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Brisbane setzt als „Smart City“ auf Geodaten

30. Dezember 2015 von John Ward 0

Die Stadtverwaltung von Brisbane setzt als größte Kommunalverwaltung Australiens bereits seit geraumer Zeit auf intelligente Technologien. So war Brisbane 2012 die zweite Stadt der Welt, die einen Chief Digital Officer ernannt hat, um den digitalen Wandel der kommunalen Wirtschaft voranzutreiben.

Brisbane ist eine Stadt, die in Bewegung ist – nahezu in jeder Hinsicht. Die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland ist die am schnellsten wachsende Metropolregion in Australien mit derzeit zwei Millionen Einwohnern. Schätzungen zufolge wird sich diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich fast verdoppeln.

Brisbane verfügt über eine florierende Wirtschaft, ein warmes, subtropisches Klima und eine vielfältige, multikulturelle Bevölkerung (knapp 30 Prozent der Einwohner sind Einwanderer).

Brisbane ist außerdem eine sogenannte „Smart City“, und die Zahl dieser Städte nimmt weltweit immer weiter zu.

Die Stadt der Zukunft: „Smart City“

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Smart City“?  Nach einer Definition des Marktforschungsunternehmens IHS bezeichnet der Begriff eine Stadt, die in mindestens drei Funktionsbereichen integrierte Informations- und Kommunikationstechnologien einsetzt. Hierzu gehören in der Regel Dienstleistungsbereiche wie Transportwesen, Energie und Nachhaltigkeit, Infrastruktur und öffentliche Sicherheit.

Nach Angaben von IHS gab es 2013 weltweit insgesamt 21 Smart Cities, und Prognosen zufolge wird sich diese Zahl bis 2025 vervierfachen.

Die Stadtverwaltung von Brisbane setzt als größte Kommunalverwaltung Australiens bereits seit geraumer Zeit auf intelligente Technologien. So war Brisbane 2012 die zweite Stadt der Welt, die einen Chief Digital Officer ernannt hat, um den digitalen Wandel der kommunalen Wirtschaft voranzutreiben.

Besserer Service für die Bürger

„Im Zuge ihrer Smart-City-Strategie sucht die Stadt nach Möglichkeiten, wie der Service für die Bürger von Brisbane mithilfe von Technologien verbessert werden kann“, erläutert Greg Evans, der den Bereich Organisatorische Dienstleistungen der Stadtverwaltung leitet (siehe Video).

Hierzu gehört beispielsweise die Einführung digitaler Services wie kostenloses WLAN in öffentlichen Bibliotheken, Parks und Einkaufszentren – Dienstleistungen, die ganz auf die vorwiegend junge und hochgebildete Bevölkerung der Stadt ausgerichtet sind. Zudem sind die Busse und Fähren der Stadt mit GPS ausgestattet, sodass die Fahrgäste per Smartphone abrufen können, wann der nächste Bus oder die nächste Fähre kommt.

Einige der digitalen Initiativen von Brisbane sind jedoch für den Durchschnittsbürger weniger offensichtlich. Ein solches Beispiel ist die Nutzung von Geodaten.

Die Stadtverwaltung von Brisbane ist für ein Verwaltungsgebiet mit einer Größe von mehr als 1.300 km2 und damit für zahlreiche Straßen und öffentliche Plätze zuständig. Bei der Besichtigung potenzieller Baustellen nutzen die städtischen Mitarbeiter GPS-fähige Mobilgeräte. Mithilfe dieser Technologie können sie aktuelle Informationen  an ihre Behörde übermitteln, etwa den präzisen Ort und Aufnahmen von der Baustelle.

„Wir können die Echtzeitinformationen, die von unseren Mitarbeitern im Außendienst erfasst werden, direkt an einen Techniker weiterleiten, der eine Bewertung der Situation vornimmt“, erklärt Mica Julien, die den technischen Außendienst der Stadtverwaltung leitet. So können die jeweiligen Teams mit der erforderlichen Ausrüstung schnell an den richtigen Ort entsandt werden, um die nötigen Arbeiten ohne große Verzögerung in Angriff zu nehmen. „Auf diese Weise konnten wir Einsätze, die früher einen Tag dauerten, auf zwei oder drei Stunden reduzieren“, so Mica Julien.

Geodaten erleichtern die Einsatzkoordination bei Naturkatastrophen

Auch im Bereich öffentliche Sicherheit spielen Geodaten eine große Rolle. Im vergangenen Jahr wurde Brisbane von einem schweren Hagelsturm heimgesucht. Hagelkörner so groß wie Golfbälle ließen Scheiben zu Bruch gehen, während Sturmböen Bäume umrissen, Stromleitungen beschädigten und Hausdächer abdeckten.

Die Rettungsdienste von Brisbane waren in höchster Alarmbereitschaft. Auf interaktiven Karten waren die Einsatzorte anhand der Notrufe und Meldungen, die aus dem ganzen Stadtgebiet eingegangen waren, markiert. So konnten die städtischen Mitarbeiter die Situation während des gesamten Unwetters überwachen. Die Stadtverwaltung war durch die präzise Visualisierung in der Lage, die Hilfseinsätze besser zu koordinieren.

Das Beispiel dieses verheerenden Sturmes zeigt, wie integrierte Informationstechnologien in der Praxis zum Einsatz kommen können.

„Wir passen nun die Abläufe der Stadtverwaltung an und machen uns dabei die neusten Technologien zunutze“, erklärt Greg Evans. Eine „Smart City“ mit Vorbildcharakter.

Folgen Sie John Ward auf Twitter unter @JohnGWard3.

Weitere Informationen:
Kundenstudie: Transformation von Geschäftsprozessen über die Stadtverwaltung Brisbane
Kundenvideo mit der Stadtverwaltung Brisbane

 

Foto: Shutterstock

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