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„Das hat im Mittelstand gefehlt“

Feature | 3. Juni 2013 von Anja Paschke-Hess 0

Der Business Performance Index (BPI) Mittelstand ist Studie und Benchmark-Tool in einem. Jochen Wießler, Leiter des SAP-Partner- und -Mittelstandsgeschäfts, erklärt, wie mittelständische Unternehmen den BPI für sich nutzen können.
Herr  Wießler, was genau ist der Business Performance Index (BPI) Mittelstand?

Wießler: Der Business Performance Index (BPI) Mittelstand ist eine langfristig angelegte Studienreihe, mit der Prozessleistungsfähigkeit, IT-Unterstützung und der Reifegrad innovativer IT-Lösungen in mittelständischen Unternehmen untersucht werden. Das Analystenhaus techconsult führt die Studie jährlich in den Branchen Fertigung, Dienstleistung und Handel durch. Der BPI ist aber noch mehr: Mittelständischen Unternehmern bietet er die Möglichkeit, sich selbst auf die genannten Leistungsindikatoren zu prüfen und die eigenen Ergebnisse mit Unternehmen der gleichen Subbranche und Größe zu vergleichen. Vor allem der deutsche Mittelstand definiert sich über Markt- und Innovations-Führerschaft. Der BPI hilft den Unternehmen, wettbewerbsfähiger zu werden oder zu bleiben.

Warum sollte sich ein mittelständischer Unternehmer mit dem BPI beschäftigen?

Wießler: Für Unternehmen ist das Wissen um die eigenen Stärken und Schwächen eine strategische Notwendigkeit. Mittelständler haben jedoch kaum die nötigen zeitlichen und finanziellen Ressourcen, um sich objektiv mit dem Wettbewerb zu benchmarken.

Der BPI schliesst diese Lücke. Innerhalb von nur 30-45 Minuten und völlig kostenfrei kann ein mittelständischer Unternehmer mit Hilfe des BPI-Onlinefragebogens seinen eigenen Standort bestimmen. Als Ergebnis erhält er eine individuelle, objektive Auswertung, die zeigt, in welchen Prozessbereichen er im Vergleich zum direkten Wettbewerb Schwächen oder Stärken hat. Daraus lassen sich dann konkrete Handlungsbedarfe ableiten und Optimierungsprojekte priorisieren. Da die Daten der BPI-Studie jährlich aktuell erhoben werden, kann der Selbst-Benchmark jedes Jahr neu durchgeführt werden. Damit ist eine kontinuierliche Erfolgskontrolle und Justierung möglich.

Herr Wießler, inwieweit bringt es mittelständischen Unternehmen denn tatsächlich etwas, ihre Prozesse mithilfe des BPI-Benchmarks anzuschauen und daran zu arbeiten?

Wießler: Der Mittelstand steht wie die meisten Unternehmen im globalen Wettbewerb. In der BPI-Studie hat techconsult eindeutig nachgewiesen, dass Unternehmen mit einem hohen individuellen BPI-Wert, sprich sehr gut funktionierenden Prozessen, in der Regel auch einen positiveren Unternehmenserfolg verzeichnen als Unternehmen mit einem niedrigen BPI-Wert. Ganz konkret: In der aktuellen BPI-Gesamtauswertung für den Mittelstand haben die Analysten von techconsult herausgefunden, dass Unternehmen mit einem BPI-Wert von 67 (von max. 100) in der Regel eine positive Gewinnentwicklung vorweisen können. Das heißt auch: Wenn ich mich als Unternehmen mit den Top-Performern meiner Branche vergleiche, kann ich erkennen, welche Potenziale in Bezug auf den Unternehmenserfolg möglich sind.

SAP hat den BPI mit initiiert und unterstützt ihn als Hauptsponsor. Welche Vorteile ergeben sich dadurch für SAP-Kunden?

Wießler: Jedes Unternehmen möchte natürlich eine auf die eigenen Unternehmensprozesse zugeschnittene ERP-Lösung. Denn nur wenn sich Prozesse und IT perfekt ergänzen, entsteht ein echter Wettbewerbsvorteil. Mit unseren ERP-Lösungen liefern wir die passende leistungsfähige Software. Durch den BPI-Benchmark möchten wir unseren Kunden darüber hinaus helfen, einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit ihrer Prozesse zu erhalten, den Grad der IT-Unterstützung und die Nutzung innovativer IT-Lösungen in ihrem Unternehmen. Der BPI unterstützt Unternehmen dabei, ihre Anforderungen an IT-Lösungen schneller und genauer zu identifizieren – das spart Zeit und Budget.

Aber natürlich interessieren uns auch die generellen Studienergebnisse. Wenn wir wissen, wie intensiv Mittelständler nach modernen IT-Lösungen greifen, um ihre Prozesse zu verbessern, und welche Herausforderungen bestehen, können wir uns darauf einrichten. Auch wenn wir die Studie unterstützen, nehmen wir natürlich keinerlei Einfluss auf die Ergebnisse. Alle erhobenen Daten sind absolut neutral und anonym.

Der BPI wird mittlerweile schon im dritten Jahr erhoben. Wie sind die Feedbacks von Kunden und Partnern?

Wießler: Der BPI ist eine Kombination aus Langzeitstudie und Benchmarkwerkzeug, die speziell für die Bedürfnisse des Mittelstands konzipiert wurde. Dass wir mit dieser Idee richtig lagen, bestätigt uns nicht nur die enge Kooperation mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft BVMW und – seit März – auch mit dem renommierten Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) der RWTH Aachen, sondern auch eine stetig wachsende Zahl an BPI-Partnern.

Von der Kundenseite bekommen wir immer wieder gespiegelt, wie groß der Erkenntnisgewinn gerade in Bezug auf die Prozessgestaltung und Prozessqualität bei den Mittelständlern ist. Die Gespräche über die BPI-Ergebnisse werfen häufig ein ganz anderes Licht auf den aktuellen Status im Unternehmen, als die Wahrnehmung ist, – die Folge ist häufig ein viel genaueres Hinschauen bei den Verantwortlichen in Business und IT – vor allem wenn das eigene Ergebnis gemessen am Wettbewerb oder an den Topperformern zu wünschen übrig lässt.

Weitere Informationen:
Mobile Lösungen sind im Mittelstand auf dem Vormarsch – hier lesen.
Der Business Performance Index im Branchen- und Ländervergleich.

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