Business Suite: Perspektive bis 2020

Feature | 11. Oktober 2011 von Christiane Stagge 0

Wie geht es weiter mit der SAP Business Suite? Diese Frage beschäftigt viele Unternehmen. In den vergangenen beiden Jahren gab es seitens SAP immer wieder neue Produktankündigungen im Bereich On-Demand-Lösungen, mobiler Software oder In-Memory-Technologie. Um das Thema Weiterentwicklung und Updates für die Business Suite schien es stiller geworden zu sein.

Auf dem Jahrestreffen der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe räumte Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe mit den Zweifeln auf. Neben Mobile, Cloud Computing und In-Memory-Technologie sei die Business Suite nach wie vor das Kerngeschäft für die SAP, schließlich ist das Softwarepaket bei einer Vielzahl an Unternehmen im Einsatz.

Innovationen am laufenden Band

Neben der Business Suite gehören außerdem der SAP NetWeaver 7.31, SAP BusinessObjects BI 4.0 sowie die Rapid Deployment-Lösungen zum Kerngeschäft. Aktuell gibt es das Release Business Suite Innovations 2010. Für den 8. November, pünktlich zur SAPPHIRE NOW 2011 in Europa, kündigt Snabe neue Enhancement Packages für die SAP Business Suite 7 an. Ab 2012 werden Innovationen quartalsweise geliefert, ohne dass die Installation eines Enhancement Packages oder neuen Releases erforderlich wird. Diese Erweiterungen betreffen jeweils einen spezifischen, abgegrenzten Bereich der Software und lassen sich daher leichter produktiv einführen. Die Fachbereiche können daher schneller und einfacher entscheiden, welche Funktionen genutzt werden sollen. Jim Snabe kündigt dieses Verfahren der Erweiterungen “am laufenden Band” bis mindestens 2020 an.

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Karl Liebstückel

Karl Liebstückel zeigt sich zufrieden in seiner Keynote

Die Stimmung der über 3.900 Teilnehmer auf dem DSAG-Kongress ist locker und gelöst. Kaum jemand mag sich noch gern daran erinnern, wie angespannt die Situation noch vor ein paar Jahren war. SAP scheint zu seinen Kunden wieder ein gutes Verhältnis zu haben. Beide Seiten haben ein offenes Ohr füreinander und gehen aufeinander zu. Mit CCC/CCoE gibt es eine zentrale Kontaktstelle zwischen SAP und Kunden.

Snabe ist Vorreiter, SAP-Crew muss nachziehen

Die Ursache für das gute Verhältnis mag aber auch in den einzelnen Personen liegen. So betonte Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG, das gute Arbeitsverhältnis und die das gemeinsame Verständnis zwischen ihm und DACH-Chef Michael Kleinemeier.

Und auch mit dem Vorstandssprecher selbst seien die Kunden höchst zufrieden. Snabe, der sein Versprechen von 2010 gehalten und die Keynote auf Deutsch vorgetragen hat, gehe auf die Kunden zu und sei auf dem richtigen Weg. Nun müsse er nur noch den Rest der SAP-Crew mitnehmen.

Ein ganz besonderes neues Mitglied: TSG 1899 Hoffenheim. (Foto: Christiane Stagge)

Ein ganz besonderes neues DSAG-Mitglied: TSG 1899 Hoffenheim. (Foto: Christiane Stagge)

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Wie in jedem Jahr: Die Ehrung der Funktionsträger (Foto: Christiane Stagge)

Wie in jedem Jahr: Die Ehrung der DSAG-Funktionsträger (Foto: Christiane Stagge)

Forderungen der DSAG: Einstiegspakete SAP HANA

Als eine Art Kundengewerkschaft setzt sich die DSAG für die Interessen der SAP-Nutzer ein.  So fordert die Anwendergruppe Pricing-Transparenz für EHPs, die von SAP für SAP ERP bereits hergestellt wurde.

Weitere Forderungen der DSAG:

  • Einheitliche Prozesse und Bedienoberflächen ohne Medienbrüche
  • Einstiegspakete für SAP HANA
  • Bedarfsgerechte, individuelle Servicemodelle
  • Reduzierung der Komplexität der Plattformen
  • Klare Abgrenzung zwischen SAP-Lösungen und Partnerlösungen
  • Einfache und stabile mobile Infrastruktur, sichere Übertragungswege
  • Absicherung bestehender Branchenlösungen
  • Stärkerer Einfluss der Arbeitskreise in SAP Ecosystem
  • Klare Informationen darüber, welche Lösungen von Partnern und der SAP selbst entwickelt werden
  • Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen (e-Bilanz)
  • Branchenlösungen müssen  in Produktstrategie (onPremise, onDemand, onDevice) wiederzufinden sein

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De rDSAG-Jahreskongress

Die Ruhe vor dem Sturm: Der DSAG-Jahreskongress verbucht in diesem Jahr 3900 Teilnehmer. (Foto: Christiane Stagge)

Was ist SAP HANA?

Neben der Roadmap für die Business Suite beschäftigte die Teilnehmer noch eine weitere Frage: SAP HANA. Die Software macht sich die In-Memory-Technologie zu Nutze und hält Daten im Arbeitsspeicher vor, worin sie in Sekundenschnelle abgerufen und  ausgewertet werden können. Doch was genau ist SAP HANA? Handelt es sich dabei um ein neues Tool oder um einen Paradigmenwechsel? Auch darauf hat Snabe in seiner Keynote geantwortet. Lesen Sie dazu diese Woche mehr auf SAP.info.

Zufrieden zieht Liebstückel die Erfolgsbilanz: Mittlerweile gebe es 180 Arbeitskreise und 40.000 registrierte Personen innerhalb der DSAG. Besonders hervorzuheben sei der Arbeitskreis für eine einheitliche SAP GUI. Außerdem hat die DSAG seit 2010 mit dem TSG 1899 Hoffenheim ein ganz besonderes Mitglied. Der Fußballverein nutzt ECC 6.0 und SAP Business ByDesign Sports & Events Solutions zum Leistungs-Monitoring und für die Überwachung der Trainingspläne.

Zu den weiteren Erfolgen zählen die Konsolidierung von SAP NetWeaver 7.02/7.30, die Integration von SAP NetWeaver Business Warehouse und SAP BusinessObjects sowie die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Lösungen für Banking, Automotive und Medien.

Die DSAG will ihren Erfolgskurs fortsetzen. Ob In-Memory-Solutions, Cloud Computing oder BI – die deutschsprachige Anwendergruppe hinterfrage Technologien so lange bis sie einsetzbar seien und vertraue nicht auf bloße Laborergebnisse, sondern setze auf Erfolgsbeispiele aus der Praxis.

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