Cloud, Apps & heiße Flitzer

Feature | 29. Juni 2011 von Daniel Hardt 0

IT- und Ingenieurskunst vereint auf den Coresystems Partnerdays (Foto: Manuel Grenacher)

IT- und Ingenieurskunst vereint auf den Coresystems Partnerday (Foto: Manuel Grenacher)

Am 25.06.2011 lud Coresystems zum Partnerday. Das mittelständische Unternehmen aus Windisch in der Schweiz wählte ein Motto, hinter dem sich eine Vision verbirgt: „We love the Cloud“. ERP-Daten in der Wolke aufbewahren und über Business-Apps auf mobile Geräte bringen, ist für CEO Manuel Grenacher das Thema der Stunde. In Zukunft werde daraus eine „Business Integration“ die Partner, Kunden, ja das ganze Eco-System eines Unternehmens über die Cloud als Plattform vernetzt.

In der Keynote präsentierte Grenacher die Verbindung zwischen Apps und Cloud inklusive Roadmap, abgerundet von einer Panel-Discussion. Danach folgten Produktvorstellungen und Workshops, in denen Gäste sich an Apps und Schnittstellen (API) versuchen konnten.

Zudem wurde den Teilnehmern ordentlich eingeheizt: eine feurige Show und PS-starke Boliden rundeten den Tag ab. SAP.info war vor Ort und berichtet von einem erkenntnis- wie ereignisreichen Tag in der Schweiz.

Roadmap: B2B Cloud bis 2013

Nachdem Coresystems sich mit einem Video, untermalt vom Song „Seven Nation Army“ der White Stripes vorgestellt hatte, ließ Grenacher Zahlen folgen: Wurden im Jahr 2006 noch 10 Personen beschäftigt, waren es 2010 bereits 40. Im gleichen Jahr erschienen die erste iPhone-App sowie coresuite cloud. Heute arbeiten 70 Personen im überwiegend jungen Team, das 5.000 Kunden verzeichnet. Der Mitarbeiterbedarf wird zu einem nicht unerheblichen Teil von der nahegelegenen FH gedeckt.

Schwerpunkt der Keynote waren coresuite mobile und coresuite cloud. Coresuite mobile bringt ERP- und CRM-Daten auf iPhone, iPad, Windows Phone, Blackberry sowie Desktop und Windows-Tabletts. Eine Android Version soll in Kürze folgen. Um Sicherheit zu gewähren erfolgt der Transfer über ein SSL-Verschlüsselungsprotokoll mit HTTPS-Standard.

Laut Grenacher  müssen die Anwendungen Herausforderungen meistern, wie die Verbindung zu verschiedenen ERP-Systemen, der Datenzugriff im Offline-Modus, die Integration des Eco-Systems von Unternehmen und ein Preissystem besitzen, das dem On-Demand-Konzept gerecht wird.

In der Roadmap zeigte Yves Senn, CTO für Cloud Development, welche mobile Lösungen bis 2013 über die Cloud laufen und wie das Ziel einer umfassenden Business Integration umgesetzt werden soll:

  • 2011: Schon heute ist mit mobile sales die Bearbeitung von Rechnungen, Angeboten, Rücksendungen und auch Cross-Selling von unterwegs möglich. Mobile services steht ebenfalls zur Verfügung.
  • 2012: POS-Funktionen  wie Quittungs-Erstellung, elektronische Bezahlverfahren und Reporting werden über Smartphones und iPads abgewickelt. Gleiches gilt für Timesheets, mit denen Arbeitszeitkonten verwaltet werden. Zu den Funktionen zählen Projektplannung, Approvals, Rechnungsstellung und Reporting. Im Sinne der Business Integration wird die Einbindung des Eco-Systems vorangetreiben, indem eCommerce, Zendesk Support Portale und D&B Datenbanken verfügbar werden.
  • 2013: In zwei Jahren ist mobile Warenhaus-Logistik über die Cloud da. Vor allem aber werde die coresuite cloud eine ausgewachsene B2B-Cloud sein, die Rechnungen, Lieferscheine, Bestellungen und Items zwischen verschiedenen Clouds übermittelt und Business-Partner vernetzt.

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(Foto: Coresystems)

CEO Manuel Grenacher hat ein Herz für die Cloud (Foto: Coresystems)

Das Podium w(Foto: Coresystems)

Das Podium: Manuel Grenacher, Nicola Wagner und Robert Viehmann (Foto: Coresystems)

Diskussionsrunde: iPad als Kundenfänger

Auf dem Podium wurde Manuel Grenacher von Robert Viehmann von der SAP AG und Nicola Wagner, CIO von Keune, unterstützt. Keune ist Anbieter von Haarkosmetika und führte vor kurzem coresuite mobile sales ein. Die anfangs gestellte Frage, ob die coresuite cloud im Wettbewerb zu SAP mobile Solutions steht, verneint Viehmann. Wesentlich sei das Wachstumgspotential der Cloud, da nur 25% der Angestellten ERP nutzen, mobile Apps aber der gesamten Belegschaft offenstehen. SAP und coresystems liefern verschiedene added values und SAP bleibt grundsätzlich für Standards, Plattformen und Sicherheit zuständig, so Viehmann.

Nicola Wagner zeigte sich überzeugt vom Nutzen von mobile sales und dem Cloud-Konzept. Der Vertrieb habe so die Daten in Echtzeit parat und durch den Wegfall von papierbasierten Dokumenten wie Rechnungen und Bestellorder, konnte eine Arbeitskraft des Unternehmens für andere Aufgaben eingesetzt werden. Kaum zu überschätzen ist für Wagner der „Look und Feel“ Effekt des iPads, wenn Kunden Produkte darauf präsentiert werden.

Skeptisch zeigten sich einige Teilnehmer bezüglich der Sicherheit von Daten in der Cloud. Manuel Grenacher merkte hierzu an, dass die Cloud für kleine Unternehmen häufig sicherer sei  als die eigene IT-Struktur. Unternehmen sollten auch nicht die komplette IT auslagern, sondern On Premise Lösungen weiterhin nutzen und von dort ausgehend den Weg zur Cloud einschlagen. Die Bedenken vergleicht Grenacher mit den Anfängen der E-Mail, die zu Beginn nur intern eingesetzt wurde. Je mehr sich die  Cloud etabliert, desto mehr verschwinden die Bedenken. Hilfreich sind die Pläne von Google und Apple selbst Clouds anzubieten, da so Verständnis und Akzeptanz zunehmen.

(Foto: Daniel Hardt)

Fast fertig: App zur Zeiterfassung (Foto: Daniel Hardt)

Workshops: APIs und Apps kreieren

Wer ERP-Daten über die Cloud bezieht, benötigt eine Programmierschnittstelle (API). Coresystems bietet drei Varianten: easy, pro und expert. Bei der easy Version werden XML-Objekte in einem Folder kreiert, der als In- und Outbox, ähnlich wie die Dropbox im Consumerbereich, funktioniert.  Die pro Version verwendet neben XML auch .Net. Partner kreieren damit eigene Connector. Ein SDK für Windows und eine Transporter Library sind vorhanden.

Expert besitzt keine Library, sondern ist komplett unabhängig, da auf REST-Services basierend. Mehr Freiheiten bedeutet aber auch aufwendigere Programmierung. Um mobile Geräte Offline nutzen zu können, wird eine Sychronisierung durchgeführt, mit dem Effekt, dass Daten nicht automatisch und auch nur neue Datensätze verschickt werden.

Wie die Verbindung zur Cloud über die easy Version hergestellt wird, konnten die Teilnehmer des Partnerday in einem Workshop selbst ausprobieren. Mit einem Mac ausgestattet, durfte ein neuer XML-Client definiert werden, in dem Fall ein fiktiver Business Partner. Dieser wird automatisch an die Cloud geschickt und gelangt anschließend über den coresuite mobile client zum Endgerät. Per Synchronisierung werden die hinterlegten Infos aus der Cloud gezogen und über den mobile client weitergeleitet. Die easy Variante ist beispielsweise für Excel-Sheets geeignet, nicht jedoch für ERP-Systeme wie Business One.

In einem weiteren Workshop entwickelten die Teilnehmer eine iPhone-App zur Zeiterfassung, welche aus zwei der bekannten „Roll-Kalender“ von Apple besteht. In Apples Entwicklungsumgebung xCode und unter Verwendung von Interface View, Objective C und weiteren Tools, wurde per Drag&Drop zuerst die UI entwickelt und anschließend die Funktionen zugeordnet.

(Foto: Daniel Hardt)

Coresuite mobile client im Einsatz (Foto: Daniel Hardt)

(Foto: Coresystems)

Feurige Darbietung zum Abend (Foto: Coresystems)

Der Mensch lebt nicht von IT allein

Wer 160 Gäste zugegen hat und beim letzten Partnerday  einen alten Doppeldecker für 70 Personen charterte,  muss sich heuer was einfallen lassen. Deshalb hatte Coresystems einen mehr als sehenswerten Fuhrpark organisiert. Denn nicht nur der Cloud wird Liebe entgegengebracht, auch beim Thema Auto schlagen zahlreiche Herzen höher.

Aufgabe für die Gäste: die „Mission Cloud“ zu überstehen. Je ein Gast durfte sich hinter das Steuer eines Traumwagens klemmen, der Beifahrer navigierte den Fahrer per iPad ans Ziel. Ein Wechsel auf halber Strecke war obligatorisch, da jeder einmal in den Genuss kommen wollte, Hunderte PS zu bändigen. An den Zwischenstopps mussten eine Schießbude sowie ein Quiz überwunden werden, anschließend ging es über windige Serpentinen zurück zum Firmensitz. Die Gäste zeigten sich begeistert, aber auch erfahren beziehungsweise umsichtig genug, so dass alle Wagen heil zurückgegeben werden konnten.

Nach Abschluss des letzten Workshops ging es zum gemütlichen Teil über. Zwei junge Mitglieder des Coresystems-Teams zeigten keine Scheu vorm Rampenlicht und boten dem internationalen Publikum eine gut inszenierte Zaubershow. Beim zweiten Showact wurde deutlich, dass das Spiel mit dem Feuer durchaus seinen Reiz hat. Wer anschließend immer noch nicht genug hatte, für den ging es per Shuttlebus ins nahegelegene Baden, um zum Ausklang noch einmal das Tanzbein zu schwingen.

(Foto: Coresystems)

Blickfang vor der Coresystems-Villa (Foto: Coresystems)

(Foto: Coresystems)

Auch ein Bentley Continental Supersports Cabrio ist mit von der Partie (Foto: Coresystems)

Audi R8 (Foto: Daniel Hardt)

Audi R8 GTR (Foto: Daniel Hardt)

Nissan Skyline (Foto: Daniel Hardt)

Nissan GT-R SpecV by Novidem (Foto: Daniel Hardt)

(Foto: Daniel Hardt)

Andere Perspektive, ebenfalls Nissan GT-R (Foto: Daniel Hardt)

Porsche (Foto: Daniel Hardt)

modifizierter Porsche Boxter (Foto: Daniel Hardt)

(Foto: Daniel Hardt)

Ferrari 360 Spider (Foto: Daniel Hardt)

(Foto: Daniel Hardt)

Lamborghini Gallardo Spider (Foto: Daniel Hardt)

(Foto: Daniel Hardt)

Auch schön von vorne anzusehen (Foto: Daniel Hardt)

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