Business-Intelligence-Strategien

Feature | 24. Oktober 2008 von admin 0

Durch die Akquisitionen allein in den vergangenen drei Jahren befinden sich im Portfolio der beiden Anbieter inzwischen nicht weniger als 40 Werkzeuge von ursprünglich 14 Softwareherstellern, so die Analyse von coretelligence. Mit ihrer Roadmap habe die SAP zwar die Grundzüge ihrer Planung für die Weiterentwicklung und Integration kommuniziert und werde zukünftig über eine der umfassendsten BI-Lösungen am Markt verfügen. Dennoch sei vielen Anwendern der aktuelle Handlungsbedarf unklar.

„In jedem Fall wird der Strategiewechsel bei den Kunden zu zusätzlichen Kosten führen“, erwartet coretelligence-Geschäftsführer Andreas Wilmsmeier. Deshalb gelte es nun, die erforderlichen Investitionen auch gleichzeitig sinnvoll für eine strategische Weiterentwicklung einzusetzen. „Selbst wenn für Anwender keine unmittelbaren oder durchgreifenden Handlungserfordernisse auf der Ebene der BI-Tools bestehen, verbirgt sich in der gegenwärtigen Phase eine Herausforderung“, urteilt er.

Sie sollte seiner Ansicht nach als Chance genutzt werden, um die eigene BI-Strategie kritisch zu analysieren und unter Berücksichtigung der aktuellen Trends auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen. Dies erfordert nach Meinung von Wilmsmeier eine Situationsbetrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln:

1. Die BI-Agenda

Die Änderung der BI-Produktstrategie der SAP bietet einen Anlass, einerseits die eigene BI-Strategie und andererseits auch den aktuellen Stand der Projekte hinsichtlich der Zielsetzungen bzw. -erreichung zu überprüfen und neu auszurichten. Dazu gehören beispielsweise die

  • Bewertung des bisherigen Status mit Abgleich der Ziele und Ergebnisse,
  • eine Analyse eventueller Hemmfaktoren in der Umsetzung des BI-Strategie-Programms sowie
  • die Definition neuer Anforderungen und Ziele.

Ein Review der unternehmensindividuellen BI-Strategie muss unter Berücksichtigung der neuen Möglichkeiten erfolgen und insbesondere deren strategischen Wert berücksichtigen: Genau darin liegen die größten Potentiale für die Unternehmen und damit auch die Rechtfertigung, in neue Werkzeuge zu investieren.

2. Der Konsolidierungsbedarf der Infrastruktur

Viele Unternehmen haben eine gewachsene Infrastruktur mit vielen Systemen und unterschiedlichen Werkzeugen verschiedener Hersteller – oft aufgrund fehlender oder unzureichender Funktionalität in der erklärten strategischen Plattform. Die Konsequenz sind zu hohe Betriebskosten und unnötige Redundanzen. Sollen die prognostizierten Potentiale ihre Wirkung bestmöglich entfalten, so ist das nur auf Basis einer integrierten, prozessübergreifenden und flexiblen Daten- und Prozessplattform möglich. In vielen Unternehmen bedeutet dies, dass sie strategisch eine schrittweise Konsolidierung planen und einleiten müssen.

3. Der Modernisierungsbedarf der Architektur


Zukunftsweisende Architektur- konzepte wie serviceorientierte Architekturen (SOA) oder die kommende Geschäftsprozess- plattform der SAP sollten in einer zukunftsorientierten Enterprise Data Warehouse-Architektur berücksichtigt sein. Insbesondere muss sie eine klare Trennung zwischen Plattform (Datenbereitstellung) und Applikation (Nutzung von Daten und Informationen) nach dem Prinzip „Information kommt aus der Steckdose“ vorsehen.

4. Der Faktor Mensch

Werkzeuge müssen zukünftig einfacher bedienbar sein und die Benutzer der BI-Tools müssen eine Analyse von Daten selbständig in die Hand nehmen können. Dies verlangt eine größere Vernetzung von Inhalten und höhere Interaktivität. Dafür müssen entsprechende Plattformen nach dem Web 2.0-Paradigma – produzieren statt konsumieren von Information – geschaffen und die Mitarbeiter darauf vorbereitet und ausgebildet werden.

5. Die Organisationsverhältnisse

Die Kombination der Stärken von SAP und Business Objects bietet die Chance, eine klare architektonische Trennung zwischen Plattform und analytischer Applikation einzuführen. Diese Umsetzung stellt neue Anforderungen an die BI-Organisation, die BI-Aktivitäten übergreifend über verschiedene Fachbereiche und die IT koordinieren muss. Eine klare Definition und Verteilung von Rollen ist die zentrale Voraussetzung dafür.

6. Die BI-Prozesse

Business Intelligence der nächsten Generation wächst über die traditionellen Grenzen von Analyse und Reporting hinaus. Sie umfasst auch die direkte Versorgung der in einem Geschäftsprozess zuständigen Entscheidungsträger mit relevanten Informationen. Um eine Einbettung in Geschäftsprozesse und damit eine Optimierung der Wertschöpfung zu erreichen, muss sich BI zukünftig als Service verstehen und als solcher technisch umgesetzt werden.

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