Coop: Die Logistik von Frischwaren

Feature | 15. März 2013 von Olga Heiland 0

Coop

Foto: SAP AG

Bei SAP kümmern sich um solche Fragen rund um Planung und Beschaffung von Frischwaren für Handel und Konsumgüter die Experten des Center of Excellence Forecasting and Replenishment. Die SAF gehört seit 2011 zur SAP. Hier wird Retail-Software nach dem Ansatz des Demand-Chain-Management entwickelt, bei dem sich die Warenversorgung nach der aktuellen Nachfrage der Konsumenten richtet. So können niedrigere Bestände, eine verbesserte Warenverfügbarkeit und geringerer Verderb von Frischwaren erreicht werden. Voraussetzung ist eine genaue Absatzprognose und die präzise Steuerung der Lieferkette. Für Einzelhandelsunternehmen bedeutet dies Kosteneinsparungen sowie eine Steigerung der Kundenzufriedenheit.

In den Schweizer Coop-Supermärkten ist als Prognose-Software seit 2006 „Sales Based Ordering (SBO)“ mit SAP Forecasting and Replenishment im Einsatz. Zunächst wurde damit der Getränkenachschub organisiert, inzwischen wurde die Lösung stufenweise auf das Sortiment ausgeweitet und es werden über 80 Mio. Lokationsprodukte – von Tiefkühlprodukten über Waschmittel bis hin zu Frischwaren – bewirtschaftet.

Kundenprojekt für das Frischwarensortiment

Seit 2012 gab es ein Pilotprojekt mit Coop-Supermärkten in der Schweiz, das das bestehende Prognoseverfahren der Frischwaren optimiert. Aufgrund von hohen Datenvolumen wurde in der Vergangenheit für Forecasting and Replenishment ein Ansatz gewählt, der im Wesentlichen auf Wochenbasis arbeitet. Diese bieten für die meisten Sortimente eine ausreichende Qualität. Für Frischwaren wie Früchte, Gemüse, Fleisch und Fisch wurde jedoch bei Coop Optimierungspotential für die Prognose gesehen. Dieses Potential wurde durch die Prognoseexperten vom Center of Excellence Forecasting and Replenishment mit der Kundenlösung „New Forecast for Fresh Items“ behoben. Die neue Lösung erlaubt tagesgenaue und hochreaktive Prognosen. Sie wurde so an SAP Forecasting and Replenishment angebunden, dass die Verwendung der neuen Prognosen für den Endanwender – abgesehen von der erhöhten Prognosequalität – nahezu nicht sichtbar ist. So können die Disponenten weiterhin im gesamten Frisch- sowie Nicht-Frischwaren-Sortiment mit dem für sie bereits vertrauten und bewährten System (SBO) arbeiten.

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Erfolg des Coop-Projekts

Beim Kundenprojekt wurden sowohl das Fleisch-Sortiment als auch Fertiggerichte mit kurzer Haltbarkeit in sechs Coop-Supermärkten getestet. Im Ergebnis befindet sich die Prognose- und Bestellqualität stabil auf einem extrem guten Niveau, außerdem wurden die Erwartungen der Key-Performance-Indikatoren (KPI) deutlich übertroffen. Für dieses Jahr ist bei Coop der Roll-Out auf weitere Warengruppen mit verderblichen Lebensmitteln sowie weitere Filialen geplant; Ziel ist der flächendeckende Einsatz der neuen Lösung.

Weitere Schritte

Während das System „New Forecast for Fresh Items“  lediglich als kundenspezifische Erweiterung von SAP F&R angeboten wird, werden die dort eingesetzten Prognosetechniken im neuen SAP-Produkt „Consumer Activity Repository“ (CAR) als SAP Unified Demand Forecast (UDF) zur Verfügung stehen. Zudem wird UDF auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA laufen, was Echtzeitvorhersagen und den Einsatz der Prognosen in Simulationsszenarien aus großen Datensätzen ermöglichen wird.

 

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