Coole Überwachung mit FOODsprint

Feature | 27. Mai 2009 von Carsten Lüdtge, Fachredakteur 0

Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel (TLMV)

Eine der wichtigsten Bestimmungen der Branche in Deutschland, die drei europäische Richtlinien umsetzt. Sie definiert nicht nur die Anforderungen an die Produkte und ihre Lagerung, sondern auch an Verpackung, Transport, Kennzeichnung und Kontrollen.

Unter anderem fordert sie: Der Hersteller muss die Kühltemperatur in regelmäßigen Abständen messen und protokollieren. Dazu hat er einen exakten Plan mit Messintervallen zu erstellen.

Für Hersteller von Tiefkühlprodukten ist die Logistik ein neuralgischer Punkt: Die zulässige Temperatur von minus 18 Grad Celsius darf nicht überschritten werden. Das schreibt die „Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel“, kurz TLMV, vor.

Danach sind Abweichungen nur in Ausnahmefällen erlaubt, ansonsten muss die Temperatur über die gesamte Logistikkette hinweg eingehalten werden – von der Herstellung über den Transport und die Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bis zum Verkauf an den Konsumenten.

Der Produzent ist für die Einhaltung bis zur Übergabe an die Spedition zuständig. Die liefert die Ware in Tiefkühl-Lkws an den Händler und muss während des Transports ebenfalls die Temperatur mit genormten Messgeräten aufzeichnen; genauso wie der Einzelhändler in seinen Kühlregalen und -truhen.

Risiko: Normverstöße in der Logistikkette

FOOdsprint in Kürze:

  • Vorkonfigurierte Branchensoftware für mittelständische Lebensmittelproduzenten
  • Basiert auf SAP-Standard
  • Entspricht allen gängigen Richtlinien (u.a. FDA, GMP, HACCP)
  • Integrierte, durchgängige Chargendokumentation, Rezepturverwaltung, Qualitätssicherung, Produktionsplanung/-steuerung und Lagerverwaltung
  • Preis- und Konditionsfindung für den LEH, einfache Verwaltung von 2. Wahl-Artikeln
  • Abbildung von Verkaufsaktionen
  • Spezifische Funktionen u.a. für Vertrieb (Telefonverkauf): direkte Umwandlung der Bestellung in einen Produktionsauftrag

Angesichts der langen Logistikkette kommt es natürlich immer wieder zu Normverstößen. Sei es durch hohe Außentemperaturen, sei es durch eine unbemerkt defekte Kühlanlage. Im „Jahrhundertsommer“ 2003 beispielsweise hatten viele Speditionen Probleme, die TLMV einzuhalten. Immer wieder mussten Waren aus dem Verkehr gezogen werden.

Ein effizientes System zur Überwachung der Kühlkette ist deshalb unerlässlich: An installierten Kontrollpunkten wird die Temperatur regelmäßig gemessen und aufgezeichnet. Unterstützung dafür bietet eine betriebswirtschaftliche ERP-Unternehmenssoftware speziell für die Lebensmittelbranche.

Weil mit ihr Chargen bis auf die unterste Ebene durchgehend erfasst und dokumentiert werden, eignet sich die auf SAP Business All-in-One basierende Lösung FOODsprint der cormeta ag auch für die Überwachung der Kühlkette. Man braucht nur die Temperatur im System zu erfassen; das ordnet die Messwerte der jeweiligen Charge zu und führt sie in der gesamten Produktion und Lagerung automatisch mit.

Auf diese Weise lässt sich anhand der Chargennummer über alle Stufen hinweg nachvollziehen, welche Temperatur die Ware zu welchem Zeitpunkt hatte. Ein Mausklick genügt. In Schadensfällen und bei Rückrufaktionen lässt sich damit auch die Fehlerquelle rasch lokalisieren: Wo und wann wurde der zulässige Wert überschritten? Wurde möglicherweise an einem Punkt gar nicht oder nur unregelmäßig aufgezeichnet?

EAN 128, bitte melden!

Eine Branchensoftware wie FOODsprint hat den Vorteil, dass für die Messung kein externes Labor-Informations-Management-System (LIMS) erforderlich ist. Die Prüfgeräte werden direkt angebunden und die Messwerte in die ERP-Anwendung übernommen. Ebenso beim Verlassen des Hauses. Die Temperatur wird zum Zeitpunkt der Übergabe an den Spediteur gemessen, beispielsweise auf der Rampe, und protokolliert.

Anschließend geht die Verantwortung auf den Lieferanten über; der Hersteller kann später überprüfen, ob die Temperatur auch während des Transports eingehalten wurde. Grundlage dafür sind die EAN 128 (Europäische Artikelnummer) und NVE (Nummer der Versandeinheit), die der Hersteller erzeugt und denen die jeweiligen Chargen zugeordnet sind. Auf diese Standards beziehen sich Hersteller, Spediteur und Handel in ihrer Kommunikation untereinander.

Über sie lässt sich der aktuelle Status jeder Sendung abfragen (Tracking and Tracing) und letzten Endes auch die Einhaltung der Kühltemperatur durch die Partner.

Augenmerk Chargenprotokoll

ERP-Software ist. In vielen Unternehmen fehlt sie schlichtweg, was die Chargendokumentation erschwert. Hier sind in der Produktion, im Lagerwesen und in anderen Bereichen unterschiedliche Softwarelösungen im Einsatz, die nicht miteinander verknüpft sind. Teilweise wird sogar noch mit Papier gearbeitet.

Wenn aber die Daten, also auch die gemessenen Temperaturen, nicht durchgängig elektronisch erfasst und verarbeitet werden, fehlen sie im Chargenprotokoll.

Die gewünschte Verarbeitungsstufe auf einen Klick

Fragen bleiben offen. Was passiert beispielsweise in der Zeit zwischen Fertigung und Frosten? Oder zwischen Gefrieren und Einlagerung?

In jedem einzelnen System wäre zu prüfen, ob ein Fehler aufgetreten ist. Das ist im Ernstfall, wenn die Ursache für verdorbene Ware schnell gefunden werden muss, eine recht mühselige Angelegenheit. Nicht so bei FOODsprint. Hier sind die Informationen zur Temperatur lückenlos im Chargenprotokoll enthalten. Mit einem Mausklick lässt es sich auf jeder Verarbeitungsstufe in Minuten generieren.

EDI-fähig und RFID-fähig

Doch die Branche beginnt umzudenken. Unter dem Druck, weiter Kosten zu reduzieren, ist die Optimierung der IT eine attraktive Möglichkeit. Zudem steigen die Nachfrage nach Convenience- und Tiefkühlprodukten und damit das Auftragsvolumen. Wer wollte da noch mit Medienbrüchen in der IT arbeiten, die eine Rückverfolgbarkeit behindern?

Zumal sich mit einer ERP-Software auch der Datenaustausch mit den Lieferanten und den Händlern verbessern lässt. EDI-fähig sind die meisten Branchenlösungen ohnehin; manche wie FOODsprint werden bereits RFID-fähig gemacht (Radio Frequency Identification).

Wann diese Technologie sich als Standard durchsetzt, ist offen; dass sie es tun wird, ist gewiss.

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