Bestandsaufnahme 365 Tage Business Suite

Feature | 29. März 2010 von Christiane Stagge 0

Flaggschiff für Großunternehmen: SAP Business Suite 7 (Collage: grasundsterne)

Software-Flaggschiff für Großunternehmen: SAP Business Suite 7 (Collage: grasundsterne)

Anfang Februar 2009 stellte SAP in New York die SAP Business Suite 7 vor. Das Neue daran war: Während sich früher die Unternehmen ihre Software aus einzelnen Modulen wie beispielsweise für Ressourcenplanung (SAP ERP), Produktion (SAP PLM) oder Kundenbeziehungsmanagement (SAP CRM) zusammenstellen mussten, ist die Business Suite  ein Gesamtpaket für alle Geschäftsanwendungen. Sie besteht derzeit aus den Modulen:

Den stabilen Kern der Business Suite bildet SAP ERP 6.0, der sich um SAP CRM, SAP SRM, SAP PLM und SAP SCM ausweiten lässt. Egal ob Finanzwesen, Fertigung, Marketing, Vertrieb, Personalwesen, Logistik – alle wesentlichen Geschäftsprozesse, die in einem Unternehmen täglich ablaufen, können mit der Business Suite gesteuert werden. Die Business Suite besteht aus einer Reihe von vorkonfigurierten Prozessen, die auf Erfahrungsabläufe aus über 35 Jahren – den Best Practices – basieren. Das bedeutet, dass die Software Prozesse abbildet, die im Unternehmensalltag immer wieder vorkommen.

Durch die Integration des SAP BusinessObjects Portfolios stehen dem Anwender auch eine Reihe von Analysefunktionen zur Verfügung. Mit Crystal Reports und Xcelsius Software können Daten dynamisch dargestellt, in Grafiken verarbeitet und interaktive Dashboards erstellt werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Updates ohne Upgrades

CRM-Modul

Screenshot: SAP CRM

Mit SAP Business Suite Strategiepläne entwickeln

Mit SAP Business Suite Strategiepläne entwickeln

Updates ohne Upgrades

Wenn eine neue Softwareversion auf dem Markt erscheint, bedeutet das für IT-Abteilungen viel Arbeit: Die Implementierung von Upgrades ist zeit- und kostenaufwändig. Arbeitsabläufe im Unternehmen müssen unterbrochen werden, weil während der Upgradephase mit der Software nicht gearbeitet werden kann.

Mit seinen Erweiterungspaketen, den Enhancement Packages (EHPs), wollte SAP diesem Problem ein Ende bereiten.
Die EHPs gibt es für ERP 6.0 (EHP 4), CRM 7.0, SRM 7.0, SCM 7.0 und PLM 7.0. Sie werden im Rahmen des Support Packages alle sechs Monate angeboten. Dem Anwender steht es frei, ob er die EHPs nutzt oder nicht. So gehören aufwändige Releasewechsel und schlaflose Nächte wegen Updates der Vergangenheit an.

Koppelung mit branchenspezifischen Anwendungen

Die Business Suite bietet mit ihren Modulen eine breite Vielfalt von Anwendungen. Sie richtet sich primär an Großkonzerne, die komplexe Prozesse abbilden wollen und über mehrere Filialen mit vielen Mitarbeitern verfügen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Für diese Branchen eignet sich die Business Suite

Talentmanagement im HR-Modul

Softskills und Co.: Talentmanagement im HR-Modul

Casemanagement im CRM-Modul

Alles im Blick: SAP Investigative Case Management basiert auf SAP CRM

Die Business Suite bildet beispielsweise typische Arbeitsabläufe für folgende Branchen ab:

  • Finanzdienstleistungen und öffentliche Verwaltung (Gesundheitswesen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Versicherungen)
  • Fertigungsindustrie (Luft- und Raumfahrtindustrie, Automobilindustrie, Chemieindustrie, Konsumgüterindustrie, Bauwirtschaft, Anlagen- und Schiffbau, Hightech- und Elektroindustrie, Maschinen-, Geräte und Anlagenbau, Metall-, Holz- und Papierindustrie, Bergbau, Öl- und Gasindustrie)
  • Dienstleistungssektor (Medienbranche, Telekommunikation)

Die Business Suite bietet zum einen durchgängige Prozesse für alle Branchen, aber auch branchenspezifische Anwendungen. Diese Anwendungen basieren auf Geschäftsabläufe, die in bestimmten Branchen regelmäßig vorkommen. Zusammen mit Partnern und Kunden hat SAP „Value Scenarios“ in die Business Suite  integriert und spezielle Anwendungen vorkonfiguriert.

Für die Automobilindustrie sind das beispielsweise Prozesse für synchronisierte Produktentwicklung oder erweiterte CAD-Integration. Banken können mit der Business Suite  Einlagen, Darlehen, Sicherheiten und Zahlungsvorgänge verwalten und Vertragsanlagen abbilden. In der Chemieindustrie hilft die Business Suite dabei, die globale REACH-Verordnung (=Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) einzuhalten. Für die Konsumgüterindustrie bietet die Suite spezielle Funktionen für Logistik- und Auftragsabwicklung. Der Hightech- und Elektronindustrie stehen erweiterte Funktionalitäten zur Orchestrierung ausgelagerter Fertigung zur Verfügung, wie beispielsweise Chargenrückverfolgung, Massenverarbeitung von Bestellungen, Verfolgung der Ware während der laufenden Produktion. Auch die Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (EEAG) wird unterstützt. Mitarbeiter von Versicherungen können mit der Business Suite Limits- und Selbstbehalte automatisch prüfen lassen, auf regelgesteuerte Geschäftsverfahren für das automatisierte Forderungsmanagement zugreifen und vordefinierte Enterprise Services für Fakturierung und zur Klärung strittiger Zahlungsfälle nutzen. Im Großhandel kann man mit der Suite Rückvergütungen abrechnen, Verträge und Rabattaktionen anlegen.
Im Einzelhandel erhält der Mitarbeiter sobald er sich in das System einloggt sämtliche Informationen auf seinem Dashboard: Über seine Umsätze, den Kundenstamm und den Vorgängen in seinen Filialen. RSS-Feeds informieren ihn über Neuigkeiten seiner Wettbewerber. Die eigenen Filialen sowie auch die Filialen seiner Konkurrenten kann sich der Mitarbeiter in einer City Map anzeigen lassen. Darüber hinaus kann er sich mit Hilfe der Business Suite Informationen über die demografische Beschaffenheit seines Standorts einholen.

Der Kunde kann die Anwendungen schrittweise implementieren und zahlt nur für die Features (beispielsweise aus dem CRM-Modul), die er wirklich benötigt.

Da die Business Suite  auf der SAP NetWeaver Plattform basiert, können auch branchenspezifische Applikationen integriert werden, die nicht von SAP stammen, beispielsweise Webservices. Dank SAP NetWeaver greifen alle Benutzer auf eine einheitliche Bedienoberfläche zu.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ausblick

Salesforcasting: Prognosen treffen

Salesforecasting: Prognosen treffen

Product Lifecycle

Product Lifecycle: Produktionsprozesse steuern

Ausblick: Mobile, Webservices

Die Zukunft heißt On-Demand-Software und Mobile. Wie SAP auf der CeBIT und seiner World Tour 2010 verkündete, wird das Softwareunternehmen seine SaaS-Strategie fortsetzen, so dass es künftig noch mehr Angebote an Anwendungen geben wird, die man sich bei Bedarf zur Business Suite  hinzumieten kann.

Mit Sybase Mobile Workflow for Business Suite können Mitarbeiter bestimmte Anwendungen schon jetzt auf dem iPhone von unterwegs aus nutzen und Reisekostenabrechnungen durchführen beziehungsweise Kundenprojekte einsehen.

Eine für alles: SAP Business Suite

Die Business Suite basiert auf der SAP NetWeaver Technologie. Dadurch kann auch Software integriert werden, die nicht von SAP stammt.

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