Die 10 IT-Trends 2014

Feature | 14. Januar 2014 von Elisabeth Peternek, Friederike Orths 0

Foto: Shutterstock

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Auch Gartner hat eine Liste von Trends und Technologien veröffentlicht, mit denen sich Unternehmen nach Ansicht der Analysten 2014 befassen sollten. Als strategisch bezeichnet Gartner eine Technologie dann, wenn sie die kommenden drei Jahre lang maßgeblichen Einfluss auf Unternehmen haben wird – es kann sich dabei sowohl um Technologien handeln, die sich weiter entwickeln und dadurch für eine breitere Zielgruppe nutzbar werden, als auch um aufkommende Neuerungen.

Übergreifende Trends mit großem Einfluss bleiben laut Gartner im kommenden Jahr Social, Mobile und Cloud Computing. Unter ihrem Dach erkennen die Analysten zehn einzelnen Technologie-Trends:

1. Bis zu drei Mal so viele mobile Mitarbeiter

Der Ansatz „Bring Your Own Device“ (BYOD) wird laut Gartner unverhoffte Konsequenzen haben: Dass immer mehr Mitarbeiter eigene Hardware zur Arbeit nutzen, führt nächstes Jahr zu einer Verdopplung oder sogar Verdreifachung der Zahl mobiler Arbeitskräfte. Eine enorme Belastung sowohl für IT- als auch Finanzabteilung. Unternehmen müssen die Richtlinien zur Nutzung mitarbeitereigener Geräte am Arbeitsplatz gründlich überarbeiten und erweitern. Viele haben den Analysten zufolge bislang nur den Zugriff auf Unternehmensnetzwerke durch firmeneigene Geräte geregelt. Für 2014 gilt: Klare Bestimmungen formulieren, die ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Datenschutz herstellen.

2. Unternehmensanwendungen wandern in den Browser

Stärkere Leistungsfähigkeit von JavaScript Performance wird Gartner zufolge den Standard HTML5 weiter vorantreiben – im Zuge dessen werden Internet-Browser zur herkömmlichen Entwicklungsumgebung für Unternehmens-Applikationen. Entwickler sollten an erweiterten Benutzeroberflächen arbeiten, die unter anderem verstärkt Videofunktionen integrieren. Weitere Herausforderungen für Entwickler werden sein: Apps zu größeren Applikationen zu verbinden und Benutzeroberflächen für Applikationen zu bauen, die auf einer Vielzahl unterschiedlicher Geräte funktionieren sollen.

Letzteres erfordert ein Wissen über fragmentierte Grundbausteine und Strukturen, um Inhalte an jedes Gerät anzupassen. Das eine Tool, das ideal für die Entwicklung aller Arten von Anwendungen ist, wird es laut Gartner in den kommenden Jahren nicht geben. Entwickler müssen daher in der Lage sein, verschiedene einzusetzen.

3. Firmen stehen beim Internet der Dinge noch am Anfang

Außer PCs, Smartphones und Tablets werden künftig viele weitere Gerätschaften in Unternehmen sowie Gebrauchsgegenstände wie Autos und Fernseher mit dem Internet verbunden sein. Viele Unternehmen und Technologieanbieter stehen nach Beobachtung von Gartner noch ganz am Anfang damit, sich mit dem erweiterten Internet erst vertraut zu machen. Die Analysten warnen davor, nur das sogenannte Internet der Dinge im Blick zu haben. Auch auf das Netz der Menschen, der Informationen und das der Orte müssten Unternehmen ihren Blick richten.

4. Cloud Service Broker bündeln hybride Cloud-Computing-Dienste für Kunden

Für Unternehmen wird es ein Muss, Dienste einer Personal Cloud mit Angeboten externer Clouds zu verknüpfen. Wenn sie private Cloud-Dienste entwerfen, sollten Firmen immer mögliche künftige hybride Szenarien im Kopf haben, um später eine einfache Integration möglich zu machen. Hybride Cloud-Dienste zusammenzustellen, wird oft Aufgabe sogenannter Cloud Service Broker (CSB) werden, die Services für den Kunden anpassen. Gartner prognostiziert, dass Cloud Computing Broker Services bis zum Jahr 2015 der größte Markt von Cloud Services sein werden.

5. Cloud-Client–Architekturen verändern sich

Cloud-Client-Architekturen verändern sich. In diesen Modellen stellt der Client eine mehrschichtige Applikation dar, die auf einem mit dem Internet verbundenen Gerät läuft. Die Server-Seite besteht aus einer Reihe von Applikations-Services, die auf immer flexibler skalierbaren Cloud-Computing-Plattformen untergebracht sind. Dieses Modell kann sich laut Gartner in beide Richtungen verändern: Mal wird unter anderem die Notwendigkeit, mit Internet-Bandbreite zu haushalten, dazu führen, dass größere Anteile von Anwendungen direkt auf mobilen Geräten ausgeführt werden. In anderen Fällen werden immer höhere Anforderungen mobiler Nutzer nach mehr Rechen- und Speicherkapazität auf Server-Seite verlangen.

6. Die Cloud wird zum wichtigsten Datenmanager

Die Ära der Personal Cloud wird eine Kräfteverschiebung zur Folge haben: weg vom zentralen Gerät hin zu Serviceleistungen. Obwohl sie weiterhin gebraucht werden, gehören zentrale Geräte wie der PC der Vergangenheit an. Da schon der heutige und erst recht der zukünftige Nutzer mit mehreren Geräten verbunden sein wird, übernimmt die Cloud die Hauptrolle des Datenmanagers.

7. Keine Standards bei Software Defined Anything

“Software-defined anything (SDx)” ist ein Überbegriff für den Trend, dass Software eine größere Kontrollfunktion über Hardwaresysteme bekommt. Unter den Begriff fallen Initiativen wie OpenStack, OpenFlow, das Open Compute Project sowie Open Rack, denen dieselbe Idee zugrunde liegt. Allerdings heißt das nicht, dass sich auf diesem Feld weithin Standards breit machen werden: Anbieter, die ein Segment dominieren, werden sich demnach eher widerwillig an Standards halten, die ihre Gewinnspanne reduzieren und Wettbewerb erleichtern könnten – selbst wenn der Kunde davon profitieren würde.

8. Amazon, Google und Facebook werden zum Leistungs-Maßstab in der IT

Große Cloud-Firmen wie Amazon, Google, Facebook setzen den neuen Maßstab für IT-Leistung. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Größe, auch Geschwindigkeit und Agilität spielen eine zentrale Rolle. Gartner nennt die Kombination all dieser Aspekte „Web-Scale IT“ und geht davon aus, dass die IT-Wertschöpfungskette sich systematisch verändern wird. Wer mithalten will, muss in mehreren Dimensionen umdenken: Strukturen, Prozesse und Anwendungen der Cloud-Anbieter weisen den Weg in die Zukunft. Bei der Planung von Rechenzentren werden die Aspekte Kostenoptimierung und Nachhaltigkeit künftig eine noch größere Rolle spielen.

9. Smart Machines übernehmen bisher rein menschliche Aufgaben

Smart Machines lösen Gartner zufolge die größte Veränderung im Technologieumfeld aus. Dank ihnen wird Realität, was lange als Zukunftsvision galt: Technik kann Aufgaben erfüllen, die bisher Menschen erledigen mussten. Bis 2020 wird die Smart-Machines-Ära eine viel höhere Vielfalt von intelligenten Assistenzprogrammen, Smart Advisors wie dem Computer IBM Watson, modernen Industriesystemen und selbstständigen Fahrzeugen hervorbringen als es sie heutzutage gibt.

10. Verkäufe von 3D-Druckern legen um drei Viertel zu

2014 sollen die weltweiten Verkäufe von 3D-Druckern um 75 Prozent zunehmen – und sich 2015 nochmals fast verdoppeln. Gerade dem Markt in der Preisspanne zwischen 500 und 50.000 US-Dollar stellen die Analysten schnelles Wachstum in Aussicht.Die hohe Nachfrage habe auch großen Firmen klar gemacht, dass 3D-Druck durch verbessertes Design, schnelle Prototypenentwicklung und kurzfristige Herstellung Kosten minimieren kann.

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