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SAP Cloud Platform und Open Source: Wir sind mittendrin

Blog | 16. Oktober 2017 von Julia Fargel 0

Cloud-Experte Matthias Steiner stellt in seinem Blog die wichtigsten Open-Source-Projekte unter Federführung der SAP vor.

Mit dem Cloud Foundry Summit Europe in Basel endet eine Menge harter Arbeit. Wie schon in den Vorjahren hat die SAP als Platinum Sponsor die Schulungsinhalte aktiv mitgestaltet.

Beim Durchsehen all der eingesendeten Vorschläge für den Themenblock Cloud Foundry at Scale wurde mir wieder klar, wie viel die SAP zur Cloud Foundry beigetragen hat, seit die Cloud Foundry Foundation 2014 mit SAP-Unterstützung aus der Taufe gehoben wurde.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass wir seit Beginn unseres Engagements 2014 schon weit gekommen sind. Wir haben heute eine beachtliche Anzahl von Mitwirkenden (derzeit 68, Tendenz steigend), die aktiv an vielfältigen Cloud-Foundry-Projekten mitarbeiten (sowohl für Kernkomponenten als auch für Erweiterungen): sie tüfteln an Features, beheben Probleme, die die Community aufgedeckt hat. Als „Vollzeittäter“ entwickeln sie nicht nur Code, sondern prüfen auch Pull-Requests, die andere Community-Mitglieder an die Repositorys gesendet haben, für die sie zuständig sind.

Schauen wir uns die bedeutendsten Open-Source-Projekte unter Federführung oder Mitwirkung der SAP an:

BOSH OpenStack CPI

Ende 2015 übernahm die SAP die Leitung des Projekts für die BOSH OpenStack CPI, die Schnittstelle zwischen BOSH, dem Lebenszyklusmanagement-Tool der Cloud Foundry, und der OpenStack-Infrastructure-as-a-Service-(IaaS)-Schicht. Unterdessen haben wir den ersten kontinentaleuropäischen Cloud-Foundry-Dojo für dieses Projekt gegründet, und das Team, inzwischen verstärkt durch weitere Kollegen von SUSE, erfreut sich regen Wachstums.

Abgesehen von den Hauptarbeitsergebnissen des OpenStack-CPI-Projekts entwickelt und pflegt dieses Team das Tool cf-openstack-validator, das die Frage beantwortet: „Ist meine OpenStack-Installation bereit für die Cloud Foundry?“ Außerdem hat sich das Team mittlerweile zu einem „Universalteam für BOSH“ entwickelt, das Aufgaben erfüllt, die weit über die BOSH OpenStack CPI hinausgehen und auch den Kern der BOSH-Technologie selbst betreffen.

Anwendungslaufzeit und Erweiterungen

Im Bereich Cloud Foundry Extensions PMC leitet die SAP heute die Aktivitäten für das Projekt Abacus, den ursprünglich von IBM initiierten Verbrauchsmessungs- und -aggregationsservice der Cloud Foundry. Auch hier arbeitet eine SAP-Crew Vollzeit an der Cloud-Foundry-Open-Source-Codebasis – mit dem Erfolg, dass jüngst Version 1.0 von Abacus bereitgestellt werden konnte.

Im Bereich Cloud Foundry Application Runtime PMC arbeiten SAP-Kollegen ganztägig gemeinsam mit einem Team von Pivotal in London an der Entwicklung von Diego, der flexiblen Runtime der Cloud Foundry.

Service Fabrik

Ebenfalls federführend ist SAP bei der Service Fabrik (ja, mit „k“), der SAP-Implementierung der Cloud Foundry Service Broker API. Bekanntermaßen wird die Cloud Foundry Service Broker API zur Open Service Broker API weiterentwickelt. Diese soll der Branchenstandard für Services werden, die über die Cloud-Foundry-Community hinausreichen. Darüber hinaus arbeitet die SAP an der Spezifikation für die Service Broker API mit.

Die Service Fabrik wird in der SAP Cloud Platform produktiv für die Bereitstellung und das Lebenszyklusmanagement der Services Redis, RabbitMQ, MongoDB und Postgres eingesetzt. Dabei erfolgt die Entwicklung der Service Fabrik natürlich öffentlich und vollständig transparent für die Open-Source-Community.

Funktionen für Enterprise Readiness

Ein weiteres Cloud-Foundry-Projekt, das die SAP fördert – bei gleichzeitiger Produktivnutzung der Codebasis in der SAP Cloud Platform –, ist unser IPSec-BOSH-Release, das eine Verschlüsselung der Netzwerkkommunikation innerhalb der Cloud-Foundry-Plattform auf Betriebssystemebene ermöglicht.

Daneben fördert die SAP maßgeblich das Extensions-PMC-Projekt App AutoScaler (in Zusammenarbeit mit IBM) und App AutoSleep, ein Gemeinschaftsprojekt mit Orange. Beide Projekte drehen sich um die optimale Skalierung von Cloud-Foundry-Anwendungsinstanzen auf Basis der tatsächlichen Last. Autoscaler ist bereits als BETA-Service auf der SAP Cloud Platform für Entwickler und Testkunden verfügbar.

Unter den vielen weiteren Cloud-Foundry-Projekten, bei denen sich die SAP aktiv einbringt, sind folgende zu nennen: das Cloud Foundry Java Buildpack, bei dem es um die Funktionserweiterung auf Basis des SAP-Tools Java Memory Assistant geht, das zugehörige CLI Plugin für die Befehlszeilenschnittstelle der Cloud Foundry, das Projekt User Account and Authentication (UAA), bei dem wir uns mit Sicherheits­anforderungen von Unternehmen befassen, und schließlich das Projekt Cloud Foundry Admin UI.

Rechtzeitig zum Cloud Foundry Summit in Basel können wir der Liste der Cloud-Foundry-Projekte mit SAP-Beteiligung einen wichtigen Neuzugang hinzufügen: den Cloud Foundry Deploy Service, bei der SAP auch unter der Bezeichnung des Archivformats für das Anwendungspaket bekannt: Multi-Target Application Archive (MTA). Ziel dieses Projekts ist, kurz gesagt, die Bereitstellung einer Standardlösung zum Packen einer typischen zusammengesetzten, auf der Cloud Foundry basierenden Unternehmensanwendung, die aus mehrsprachigen Anwendungskomponenten und deren zugehörigen Serviceinstanzen besteht, und zum ganzheitlichen Verwalten des Anwendungslebenszyklus von den einzelnen Entwicklungsphasen über das Testen bis zum Produktiveinsatz.

Mittendrin bei der Entwicklung einer auf Open Source basierenden Cloud-Plattform

Wie man sieht, geht es der SAP nicht um das reine Sponsoring der Cloud Foundry Foundation (denn Geld hineinpumpen reicht nicht), sondern unsere Ingenieure krempeln die Ärmel hoch und arbeiten an vielen technischen Projekten Tag für Tag mit – bei Projekten für unternehmenstaugliche Anwendungen oft auch in leitender Funktion. Eines können wir also sicher für uns in Anspruch nehmen: Wir sind „mittendrin“ und lassen bei der Entwicklung einer unternehmenstauglichen, auf Open Source und offenen Standards basierenden Cloud-Plattform auf Worte Taten folgen.

Die gemeinsame Arbeit mit der Open-Source-Community war bisher eine interessate und absolut lohnende Erfahrung. Wir sind entschlossen, auch in Zukunft unseren Beitrag zu leisten. Nachdem Container und insbesondere Container-Orchestrierung sich bereits als die nächsten großen Themen anbahnen, bleibt die Zukunft zweifellos spannend. Und mit ihrem kürzlichen Beitritt zur Cloud Native Computing Foundation (CNCF) gestaltet die SAP auch an dieser Front die Zukunft mit.

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