cProjects 4.5: SAP holt Anwender mit ins Boot

Feature | 12. März 2008 von Fabian Fischbach, Dirk Petzoldt 0

Pünktlich im Dezember 2007 startete der SAP-Ramp-Up-Prozess für cProjects 4.5. Jetzt wird das neue Release bei auswählten Kunden eingeführt, darunter die MAHLE Filtersysteme GmbH und Mercedes-Benz Accessories GmbH. Deren Erfahrungen fließen erneut in die Weiterentwicklung der Software ein. Denn SAP Ramp-Up ist nur ein Aspekt der engen Zusammenarbeit, die SAP bei der Gestaltung der neuen cProjects-Version mit den Anwendern pflegte. Bereits seit Sommer 2006 nahmen SAP-Entwickler systematisch die Anregungen von cProjects-Kunden auf. Eine Reihe von Verbesserungen im neuen Release geht auf diese Impulse zurück.

Neuerungen und Erweiterungen hat cProjects sowohl funktional als auch in punkto Integration und Bedienbarkeit zu bieten. Mehr Komfort für Anwender bringt beispielsweise das neue “Projekt-Dashboard”. Mitarbeiter können damit direkt in der Tabellenansicht eines Projektes filtern und eigene Sichten definieren, die beispielsweise einen schnellen Überblick über kritische Aufgaben liefern. Außerdem lassen sich in cProjects 4.5 Inhalte in verschiedene Formate exportieren, einschließlich Microsoft Excel.

Optisch aufpoliert präsentiert sich das Gantt-Diagramm, das erfolgskritische Aufgaben jetzt verschiedenfarbig hervorhebt, so dass der aktuelle Stand auf einen Blick erkennbar ist. Außerdem lassen sich viele Planungstätigkeiten ohne zusätzliche Navigation direkt im Gantt erledigen. Darüber hinaus können Anwender ihre Layout-Einstellungen speichern.

Prognosen für präzise Preise

Funktional punktet cProjects 4.5 in den Bereichen Multi-Projekt- und Ressourcen-Management. So zeigt der neue Multi-Projekt-Monitor mehrere Projekte einschließlich ihrer Verknüpfungen grafisch an und macht so betriebliche Abhängigkeiten sichtbar, beispielsweise zwischen Haupt- und Teilprojekten. Damit können Unternehmen Projektbeziehungen vorausschauend steuern und leichter Synergien erzielen.

Der Monitor bietet außerdem verschiedene Filteroptionen, mit denen ein Projektleiter zum Beispiel sämtliche Aufgaben eines Mitarbeiters aufrufen und sich einen Überblick über dessen Auslastung verschaffen kann. Maßgebliche Impulse für den Multi-Projekt-Monitor kamen von engagierten SAP-Kunden. Dazu zählt der Automobilzulieferer Continental AG. Die Continental Automotive Divisionen steuern ihre Projekte derzeit erfolgreich mit dem aktuellen Release der Software, cProjects 4.0.

Zu den Neuerungen im Ressourcen-Management gehört die aufgabenbasierte Bedarfsplanung, die benötigte Ressourcen entsprechend der Terminlage und dem Umfang der zugeordneten Tätigkeiten periodengenau berechnet. Die Funktion kommt Projektleitern vor allem dann zu Gute, wenn bei Terminverschiebungen neu oder umgeplant werden muss.

Darüber hinaus lassen sich im Ressourcen-Management nun Bedarfe, Verfügbarkeiten, Besetzungen oder Reservierungen grafisch visualisieren. Die Grafiken helfen, die Stabilität einer Ressourcenplanung, die im Verlauf eines Projekts “reift”, besser abzuschätzen. Denn während in der Frühphase Ressourcenbedarfe häufig auf Schätzungen beruhen, leiten sie sich im weiteren Verlauf von den tatsächlich eingeplanten Aufgaben ab.

Eine weitere Neuerung ist die periodengenaue Kalkulation, die es erlaubt, Personalkosten entsprechend der verteilten Bedarfsplanung mit jeweils aktuellen Kostensätzen zu überschlagen. So entsteht eine genauere Kostenprognose, mit der die Preise für Kundenprojekte besser ermittelt werden können.

Das neue Release ermöglicht Mitarbeitern außerdem eine gezielte Suche nach vakanten Projektpositionen. Definierte Suchkriterien, etwa nach Qualifikationen oder Einsatzort, und ein Qualifikationsabgleich erleichtern es, passende Stellen zu finden.

Erweiterte Integration bringt mehr Komfort

Die noch engere Integration von cProjects 4.5 mit Lösungen der SAP Business Suite verschafft den Anwendern zusätzlichen Komfort. Dies gilt unter anderem für die Arbeitszeiterfassung in CATS (Cross Application Time Sheet). Durch die erweiterte Integration des neuen Release mit dem Enhancement Package 3 für SAP ERP 6.0 können Mitarbeiter zusätzlich zur geleisteten Zeit nun auch Informationen zum Arbeitsfortschritt in der CATS-Oberfläche erfassen.

Erweitert wurde auch die Anbindung an SAP Resource and Portfolio Management (SAP RPM). Dies vereinfacht beispielsweise die Synchronisation von Terminen. Außerdem können Anwender im Portfolio verschiedene Projektphasen mit so genannten Entscheidungspunkten verknüpfen und dadurch portfolio- und projektrelevante Termine und Fortschritte besser miteinander abstimmen. Außerdem sind ausgewählte Portfolio-Daten, wie Plan- und Istkosten, auf Projektebene sichtbar.

Dank der engeren Anbindung an das strategische Ressourcen-Management in SAP RPM entsteht ein lückenloser Kreislauf bei der Planung, Durchführung und Kontrolle von Ressourcenbedarfen und Besetzungen. Unter anderem lassen sich aus der strategischen Ressourcenplanung operative Bedarfe im Projekt erzeugen und Stellenbesetzungen oder Kandidaten vom Portfolio aus anlegen.

Da sowohl die operative Planung als auch Ist-Informationen ins Portfolio geladen werden können, sind hier nun Prognose-, Plan- und Ist-Vergleiche möglich. Bei der Integration zu Microsoft Project verbesserte SAP unter anderem den Export und Import von Daten, Checklisten und Termineinschränkungen. Damit sind die Projektpläne in beiden Lösungen besser aufeinander abgestimmt.

Mit cProjects 4.5 lassen sich außerdem Six-Sigma-Verbesserungsprojekte effizient abbilden. Dazu bietet die Lösung die entsprechenden Projektrollen sowie die Möglichkeit, Projektkennzahlen flexibel zu definieren und im Berichtswesen nachzuverfolgen.

Anwender geben Impulse

Dass SAP bei der Entwicklung der Lösung die Anwender ins Boot holte, kam bei den Unternehmen sehr gut an. Viele von ihnen profitieren bereits von cProjects 4.0. Bereits im Sommer 2006 informierten sich die Anwender bei einem Kundentest in der SAP-Zentrale in Walldorf über den aktuellen Stand der geplanten Erweiterungen. Die Resonanz auf diese Veranstaltung bringt Dirk-Alexander Kogel, Sprecher des Arbeitskreises “cProjects und SAP RPM“ der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG), auf den Punkt: “Dies war der Beginn einer sehr produktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitskreis und SAP.”

Anschließend nahm SAP in verschiedenen Workshops sowie bei Kunden vor Ort konkrete Anforderungen des Arbeitskreises an das neue Release auf. Wenige Monate später standen den Kunden kleine Verbesserung über Service-Packs zur Verfügung, darunter Erweiterungen der Tabellenansicht und die Möglichkeit, die Suche nach Ressourcen individuell zu erweitern. Weitere Anforderungen, etwa der Multi-Projekt-Monitor, werden nun mit dem neuen Release ausgeliefert.

Auf Herz und Nieren geprüft

Im September 2007 bot ein so genannter “Acceptance Test” ausgewählten Kunden die Gelegenheit, cProjects 4.5 eingehend unter die Lupe zu nehmen. Die SAP-Entwicklung nutzte auch hier die Rückmeldungen, um die Qualität der Software weiter zu verbessern. Manfred Haeusler, Globaler Projektmanager IT bei der MAHLE Fitersysteme GmbH zieht eine positive Bilanz: “Wir konnten uns von der Qualität von cProjects 4.5 überzeugen. Auch aufgrund der positiven Zusammenarbeit mit dem SAP-Vertrieb und der Ramp-Up-Organisation, sind wir zuversichtlich, die Einführung erfolgreich abzuschließen.”

Eine weitere Möglichkeit, das neue Release sowie erste Entwürfe für nachfolgende Versionen auf Herz und Nieren zu prüfen, bot sich Kunden im November 2007 beim Jahreskongress der DSAG. Hier wurde cProjects 4.5 im Usability-Testcenter auf den Prüfstand gestellt. Die SAP-Entwicklung nahm hier erneut das Feedback der Kunden auf.

Ebenfalls im November nutzte der Zubehörlieferant Mercedes-Benz Assecoirs GmbH (MBA) die Möglichkeit, das neue Release zu validieren. Auf einem von SAP bereitgestellten System testeten Projektleiter und Mitarbeiter aus unterschiedlichen MBA-Geschäftsbereichen cProjects 4.5 mit eigenen Daten und Geschäftsvorfällen. Carsten Schmidt, Leiter des Competence Centers und IT-Managements von MBA, lobt die Zusammenarbeit: “Es war für uns eine sehr positive Erfahrung, unsere Anforderungen im Vorfeld der Implementierung von cProjects mit eigenen Daten bei SAP zu testen.”

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