Kurze Antwortzeiten, bessere Auslastung

Feature | 13. Juni 2007 von admin 0

SAP Customer Relationship Management (SAP CRM) ermöglicht Unternehmen einen raschen Zugang zu Echtzeitdaten aus Telefonanrufen, E-Mails und Internet, mobilen Clients und Handhelds sowie Daten aus anderen SAP-Lösungen. Um die Hardwareanforderungen und Leistung von SAP Customer Relationship Management 2005 besser darstellen zu können, führte das SAP Competence Center von Dell im September 2006 Tests mit Hilfe des SAP Interaction Center Benchmark durch.

SAP Interaction Center Benchmark

Das SAP Interaction Center Benchmarking bietet SAP Benchmark- und Zertifizierungsprogramme an, die Unternehmen helfen, die Leistung einer SAP-Anwendung in repräsentativen Hardware-Umgebungen zu beurteilen. Ziel ist es, den SAP-Kunden Daten zur Verfügung zu stellen, wie sich eine Hard- und Software-Umgebung für eine große Anzahl von Anwendern für möglichst geringe Antwortzeiten konfigurieren lässt.

Das SAP Interaction Center Benchmark (IC Benchmark) für SAP CRM 2005 konzentriert sich auf folgende Szenarien:

  • Eingehende Anrufe mit Kontakthistorie anzeigen und Interaktionsdaten anlegen
  • Kontakte mit Folgeaktivität
  • Suche nach der Kontakthistorie und Anzeige der historischen Daten
  • Inbound-Vertrieb und Anlegen eines Auftrags
  • Service-Call mit Anlegen eines Service-Tickets

Für das Benchmarking spielt jeder Anwender pro Test ein Szenario durch. Insgesamt lassen fünf Anwender fünf verschiedene Szenarien parallel laufen.

Zweistufige Test-Architektur

Für das IC Benchmarking wurde ein Dell PowerEdge 6850-Server mit Dual-core Intel Xeon 7040 Prozessoren und ein Dell/EMC Storage Area Network (SAN, Speichernetzwerk) verwendet. Auf dem PowerEdge 6850-Apllikationsserver war Microsoft Windows Server 2003 Enterprise x64 Edition OS zusammen mit SAP CRM 2005 und der Microsoft SQL Server 2005 Software installiert. Ein Dell PowerEdge 2500 Server diente als Client-Rechner.

Die Datenbank und die Anwendungen waren auf einem zentralen Applikationsserver (PowerEdge 6850) installiert. Das SAP-CRM-Front-End lief auf dem Client-Rechner. Der Client war durch eine Gigabit-Ethernetverbindung mit dem Server angebunden. Der Anwendungsserver sendete während des Tests Datenbankanfragen an die SQL-Server-Datenbank, die sich auf einer RAID-10 LUN (Logical Unit Number) auf dem Dell/EMC CX600 Storage Array befand. Die Datenbank war über mehrere QLogic QLE2460 Host-Bus-Adapter an zwei Brocade SilkWorm 3800 Fibre Channel Switches angebunden. Diese Switches wurden in Zonen eingeteilt. Somit gab es in jeder Zone nur einen Initiator (HBA) und mehrere Ziele (LUNs), das Storage Array war an denselben physikalischen Switch und dieselben logische Zone angebunden. Die EMC PowerPath-Software auf dem Applikationsserver verfügte über einen optimierten HBA-Lastausgleich und eine Ausfallsicherung. Die mehrfach vorhandenen Pfade zwischen dem Storage Array und jeder konfigurierten LUN sorgten dafür, dass selbst beim Ausfall einer Komponente anfragende Anwendungen immer noch Zugriff auf ihre Daten hatten.

Den Königsweg finden

Die IC Benchmark-Tests machten deutlich, dass vor allem die Anzahl der Instanzen, die Anzahl der Dialogarbeitsprozesse und die Einstellung des sequentiellen Speichers Antwortzeit und Prozessorauslastung bei der Verwendung von SAP CRM beeinflussen.

Anzahl der Instanzen

Bildschirmwechsel und Interaktionen mit der grafischen Benutzeroberfläche von SAP CRM sorgen bei den Dialogarbeitsprozessen für Last. Standardmäßig werden jeder Instanz zwei Dialogarbeitsprozesse zugewiesen, maximal sind es 99. Werden zuwenig Prozesse ausgeführt, ist die Hardware nicht genügend beansprucht, zu viele Prozesse hingegen beeinträchtigen die Leistung kritischer Anwendungen. Hier gilt es, den Königsweg zu finden.

Um diese Zahl zu ermitteln, wurden 300 Anwender simuliert, die 13 Dialogarbeitsprozesse mit einem gesperrten Zugang zum sequentiellen Speicher über ein bis vier Instanzen abarbeiteten. Gemessen wurden jeweils Antwortzeit und Prozessorauslastung. Bei niedriger Prozessorauslastung ergaben sich für eine Instanz vergleichsweise lange Antwortzeiten. Mit jeder weiteren Instanz nahm erwartungsgemäß die Prozessorauslastung zu, während sich die Antwortzeiten zunächst bei zwei und drei Instanzen jeweils verkürzten, dann aber bei „Zuschaltung“ der vierten Instanz wieder verlängerten. Das eindeutige Resultat: Der Betrieb mit drei Instanzen gewährt eine gute Prozessorauslastung bei bestmöglichen Antwortzeiten.

Anzahl der Dialogarbeitsprozesse

Bildschirmwechsel und Interaktionen mit der grafischen Benutzeroberfläche von SAP CRM sorgen bei den Dialogarbeitsprozessen für Last. Standardmäßig werden jeder Instanz zwei Dialogarbeitspro-zesse zugewiesen, maximal sind es 99. Werden zuwenig Prozesse ausgeführt, ist die Hardware nicht genügend beansprucht, zu viele Prozesse hingegen beeinträchtigen die Leistung kritischer Anwen-dungen. Hier gilt es, den Königsweg zu finden.

Die Simulation wurde mit einer Last von 300 Anwendern, drei Instanzen, einem gesperrten Zugang zum sequentiellen Speicher und fünf bis 17 Prozessen durchgeführt. Messungen der Antwortzeiten und Prozessorauslastung ergaben ein Optimum bei 13 Dialogprozessen.

Einstellung des sequentiellen Speichers

Der Zugang zum sequentiellen Speicher wird in den BIOS-Prozessoreinstellungen (Basic Input Output System ) festgelegt und erlaubt das Prefetching (Vorabruf), um Daten in den Speicher oder Cache zu bringen, bevor sie bearbeitet werden. Gewöhnlich ist der Zugang in der Standardeinstellung aktiviert. Das System ist somit optimiert für Anwendungen, die einen Zugang zum sequentiellen Speicher benötigen. Sinnvoll ist dies für Anwendungen, die immer in der gleichen Reihenfolge auf die Daten zugreifen. Werden die Daten jedoch wahllos abgerufen, ist es meist besser den Zugang zum sequentiellen Speicher zu blockieren.

Das IC Benchmark mit SAP CRM 2005 wurde mit einer Last von 250 Anwendern, drei Instanzen und 13 Dialogarbeitsprozessen durchgeführt, einmal mit aktiviertem Zugang zum sequentiellen Speicher, einmal gesperrt. Bei gesperrtem Zugang zum sequentiellen Speicher waren sowohl die Antwortzeiten als auch die Prozessorauslastung geringer – und somit im Umkehrschluss die Leistung des Verbunds besser.

Weitere Informationen

Benchmark-Ergebnisse
Details der SAP-zertifizierten (Zertifikationsnummer 2006078) IC Benchmark

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