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Cloud BI – Die Zeit ist reif

Blog | 15. November 2017 von Dr. Carsten Bange, BARC Institut 9

Nachdem viele Daten und Applikationen inzwischen als Plattform und Software-as-a-Service Angebote genutzt werden, ist die Zeit reif, auch über Business Intelligence und Analytics in der Cloud nachzudenken.

Ende 2016 gaben 43 Prozent der 370 Teilnehmer der BARC-Anwenderbefragung „Cloud BI und Datenmanagement“ an, bereits eine Komponente ihrer Datenmanagement und BI-Architektur in der Cloud zu betreiben – im Vergleich zu 29 Prozent im Jahr 2013 ein Wachstum von fast 50 Prozent. Auch wenn diese Zahl nicht repräsentativ ist und auch nur die experimentelle Nutzung einzelner Komponenten einschließt, zeigt sich eine deutliche Tendenz. Nicht verschwiegen werden sollte, dass die Akzeptanz in Nordamerika deutlich höher als in Europa ist (48% vs. 32%).

Gründe, welche die Nutzung von Cloud-BI-Lösungen immer attraktiver machen:

  • Die Cloud-Akzeptanz ist insgesamt deutlich gewachsen, nicht zuletzt, da die Infrastruktur der Cloud-Anbieter nun auch Anforderungen wie eine garantierte Datenspeicherung in einem Data Center im Land erfüllen kann.
  • Mit wachsender Zahl an Cloud-basierten Systemen steigt die Menge an originären Daten in der Cloud, die idealerweise auch mit BI, Software-as-a-Service, ausgewertet werden. Dies betrifft sowohl operative Systeme wie SAP S4/HANA oder auch Data Warehouse-Systeme wie SAP BW/4 HANA.
  • Die Reife vieler BI-Lösungen, Software-as-a-Service, lässt inzwischen einen Einsatz auch in größeren Szenarien zu. Die SAP hat bei der Neuentwicklung ihres strategischen BI-SaaS-Werkzeugs „SAP Analytics Cloud“ auch die Integration von BI, Planung und Predictive Analytics in einem Tool in Angriff genommen.
  • Anwender haben inzwischen die Flexibilität zur Umsetzung von „hybriden“ Szenarien, in denen BI-Werkzeuge, BI-Server und Datenbanken entweder in der Cloud oder On-Premises kombiniert genutzt werden können. Ein gutes Beispiel ist hier SAP Analytics Cloud, wo die Daten nicht in die Cloud kopiert werden müssen, sondern auch lediglich als Metadaten im Browser dargestellt werden können.

Treiber in die Cloud sind vielfältig: Für die meisten Unternehmen steht Flexibilität an erster Stelle. Wer kann heutzutage schon Anwenderzahlen, Datenmengen oder Lastprofile am Anfang eines Projektes verlässlich voraussagen? Das Mietmodell für die Software, die technische Skalierbarkeit sowie die Elastizität von Datenspeicher und Rechenleistung sind hier attraktiv, genau wie die Geschwindigkeit der Implementierung.

Umgesetzt werden in der Cloud momentan insbesondere Data Warehouses sowie klassische BI-Werkzeuge wie Dashboards oder Reporting. Die Studie zeigt aber auch ein deutlich wachsendes Interesse an Ad-hoc Analyse und Exploration. Es zeigt sich, dass momentan gerade kleine und mittelgroße Unternehmen insgesamt mehr Komponenten in der Cloud nutzen als Großunternehmen (Abb. 1).  Auch nimmt die Nutzung von Public Cloud Angeboten insgesamt deutlich zu, ebenso der Einsatz von hybriden Lösungen aus Public und Private Cloud.

Abb. 1: Einsatz von BI- und Datenmanagementkomponenten in der Cloud nach Unternehmensgröße (BARC Studie „Cloud BI und Datenmanagement“ 2017, n=170)

Natürlich sind Unternehmen auch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, wenn sie sich auf die Reise in die Cloud begeben. Gerade da es sich um ungewohnte und neue Systeme handelt, fällt die Bewertung und Umsetzung von Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz häufig schwer. Auch weitere rechtliche Aspekte wie die Vertragsgestaltung sind hier als Herausforderung zu nennen. Das größte technische Problem kann sich aus der Performance der Systeme ergeben, die sowohl beim Datentransfer als auch bei der Abfrage unzureichend sein kann.

Den Herausforderungen gegenüber steht der erreichte Nutzen durch Cloud BI- und Datenmanagement-Werkzeuge in der Bewertung durch 166 Nutzer solcher Systeme (Abb. 2). An erster Stelle steht die Einsparung von eigenen Hardware und Infrastruktur-Kosten, gefolgt von der Skalierbarkeit hinsichtlich Nutzern und Datenmengen. Weiterhin zählen ein Drittel unserer Studienteilnehmer niedrige Administrationskosten zu den größten Nutzenaspekten von Cloud BI, gefolgt von der reduzierten Implementierungszeit.

Abb. 2: Erreichter Nutzen durch den Einsatz von Cloud BI- und Datenmanagement-Komponenten (BARC Studie „Cloud BI und Datenmanagement“ 2017, n=166)

Fazit

Angebote für BI und Datenmanagement in der Cloud haben einen Stand erreicht, dass ein Einsatz in Betracht gezogen werden kann. Neue Werkzeuge wie SAP Analytics Cloud sind funktional noch nicht so weit wie seit langem verfügbare On-Premises-Lösungen, aber setzen inzwischen gute Ansätze um wie die Integration von BI, Planung und Predictive Analytics oder die Unterstützung „hybrider“ Szenarien, in denen die Daten nicht zwingend in die Cloud kopiert werden müssen. Den organisatorischen, funktionalen und technischen Herausforderungen Cloud-basierter BI-Lösungen  steht ihr starker Nutzen durch Flexibilität, Kosteneinsparung und Skalierbarkeit gegenüber. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Angeboten lohnt sich daher.

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