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Ist ein Umstieg auf Cloud-Produkte denn wirklich erforderlich?

Blog | 31. Juli 2017 von Timo Elliott 34

Ja. Ist er! Timo Elliott nennt in seinem Blogpost Gründe für die Migration in die Cloud.

On-Premise-Lösungen werden mit Sicherheit nie ganz verschwinden (zumindest bis Internetzugang kostenlos, enorm schnell und allgegenwärtig ist – also nie.) Aber die meisten Ihrer wichtigen Geschäftsprozesse werden in der Cloud stattfinden. Diese Entwicklung ist nicht zu vermeiden. Freunden Sie sich also lieber mit dem Gedanken an und überwinden Sie Ihre (zunehmend unbegründeten) Ängste.

Sie glauben mir nicht? Schon vor Jahren war es selbst Gartner leid, sich mit der allgemeinen Hinhaltetaktik auseinandersetzen zu müssen:

Um Cloud-Computing ranken sich viele Mythen. Und diese Mythen zu lüften ist aufgrund der Verwirrung und des Hypes um das Thema gar nicht so einfach. Mythen bremsen uns, behindern Innovation und jagen uns Angst ein. Das hält uns davon ab, echte Fortschritte zu machen, Innovationen voranzutreiben und Ergebnisse zu erzielen.

Aus folgenden Gründen werden Sie auf Cloud-Produkte umsteigen müssen, ob Sie wollen oder nicht:

Sie nutzen schon längst Cloud-Services

Haben Sie eine Webseite? Dann befindet sich schon ein wichtiger Teil Ihrer Kundenpräsenz und Ihres Marketings in der Cloud (zusammen mit einigen Cloud-Analyseanwendungen). Und mit der Zeit werden weitere Geschäftsprozesse hinzukommen.

Sie können Prototypen erstellen und diese kontinuierlich anpassen

Cloud-Plattformen ergänzen Ihre On-Premise-Systeme und eignen sich perfekt für eine agile Entwicklung. Kernsysteme zu ersetzen ist zeitaufwändig. Einfacher ist es, eine mobile Cloud-Anwendung einzurichten und schnell zu testen, ob sie Auswirkungen auf den Umsatz hat.  Treten Geschäftsanwender mit einer neuen Anforderung an die IT-Abteilung heran, werden sie auf das nächste Jahr vertröstet. Und es dauert nicht lange bis sie durch „angenehmere“ Mitarbeiter ersetzt werden. Betreiben Sie Ihre Systeme nicht nur – experimentieren Sie!

Schnellere Innovationen in der Cloud

Innovationen lassen sich in der Cloud schneller und einfacher umsetzen. Und jetzt soll künstliche Intelligenz der nächste große Trend sein? Der Anbieter integriert künstliche Intelligenz in die Plattform und schwups, wird dem Verkaufsteam ein neues Bild angezeigt, das ihnen sagt, welche Interessenten sie zuerst anrufen sollen. Oder die Personalabteilung erhält Empfehlungen, bei welchen Lebensläufen die Chancen auf eine erfolgreiche Einstellung am größten sind. Zudem werden lästige Auseinandersetzungen vermieden, ob Upgrades der lokal installierten Software wirklich notwendig sind.

Werden Sie Teil eines Netzwerkes und profitieren Sie von den Synergieeffekten

Wenn Sie Ihre Lösungen in der Cloud betreiben, können Sie nicht nur Ihre eigenen Geschäftsprozesse optimieren, sondern auch in der gesamten Branche. Denn mit Ihren Kunden, Partnern und Lieferanten in Verbindung zu treten ist ganz einfach. Außerdem können Sie mit einem Klick zusätzliche Data Services und Erweiterungen hinzufügen. Außerdem ist maschinelles Lernen auf dem Vormarsch. Stellen Sie sich vor, Ihre Software würde automatisch immer besser – mit jeder Nutzung und mit den Erfahrungen jedes weiteren Anwenders.

Bald wird es keine Anbieter mehr geben, die ausschließlich On-Premise-Lösungen verkaufen

Ich nenne das den „digitalen Darwinismus“. Cloud bringt Lösungsanbietern beträchtliche Vorteile. Vorgängerversionen von On-Premise-Lösungen erfordern Wartung, was mit einem hohen Ressourcenaufwand beim Anbieter verbunden ist. Und die Kunden sind nicht so zufrieden wie Neukunden, weil Ihnen die jüngsten Innovationen nicht zur Verfügung stehen. Vertriebsmitarbeiter müssen enorm viel Zeit aufwenden, Upgrades zu begründen – wertvolle Zeit, die nutzen könnten, um Verträge mit Neukunden abzuschließen. Zusätzliche Kosten und ein langsamerer Innovationsprozess bedeuten, dass Anbieter von Cloud-Lösungen langfristig erfolgreich sein werden. Im Idealfall kann der Anbieter einen reibungslosen Umstieg von On-Premise auf Cloud-Software anbieten, da beide Umgebungen unterstützt werden.

Aber wie steht es um die Sicherheit?

Ihr Vorstandssprecher will von Cloud-Computing nichts wissen, weil die Daten „nicht sicher“ sind. Dann ist es an der Zeit, ihn daran zu erinnern, dass selbst seine E-Mails, die vielleicht die heikelsten Daten im Unternehmen sind, bereits über öffentliche Netzwerke gesendet werden und nur durch Sicherheitsprotokolle geschützt sind. Erinnern Sie ihn daran, dass die Bankkonten des Unternehmens in Wirklichkeit nur aus Daten bestehen, die in nicht greifbaren Datenbanken rund um den Globus gespeichert werden. Und vergessen Sie nicht zu erwähnen, dass On-Premise-Systeme tagtäglich gefährdet sind – durch Hackerangriffe, ganz unabhängig von der Wahl der Softwarearchitektur.

Natürlich spielt Sicherheit eine wichtige Rolle. Deshalb sollten Sie Anbieter wählen, die bestens dafür bekannt sind, dass sie geschäftskritische Systeme warten und schützen. Aber laut Gartner sind Ihre Sicherheitsbedenken in Bezug auf Cloud wirklich unbegründet:

Cloud-Computing wird als weniger sicher wahrgenommen. Das Problem ist aber mangelndes Vertrauen anstatt einer vernünftigen Analyse der Sicherheitsfunktionen.

Und was ist mit Gesetzesvorschriften?

Nun gut, ich glaube Ihnen da mal. Vielleicht gibt es in Ihrem Land Vorschriften, die besagen, dass bestimmte Systeme noch nicht in die Cloud verlagert werden dürfen. Aber Sie haben viele andere Systeme und es ist recht eindeutig, wohin die zukünftige Reise geht. Wenn Regierungsbehörden weltweit ihre HR-Systeme in die Cloud bringen, können Sie das wahrscheinlich auch.

Aber was ist mit meinem Job?

Wenn Sie für die Server verantwortlich sind, dann tut es mir leid. Dann sind Sie ein Sattler in einer Welt, in der Autos zunehmend an Bedeutung gewinnen. Nun gibt es heutzutage immer noch Sattlereien. Sie könnten Ihre Anstrengungen auf On-Premise konzentrieren und so zum Experten in diesem Bereich werden. Wir befinden uns aber beim Thema Cloud noch im Anfangsstadium und für diejenigen, die Cloud verstehen, bieten sich enorme Chancen. Wenn Sie sich gut auf Ihr nächstes Vorstellungsgespräch vorbereiten wollen, sollten Sie versuchen, Ihren Arbeitgeber von Cloud-Lösungen zu überzeugen und davon, sich neue Fähigkeiten anzueignen.

Abschotten ist keine Option!

Ich verstehe Sie ja! Sie fragen sich, was mit Ihren Daten geschieht, wenn Ihr Cloud-Anbieter über Nacht pleite geht. Oder vielleicht wollen Sie ja keinen plötzlichen Preisanstieg? Sie sollten bei einer großen, strategischen Entscheidung wie der Wahl eines Anbieters ohnehin vorsichtig sein. In vielerlei Hinsicht ist es schwieriger, auf einen Schlag komplett von On-Premise-Software auf Cloud-Produkte umzustellen als von einem Cloud-Anbieter zu einem anderen zu wechseln. Lassen Sie sich auf keinen Fall vorschnell zur Vertragsunterzeichnung überreden. Hören Sie auf Ihre Anwälte, nicht auf die IT-Abteilung, die mit ihrem Projektplan in Verzug geraten ist, und Sie nun zur raschen Unterschrift ohne Rückfragen drängt.

Nächste Schritte Richtung Cloud

Aus welchen Grund auch immer, vielleicht sind Sie einfach noch nicht bereit für Cloud-Lösungen. Aber „Strategie ist, zu wissen, was zu tun ist, wenn es nichts zu tun gibt.“

Nutzen Sie die Gelegenheit, organisieren Sie Design-Thinking-Workshops und finden heraus, wie hoch der Nachholbedarf im Bereich neuer Geschäftsanwendungen ist, die Sie aufgrund von Altsystemen noch nicht bereitstellen konnten. Greifen Sie dann auf ein Prototyping-Tool wie Build zurück, das auf der SAP Cloud Platform läuft und begeistern Sie damit Ihre internen Kunden…

Dieser Artikel ist ursprünglich erschienen unter: http://timoelliott.com/blog/2016/11/do-you-really-have-to-migrate-to-the-cloud.html

Foto oben via Shutterstock, rajusdesigns

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