Digitale Transformation in der Chemiebranche

Die Zukunft der Chemiebranche liegt in der Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Hilfreich ist neben der kunden- und designorientierten Denkweise ein umfangreiches Netzwerk.

Die chemische Industrie ist mehr als ein Wirtschaftszweig. Sie ist eine Branche, die eine breite Palette von Produkten für viele verschiedene Sparten herstellt. Basischemikalien, Farben, Beauty-Produkte, Düfte oder Aromen für Lebensmittel haben dabei eines gemeinsam: Durch die rasanten Veränderungen in der digitalen Technologie, Verbrauchernachfragen und den globalen Wettbewerb stehen diese Produktionsgebiete unter enormen Druck.

In der Vergangenheit dominierten Großproduzenten den Markt. Diese schrieben der Betriebseffizienz einen höheren Wert zu als der Flexibilität und der Anpassungsfähigkeit. Heute sehen sich diese Produzenten von Nischenunternehmen herausgefordert, die sich stark auf Kunden- oder Verbrauchernachfragen konzentrieren. Dies führte dazu, dass etablierte Unternehmen nun auch kleinere Serien für individuelle Kundenanforderungen herstellten sowie Dienstleistungen, Kundenerlebnisse und Know-how verkauften, während sie im Kerngeschäft bereits früh auf digitale Technologie setzten.

Ungeachtet dessen sehen sich große, etablierte Unternehmen und kleine, aufstrebende Wettbewerber derselben Dynamik gegenüber. Die Standardisierung der Branche hat sich beschleunigt; die Ölpreise verharren auf einem niedrigen Niveau. Unbeständige Preise für Rohmaterialien haben zu Kostenschwankungen beigetragen.  Zudem eröffnen Technologien wie der 3D-Druck neue Möglichkeiten für Kunststoffe, Harze, Keramik und Puder.

Auch die Globalisierung hat die chemische Industrie verändert. Herausforderungen durch Wettbewerber, Märkte und Richtlinien führen zu dynamischen Veränderungen in der Branche. Deutlich bemerkbar macht sich auch das Wirtschafts- und Produktionswachstum in Asien. Daher fusionieren viele Unternehmen oder sichern sich mithilfe von Übernahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihr Wachstum. Für solche Unternehmen gehört es zur täglichen Herausforderung, Betriebssysteme in einem einzigen System zu konsolidieren.

Darüber hinaus fühlen sich die etablierten Hersteller von innovativen Unternehmen bedroht, die Märkte, Produkte, Dienstleistungen und Technologien neu definiert haben. Ein Beispiel hierfür ist der Markt für Farben und Beschichtungen. Die Unternehmen verkaufen heute Kundenerlebnisse statt Produkte. Es geht nicht mehr um die Farbe an sich, sondern darum, wie die Farbe an der Wand aussieht und welches Wohngefühl sie vermittelt. Zum Erstellen von Modellen für den Direktvertrieb nutzen die Unternehmen eine integrierte digitale Lieferkette in Kombination mit Verbraucherdaten. Mithilfe von Einzelhändlern und automatischen, sensorgestützten Mischanlagen kommen sie dem First Pass Yield bei der Qualitätssicherung von kundenspezifischen Produkten immer näher. Dabei gewinnen sie wertvolle Kundendaten und Erkenntnisse.

Wettbewerbsvorteil sichern

Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind in der Branche deutlich zu sehen, ebenso wie die damit einhergehenden Herausforderungen. Chemieunternehmen benötigen neue Einnahmequellen, inklusive innovativer Dienstleistungen und ergebnisorientierter Modelle. Hierbei gilt es, eine immer älter werdende und nicht-digitale Belegschaft ebenso einzubinden wie einen Weg zu finden, neue Talente zu gewinnen, die der Digitalisierung aufgeschlossen gegenüberstehen. Diese Talente werden entscheidend dazu beitragen, die neue Technologie so einzusetzen, dass sie einen Mehrwert für das Kerngeschäft bietet. Um dies zu erreichen, nutzen die Unternehmen große Datenmengen, die es ihnen ermöglichen, ihre Abläufe und Kunden besser zu verstehen.

Nur wer all diese Themen anpackt, kann die derzeit größte Herausforderung bewältigen, der sich die Branche heute gegenübersieht. Die Zukunft der Chemiebranche liegt nicht mehr nur auf einem erfolgreichen Produktmodell. Es geht vielmehr darum, ein Netzwerk zu schaffen, das sich auf die Verbesserung der Kundenzufriedenheit konzentriert.

Die richtigen Technologien, der richtige Ansatz

Digitale Technologien und die damit einhergehenden Daten sind vielversprechend für die chemische Industrie. Die folgenden Technologien können alle zu einer höheren Wertschöpfung beitragen.

  • Das Internet der Dinge (IoT) erfasst mithilfe von Sensoren Daten aus Fertigung, Lager und Vertrieb;
  • Die Cloud bietet eine Plattform zur Unterstützung eines einheitlichen Aufzeichnungssystems für Lieferanten und Kunden;
  • Analysen setzen Lieferdaten mit der Produktqualität und der Kundenzufriedenheit in Beziehung;
  • Maschinelles Lernen unterstützt die vorbeugende Instandhaltung von Betriebsmitteln;
  • Blockchain verbessert die Nachverfolgung von Transaktionen für Anlagen, Materialien und Produkte.

Doch Technologie allein liefert nicht die Lösung. In der Chemiebranche ist es die Nutzung von Technologie mithilfe der richtigen digitalen Strategie, die den wahren Wert ausmacht. Hierfür sollte der Fokus auf der Implementierung eines digitalen Kerns liegen, der ein einheitliches Aufzeichnungssystem im gesamten Unternehmen ermöglicht. Zudem braucht es eine Unternehmensstrategie, die Agilität, Anpassungsfähigkeit und Innovation fördert – und eine kunden- und design-orientierte Denkweise.

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