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Tschüss, SAP Business Explorer: Was kommt nach dem „BExit“?

Feature | 14. Februar 2018 von Georg Aholt 0

Es heißt Abschied nehmen: Neue SAP-Analytics-Plattformlösungen ersetzen die Tools des SAP Business Explorer (SAP BEx). Grund zur Trauer besteht indes nicht, denn der „BExit“ eröffnet Unternehmen ungeahnte Möglichkeiten für jede Phase analytischer Prozesse.

Steuerung ohne Information ist Blindflug. Darum werten Unternehmen ihre Daten mittels Business Intelligence (BI) aus. Die wohl effektivsten BI-Lösungen der beiden letzten Dekaden enthielt der SAP Business Explorer. Firmen konnten damit ihre im SAP Business Warehouse (SAP BW) vorgehaltenen Daten zentral auswerten und ihre Prozesse anhand von Kennzahlen besser verstehen.

Doch die technologische Entwicklung schreitet rasant voran. Kunden erwarten heute noch etwas mehr von ihrer Analyselösung. Ganz oben auf der Liste:

  • Vereinfachung: Schneller und flexibler auf neue Business-Anforderungen reagieren
  • Offenheit: Daten aus jeder Quelle, in jedem Format einfach nutzen
  • User Experience: Lösungen mit zeitgemäßer Benutzerführung verwenden
  • Big Data: Riesige Datenmengen performant in Echtzeit auswerten – unabhängig vom Datentyp

SAP hat inzwischen ein ganzes Lösungsportfolio vorgelegt, das die Wünsche der Analytics-Anwender wahr werden lässt – vor allem auch in der Cloud. Die SAP Analytics Cloud erfüllt alle elementaren Analyseanforderungen (Reporting, Analyse, Planung und Simulation) an zentraler Stelle und kann auch “on premise” vorgehaltene Daten verarbeiten.

Als reines On-Premise-Betriebsmodell werden darüber hinaus etablierte analytische Softwarelösungen zur Verfügung gestellt. Die Schlüsselrolle spielt dabei SAP BW/4HANA.

Die Analytics-Strategie der SAP. Zum Vergrößern klicken.

Mit SAP BW/4HANA in die digitale Zukunft

Bei SAP BW/4HANA handelt es sich um eine vollkommen neue Data-Warehousing-Lösung, die ganz auf SAP HANA ausgerichtet ist. Damit lassen sich komplexe Analysen nicht nur deutlich schneller ausführen als mit anderen Systemen. Erstmals sind auch Auswertungen im Petabyte-Bereich möglich, wie sie beispielsweise für IoT-Szenarien benötigt werden.

Hinzu kommen ergänzende Lösungen, mit denen sich alle Facetten von Datenanalysen abdecken lassen:

  • SAP Lumira ermöglicht die Data Discovery aus unterschiedlichsten Quellen per Self-Service. Die Daten lassen sich einfach visualisieren und mit Kollegen teilen – ohne Unterstützung aus der IT.
  • SAP Planning and Consolidation kombiniert Planung, Budgetierung, Prognosen und Finanzkonsolidierungen in einer einzigen Anwendung.
  • SAP Predictive Analytics ermöglicht es, anhand historischer Datenmuster präzise Trendprognosen zu erstellen.
  • SAP Analytics Hub vereinfacht den Zugriff auf analytischen Content, der in heterogenen Umgebungen verteilt ist.
  • SAP Roambi visualisiert Daten auf beliebigen Mobilgeräten.

Verbesserte Funktionalität und Usability

Während SAP BEx im „klassischen“ Look and Feel daherkommt, überzeugt das neue Portfolio durch ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Eine einheitliche BI-Plattform vereint Reporting, Dashboards, Analysefunktionen und Apps. Von jeder Stelle aus sind Drill-Throughs und Drill-Downs zu anderen Anwendungen möglich – ideal, um sich schnell zu orientieren und Zusatzinformationen einzuholen.

Darüber hinaus lassen sich die Lösungen auch auf Mobilgeräten (iOS und Android) nutzen. Das war mit SAP BEx nicht möglich.

Auch mit Blick auf die Datenquellen gestalten sich die Prozesse deutlich flexibler: Neben Daten aus dem SAP Business Warehouse lassen sich auch Informationen aus Fremdsystemen nahtlos verarbeiten.

SAP Digital Boardroom: Das ultimative Cockpit für die Unternehmenssteuerung in der neuen SAP-Analytics-Landschaft.

Wer sollte umsteigen – und wie geht das?

Wer künftig auf SAP BW/4HANA setzen will, muss wechseln. Denn die neue Enterprise-Data-Warehouse-Suite unterstützt ausschließlich die neue Analytics-Generation.

Die Implementierung der neuen SAP-Analytics-Lösungen ist vergleichsweise einfach. Denn es ist nicht erforderlich, das Backend eigens anzupassen. Viele Daten und Elemente lassen sich unverändert weiternutzen.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Anwender von SAP S/4HANA bräuchten kein eigenes Data Warehouse, weil die Suite bereits ab Werk viele Analysemöglichkeiten mitbringt. Doch SAP gibt hierzu klare Vorgaben: Die Analysekapazität ist in SAP S/4HANA begrenzt, insbesondere wenn mit externen Daten gearbeitet wird. Damit wird der Einsatz eines Enterprise Data Warehouse unausweichlich. Auch über klassische Szenarien hinausgehende Analysen, etwa für Planungen und Konsolidierungen, benötigen eine eigene Datenhaltung. Darum sind ergänzende SAP-Analyselösungen für die meisten Unternehmen sinnvoll.

Aber auch wer noch keine Implementierung von SAP S/4HANA plant, sollte eher heute als morgen an ein Upgrade denken. Denn SAP BEx ist ein Auslaufmodell: SAP unterstützt die Suite nur noch wenige Jahre. Sie wird nicht weiterentwickelt, sondern in einen Maintenance-Modus versetzt und mittelfristig ganz abgeschaltet.

Die Frage ist also nicht, ob man umsteigen soll – sondern wann.

Grundsatzentscheidung über die Digitalstrategie

Die Entscheidung für oder gegen die neue Analytics-Generation ist strategischer Natur. Unternehmen sollten sie in den Gesamtzusammenhang einordnen und grundsätzliche Fragen stellen: Was wollen wir mit SAP erreichen? Werden wir auf SAP S/4HANA umsteigen? Wie wird unser IT-Prozessgefüge künftig aussehen?

Initial empfiehlt sich ein fachbereichsübergreifender Workshop, um Ist- und Soll-Situation zu identifizieren. Damit ist bereits der erste Schritt zu einem erfolgreichen BExit getan.

Der Autor dieses Artikels, Georg Aholt, ist Head of Center of Excellence, itelligence AG.

Weitere Informationen:

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