Schutz vor Registrierungslücken

Feature | 20. Oktober 2011 von Christoph Zeidler 0

Auch wenn sicher noch nicht jeder von REACH gehört hat, so betrifft diese direkt oder indirekt große Teile der Wirtschaft. Denn diese EU-Verordnung soll Umwelt und Verbraucher schützen und regelt den Umgang mit allen chemischen Stoffen, die in der Europäischen Union in Umlauf sind. Und sie legt den Herstellern, also der chemischen Industrie, umfangreiche Dokumentationspflichten auf. Jedes Jahr treffen sich führende Unternehmen der Chemiebranche wie AkzoNobel, BASF oder Unilever auf Einladung der SAP, um sich mit aktuellen Fragestellungen und Anforderungen – manche sagen auch mit den Irrungen und Wirrungen – der „Verordnung (EG) Nr. 1907/2006“ zu befassen, die seit Juni 2007 gilt und das Chemikalienrecht grundlegend verändert hat.

Herausforderung REACH

REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals, also für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Danach dürfen innerhalb der Europäischen Union nur noch Chemikalien in Umlauf gebracht werden, die vorher registriert wurden – und diese Registrierung setzt voraus, dass der Hersteller oder Importeur sämtliche chemischen Stoffe in ihrer Zusammensetzung, Menge, Anwendbarkeit und Toxizität für Mensch und Umwelt auflistet und erläutert. Diese Daten zusammenzutragen und aufzubereiten und die Konformität mit der Verordnung sicherzustellen, ist eine Mammutaufgabe.

„Wir wollen Sie dabei unterstützen, Chancen und Risiken in Einklang zu bringen“, versprach denn auch Jürgen Schwab, ehemaliger Vorstandssprecher der TechniData AG und heute, nach der Eingliederung von TechniData in den Walldorfer Konzern, Bereichsleiter bei SAP. Mit der Lösung SAP Environment, Health, and Safety Management (SAP EHS Management) könnten Unternehmen Compliance entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen, ihre betrieblichen Risiken minimieren und Effizienzgewinne heben. „Gerade von der engen Verzahnung mit SAP ERP und den Branchenlösungen der SAP profitieren unsere Kunden enorm“, bestätigt auch Dieter Hässlein, Vice President und Entwicklungsleiter für SAP EHS Management. „Damit werden all die verteilten Informationen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen einfach und übersichtlich zusammengeführt.“

Lisbeth Svensson (Foto: Andreas Endemann)

Lisbeth Svensson von AkzoNobel (Foto: Andreas Endemann)

Am Abend gab es ein festliches Dinner. (Foto: Andreas Endemann)

Am Abend gab es ein festliches Dinner. (Foto: Andreas Endemann)

„Content Is King“

Doch nicht nur die optimale technische Vernetzung ist entscheidend, vor allem die Prozesse müssen sauber abgebildet sein, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So gingen Lisbeth Svensson von AkzoNobel als auch Johannes Tolls von Henkel in ihren Vorträgen auf die Details in Erstellung und Umgang mit Stoffsicherheitsberichten und Sicherheitsdatenblättern (Safety Data Sheets) ein – die entlang der Lieferkette durchgängig vorgehalten werden müssen. Schwierigkeiten liegen hier vor allem in der Regionalisierung dieser Datenblätter angefangen bei Sprach- und Übersetzungsschwierigkeiten (in welcher Sprache wird der Bericht erstellt, in welcher erfasst) bis hin zur länderübergreifenden Steuerung und Weitergabe.

„Um sicher sein zu können, dass Unternehmen sich regelkonform verhalten, müssen sie auch immer den aktuellen Stand der Dokumentationspflichten kennen“, so Hässlein. Dafür bietet SAP umfangreiche Content-Pakete, die genau dies beinhalten. Mit SAP EHS Regulatory Content können Firmen jederzeit den aktuellen Anforderungsstand in ihre Systeme übernehmen. „Wir bieten halbjährlich neue Service-Packs, die die Kunden in ihre Bestandslösung übernehmen können“, erklärt Hässlein. Zukünftig werden mit SAP EHS Regulatory Documentation OnDemand diese Inhalte auch auf Abruf zur Verfügung stehen. Schon heute können registrierte Kunden den SAP Online Viewer nutzen, um Einblick in regulatorische Daten zu nehmen.

Grundpfeiler der Nachhaltigkeit

Für die Chemieindustrie ist die Regelkonformität die wichtigste Voraussetzung, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Entsprechend ist SAP EHS Management Kern des Lösungsportfolios für Sustainability, wie Dieter Hässlein betonte. Einige der SAP-Chemiekunden sind Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit – für sie kein Randthema, sondern Teil Ihrer Unternehmensstrategie.

Und weil die Zeit nicht stehenbleibt und sich auch die gesetzlichen Anforderungen weiterentwickeln, bleibt das Thema prominent auf der Agenda – nicht nur bei den betroffenen Unternehmen, sondern auch und gerade bei den Branchenexperten der SAP.

Hier erfahren Sie mehr zur Übernahme der TechniData AG durch die SAP AG und darüber, wie Unternehmen wie Clariant oder John Deere mit SAP EHS Management arbeiten.

Wie sich SAP-Kunde SHARP auf REACH und andere Nachhaltigkeitsfragen vorbereitet, lesen Sie hier.

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