, es geht um Schnelligkeit”, so daher sein Fazit.
Auch Léo Apotheker hob hervor, wie rasch die Kunden auf Enterprise SOA und SAP NetWeaver umsteigen. “Vor fünf Jahren begab sich SAP auf eine Abenteuerreise”, bezog sich der stellvertretende SAP-Vorstandssprecher auf die ersten Ankündigungen, eine service-orientierte Architektur und die entsprechende Geschäftsprozess-Plattform (BPP) zu entwickeln. Jetzt ist die BPP da. Apotheker sieht nun die Hauptaufgabe darin, den Kunden zu zeigen, wie sie den meisten Wert aus der BPP ziehen können.

“Die BPP vereint als robuste Plattform, Kerntechnologie, Middleware und Kernanwendungen in einer einzigen Umgebung”, so Apotheker. Indem SAP die BPP zusammen mit Best Practices der einzelnen Branchen ausliefere, werde die SAP Business Suite auf die nächste Stufe gehoben, eine Stufe, die er als “Best of Suite” bezeichnet.

Realität Enterprise SOA

Apotheker stellte die Frage, die vermutlich viele der Zuhörer umtreibt: “Cooles Tool, aber wie nutze ich es?” Die Antwort: SAP bietet weiterhin Lösungen, die Kunden schnell einsetzen können – allerdings mit einem neuen “Dreh”. Die BPP erlaubt es den Kunden, ihre Geschäftsprozesse zu „justieren“ und ganz ihren individuellen Anforderungen anzupassen. “Jedes Unternehmen hat ganz besondere Fähigkeiten, die es von anderen unterscheidet.” Mit der BPP lassen sich nun auf Basis der SAP-Lösungen innovative Geschäftsprozesse schaffen, die das Unternehmen von seinen Wettbewerbern unterscheidet.

Enterprise SOA ist Realität. Überall auf der SAPPHIRE konnten Kunden und Partner daher Einblicke nehmen, wie Unternehmen diese Technologie bereits verwenden. So zeigte etwa Kimberley-Clark, ein Global-Player für Gesundheits- und Hygieneprodukte, wie es Enterprise SOA in seine IT-Strategie einpasst. HP und das Pharma-Unternehmen GlaxoSmithKline demonstrierten, wie ein Unternehmensportal bei den ersten Schritten in Richtung Enterprise SOA helfen kann. Abdul Razack, SAP Labs U.S., wiederum gab seinen Zuhörern das Rüstzeug dazu mit, Enterprise Services mit SAP NetWeaver Composite Environment, SAP Composite Application Framework und SAP NetWeaver Visual Composer selbst zu entwickeln.

Im Dienste des “Information-Workers”: Duet

Neben den Arbeiten rund um die Enterprise SOA wird SAP künftig verstärkt dem so genannten Information-Worker Anwendungen zur Verfügung stellen, mit denen sich reine Daten in echte Informationen umwandeln lassen. Vorzeigebeispiel für diesen Trend ist Duet, von SAP und Microsoft gemeinsam entwickelt um die allseits bekannten Microsoft Office-Anwendungen mit SAP-Anwendungen zu verknüpfen.

In seinem Vortrag beschrieb Udo Waibel von den SAP Labs U.S. den Information Worker als jemanden, der versucht, “zu überleben” und sich deshalb nicht darum kümmern kann, sich weiterzuentwickeln. “Daten gibt es im Überfluss, Informationen sind rar”, so Waibel. Hier hilft Duet – auch mit neuer Funktionalität für Budgetierung, Einkauf und das Kundenbeziehungs-Management.

Duet 1.5 kommt noch in diesem Jahr auf den Markt, präzisierte Jeff Raikes, Präsident der Microsoft Business Division, beispielsweise mit einem neuen Reise-Management. Mit Duet 2.0 böten SAP und Microsoft dann Elemente für das Lieferketten-Management sowie Funktionalität für das Projektmanagement. Duet 3.0 werde dann kurz nach Veröffentlichung der nächsten Generation der SAP Business Suite und von Microsoft Office auf den Markt kommen.

Ko-Innovation der Anwender-Gruppen

Wie schon im vergangenen Jahr fand die SAPPHIRE 07 zusammen mit der Jahreskonferenz der ASUG statt. Diesmal jedoch vereinte die ASUG-Konferenz zudem eine bunte Mischung weiterer SAP-Anwender-Gruppen: Beispielsweise aus Japan (JSUG), Deutschland (DSAG), Australien (SAUG), Brasilien (ASUG Brazil), oder den Niederlanden (VNSG).
SAP wertet diese rege Beteiligung als Beleg für ihre Ko-Innovationsstrategie, die auf einem lebendigen Ökosystem über alle Branchen hinweg beruht und von der alle Seiten profitieren sollen.

SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann ermutigte bei der Eröffnung der ASUG-Konferenz alle Anwendergruppen – weltweit mittlerweile 33 – das Prinzip der Ko-Innovation aufzugreifen. Sie sollen Best Practices austauschen und als “Stimme der Kunden” SAP mit Feedback zu den Herausforderungen versorgen, denen sie sich gegenübersehen.

Kennenlernen und Informationsaustausch

Jeder zweite SAPPHIRE-Besucher ist bereits SAP-Kunde oder könnte es werden. Hinter dieser Gemeinsamkeit steckt jedoch eine Vielzahl verschiedener Beweggründe. Lance Hoybye vom SAP-Kunden EFD beispielsweise “will Optionen prüfen, wie wir noch mehr von unserer Investition in SAP ERP Human Capital Management und anderen Anwendungen profitieren können.” Nina Robertson von Tesla Motors wiederum berichtet, ihr Unternehmen sei gerade mit einer SAP-Lösung live gegangen – sie selbst solle nun auf der SAPPHIRE mehr über das SAP-Angebot in Erfahrung bringen und sich mit den SAP-Experten für die Automobilbranche austauschen. Rebecca Scheiner, Intel, steht vor der Neueinführung zahlreicher SAP-Anwendungen: “Wir wollen uns über die aktuelle SAP-Plattform auf dem Laufenden halten. Ich muss verstehen, was die Plattform kann, um zu entscheiden, wie weit wir mit der Neueinführung gehen.”

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