Soccer team in a huddle

Damit jedes Mädchen seine #Stimme findet

Blog | 13. August 2015 von Ursula Ringham 0

Ich war nie jemand, der in einer Runde stumm geblieben ist. Ich habe meiner Stimme immer Gehör verschafft. Die Fähigkeit, für meine Ideen zu sprechen, habe ich meinen Eltern, meinen Lehrerinnen und Mentorinnen sowie meiner Erziehung und meiner Ausbildung zu verdanken. Sie alle haben entscheidend dazu beigetragen, dass ich heute als erfolgreiche Frau im Berufsleben stehe.

Ich habe meine Stimme schon in jungen Jahren gefunden, denn ich habe gelernt, dass ich auf meine Ideen vertrauen darf und dass meine Ideen wertvoll sind. In meiner Erziehung wurde mir beigebracht, dass Lernen und Führen für Frauen genauso selbstverständlich sind wie für alle anderen Menschen. Wir haben alle etwas Wichtiges zu erzählen, und wir möchten alle gehört werden. Und wenn Du ein Mädchen bist, ist Deine Stimme wichtig. her voice

Aber als berufstätige Frau in der Hightech-Branche muss ich immer wieder erleben, wie viele Frauen ihre Stimme unterdrücken. Wie die US-Managerin und Autorin Linda Bernardi vor einiger Zeit sagte: „Frauen, wenn Ihr gehört werden wollt, müsst Ihr den Mund aufmachen. Und brüllen!“ Wir können alle unseren Willen zum Erfolg zeigen, wie es Sheryl Sandberg in ihrem Buch „Lean in“ fordert, und uns gegenseitig helfen. Aber den ersten Schritt müssen wir bei unseren Schwestern, Töchtern, Nichten und Freundinnen bereits in deren Kindheit und Jugend tun. Wir müssen schon früher Einfluss auf Mädchen nehmen, noch bevor ihre Stimme verstummt.

„Die Stimme verlieren“

Die US-amerikanische Professorin Carol Gilligan, Autorin des bahnbrechenden feministischen Buchs Die andere Stimme, entdeckte ein Phänomen unter jungen Mädchen, das sie als das „Verlieren der Stimme“ bezeichnete. Damit meint sie den drastischen Verlust an Selbstvertrauen und sozialer Anerkennung, den viele Mädchen während des Heranwachsens vom Kind zur jungen Frau erleben. Wenn ihre Ideen auf zu großen Widerstand treffen, geben Mädchen oft schon den Versuch auf, sich Gehör zu verschaffen.

Und das passiert genau an der Schwelle zum Entdecken einer Welt, die ihnen so viel zu bieten hätte. Der Pfadfinderbund „Girl Scouts of America“ hat eine Umfrage unter zwölfjährigen Mädchen durchgeführt. Dabei gaben 74 Prozent der Befragten an, ihre Lieblingsbeschäftigung sei es, „die Welt um mich herum zu verbessern“. Wenn diese Mädchen nur nicht ihre Stimme verlieren würden. Ihre inspirierenden Ideen könnten die Welt verändern.

Wir müssen jedes Mädchen dazu ermutigen, seine #Stimme zu finden. Wir müssen mehr weibliche Vorbilder fördern, die Ausbildung von Mädchen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) unterstützen und Programme entwickeln, in denen Mädchen lernen können, dass ihre Ideen wichtig sind. Das wird nicht über Nacht geschehen. Aber die jungen Frauen der nächsten Generation, die Mädchen in ihrem Selbstvertrauen stärken und ein Umdenken in der Gesellschaft bewirken wollen, ermutigen mich.

„Girls Driving for a Difference“her voice 2

Was will eine Handvoll Stanford-Studentinnen mit einer sommerlichen Wohnmobil-Tour durch Amerika erreichen? Einer besonders schwach repräsentierten Gruppe in unserer Gesellschaft – Schülerinnen in den unteren Klassen der weiterführenden Schulen – einen kreativen, inspirierenden und neuartigen Zugang zum Lernen eröffnen.

Das Programm Girls Driving for a Difference ist eine echte unternehmerische Initiative. Vier Millenials machen die Reise ihres Lebens und besuchen 50 Städte in 38 US-Bundesstaaten, um Mädchen zu ermutigen, ihre besten und vielversprechendsten Ideen für eine bessere Welt zu artikulieren. Diese Meisterleistung vollbringen sie, indem sie die Mädchen in Design-Thinking-Workshops anleiten.

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist ein neuartiger Ansatz zum Lösen von Problemen und Aufbauen von Selbstvertrauen. Diese Workshops sollen den Mädchen nicht nur die nötigen Werkzeuge geben, sondern auch das Vertrauen in ihre kreativen Fähigkeiten, das sie brauchen, um jede Herausforderung zu bewältigen. Sie lernen dort auch, Risiken einzugehen, mit anderen zusammenzuarbeiten und Fehler wertfrei als Lernansatz anzunehmen.

Wie das Team von Girls Driving for a Difference es definiert: Es ist ein „kreativer Prozess, mit dem jedes Problem angepackt werden kann. Es beginnt mit dem Kennenlernen des ‚Nutzers‘ und geht über das Definieren des Bedarfs und der Herausforderung und das Ideensammeln bis zum Finden von Lösungen und Entwickeln von Konzepten, die dann schließlich ausprobiert werden!“

Der Prozess entwickelt sich zwar mit jeder Klasse und mit jeder Iteration weiter, doch wird nach einem verbreiteten Modell Kreativität in fünf Phasen gegliedert: Verstehen und Beobachten, Definieren, Ideenfindung, Entwickeln eines Prototypen und Testen. Der entscheidende Punkt ist hierbei, dass diese Phasen nicht linear verlaufen, vielmehr können sie sich überschneiden oder sogar gleichzeitig ablaufen, was in der Praxis auch oft der Fall ist. Durch eine neue Art, diesen Prozess zu veranschaulichen, können die Mädchen die einzelnen Schritte erfolgreich durchführen und ihr endgültiges Produkt selbstbewusst präsentieren.

Beim Design Thinking geht es vor allem darum, Vertrauen in seine eigenen schöpferischen Fähigkeiten zu gewinnen. Die Coaches von Girls Driving for a Difference führen diese Workshops in ganz Amerika durch, um den Frauen von morgen, die als Managerinnen unsere Welt mitgestalten, eine Stimme zu geben.

Die SAP unterstützt mit Stolz diese Initiative, die von starken Frauen in Führungspositionen gefördert wird, darunter unsere Marketing-Chefin Maggie Chan Jones, Chief Learning Officer Jenny Dearborn und VP Global SME und Partner Marketing Meaghan Sullivan.

Neue Ideen, neue Führungspersönlichkeiten für eine bessere Welther voice 1

Unternehmergeist kommt oft aus unerwarteten Ecken. Menschen mit originellen Sichtweisen brechen die verkrustete Ordnung auf, weil sie Probleme aus einem anderen Blickwinkel beleuchten, der vielleicht einen viel einfacheren Weg offenbart. Und Innovation ist möglich, wenn diese Ideen verbalisiert werden.

Girls Driving for a Difference bietet jungen Schülerinnen mit seinen Workshops ein Sprungbrett für produktives, schöpferisches Denken auf der Grundlage des Design Thinking an. Hier können Mädchen das Selbstvertrauen gewinnen, das sie brauchen, um ein eigenes Unternehmen aufzumachen oder eine erstaunliche Berufslaufbahn in typischen Männerdomänen wie der Hightech-Industrie einzuschlagen. Und wenn vier junge Frauen auf ihrer Wohnmobil-Tour durch Amerika auch nur einem Mädchen helfen können, seine #Stimme zu finden, haben wir schon eine Frontfrau für eine bessere Zukunft dazugewonnen.

Die SAP engagiert sich mit

Als Starthilfe für die Sommertour von Girls Driving for a Difference hat SAP Silicon Valley einen Workshop für 25 Töchter von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern veranstaltet. Ein besonderes Dankeschön an Jenny Dearborn, Sally Lawler Kennedy und Elizabeth Martin für die Betreuung der Mädchen während des Workshops. Aktuelle Vlogs, Fotos und Storys von unterwegs sind in den sozialen Netzwerken zu finden, die auf der Website von Girls Driving for a Difference aufgelistet sind.

 

Fotos: Shutterstock, SAP 

Tags: , ,

Leave a Reply