Deutsche sind Online-Shopping-Muffel

Feature | 6. August 2012 von Sebastian Nikoloff 0

Je besser die Infrastruktur in einem Land ist, umso weniger besteht die Notwendigkeit, über das Internet einzukaufen. (Grafik: grasundsterne)

Digitale Kanäle sind längst Realität – viel mehr noch in Ländern wie China, Indien, Brasilien, Mexiko und der Türkei als in den USA, Finnland oder Deutschland. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Capgemini, die das Konsumverhalten von 16.000 Befragten aus 16 Ländern untersuchte.

Inder und Chinesen „onlineshoppen” am meisten

Digitale Kanäle sind im Kommen, und zwar vor allem in sich entwickelnden Märkten. Dort finden 80 Prozent der Befragten das Internet wichtig bzw. sehr wichtig. In reifen Märkten sind es immerhin 63 Prozent – dicht gefolgt von der E-Mail mit 72 bzw. 50 Prozent. Spätestens bei der Nutzung von sozialen Netzwerken und Smartphones tun sich deutliche Unterschiede zwischen den Märkten auf: Mit 65 Prozent nutzen mehr als doppelt so viele Kunden in Wachstumsmärkten soziale Netzwerke (gegenüber 30 Prozent in reifen Märkten). Auch bei Apps bestätigt sich der Befund: 58 Prozent der Shopper in Wachstumsmärkten setzen aufs Smartphone – nur 27 Prozent in reifen Märkten.

Es wird nicht nur öfter, sondern auch mehr online gekauft: Während in Indien 72 und in China 69 Prozent der Befragten angeben, im Internet mehr Produkte pro Einkauf zu erwerben als im Einzelhandel, sind dies in den USA lediglich 31 Prozent. Insgesamt landet Deutschland beim Online-Shopping auf Platz 14 von 16. Mit lediglich 28 Prozent technik-affiner Kunden wohnen nur in Schweden und Finnland mehr Online-Muffel. Ganz vorne mit dabei: China, Indien und Brasilien mit 77, 76 bzw. 59 Prozent digitalen Shoppern. Die USA liegen mit 35 Prozent im Mittelfeld.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gute Ladeninfrastruktur in Wachstumsmärkten hemmt Online-Shopper

Gründe vermutet die Studie in der geringer ausgebauten Ladeninfrastruktur in Wachstumsmärkten. Wer dort shoppen will, muss dies zwangsläufig eher online tun. Zudem neigen sich entwickelnde Märkte dazu, auf die neueste Technologie zu setzen – und die ist eben das Digitale.

Wichtig ist Kunden, dass das Shopping-Erlebnis – ob online oder im Laden – einheitlich ist. Dies stellt den Handel vor besondere Herausforderungen. Große Unterschiede in punkto Produkt, Demografie und Einkaufsphase machen speziell auf die Zielgruppe zugeschnittene Strategien notwendig.

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