Dem mobilen Käufer auf der Spur

Feature | 15. Oktober 2013 von Judith Magyar 0

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Gut ein Kilo wog vor 40 Jahren das erste Mobiltelefon. Für eine Gesprächszeit von weniger als 30 Minuten musste es ganze zehn Stunden aufgeladen werden. Seit diesem Zeitpunkt war allerdings klar: Die Zukunft gehört den Mobilgeräten. Neben dem Rad und dem Internet haben nur wenige andere Erfindungen einen größeren Einfluss auf unsere Art zu leben, zu arbeiten und zu spielen. Alle drei geben uns Bewegungsfreiheit – körperliche wie geistige.

Heute gehen 46 Prozent Besitzer eines Smartphones täglich damit ins Internet. Gleichzeitig ist die Nutzung von Smartphones für andere Aktivitäten als Anrufe oder Textnachrichten um 62 Prozent gestiegen. Mit ihren Smartphones lesen die Nutzer Bücher und Zeitungen, nutzen Unterhaltungsangebote, darunter Sportnachrichten, Spiele und Videos, bilden sich weiter, surfen, schreiben Nachrichten, suchen Informationen, kaufen ein und zahlen Rechnungen. Bereits 27 Prozent der Smartphone-Nutzer kaufen Produkte oder Dienstleistungen online ein. Und 80 Prozent würden gerne mehr über ihre Mobilgeräte einkaufen, wenn Hindernisse erst einmal beseitigt sind – seien es Sicherheitsbedenken, die vielen für einen Einkauf nötigen Eingaben oder eine fehlende Internetverbindung.

Smartphones verändern Interaktion zwischen Verbrauchern und Unternehmen

Dies sind einige der wichtigsten Ergebnisse der „Mobile-Consumer“-Umfrage, die vor Kurzem von SAP durchgeführt wurde. Ziel war, die weltweite mobile Entwicklung besser zu verstehen und Informationen zusammenzutragen, die Marketingchefs für ihre Entscheidungen nutzen können. Mobilgeräte haben die Interaktion zwischen Verbrauchern und Unternehmen so grundlegend verändert, dass Digital-Marketing-Abteilungen genau wissen müssen, wie die Konsumenten ihre Geräte einsetzen. Nur so können sie Marketingstrategien entwickeln, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen mobilen Nutzers zugeschnitten sind.

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Dieser Artikel ist Teil unseres Themenschwerpunkts Handel. Alle Beiträge des Schwerpunkts finden Sie in unserem Special.

Kulturelle, wirtschaftliche und technische Faktoren spielen eine Rolle für die Vorlieben der Verbraucher und die Art und Weise, wie sie einkaufen, Geld ausgeben und surfen. So möchten beispielsweise 96 Prozent der Smartphone-Nutzer in Schwellenländern wie Südafrika und Indien mehr Waren und Dienstleistungen über ihr Gerät kaufen. In Industrieländern wie den USA, Deutschland und Japan äußern nur 59 Prozent diesen Wunsch.

Einzelhänder oder Dienstleister, die von diesem vielversprechenden Kuchen der Mobilwelt ein Stück abhaben möchten, sollten sich über Folgendes im Klaren sein: Für Verbraucher werden gute mobile Services zunehmend wichtiger als technische Raffinessen. Geräte werden technisch immer ausgereifter. Damit steigen auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Verbraucher an die Services: 80 Prozent sind der Meinung, dass Unternehmen jedmögliche Technologie nutzen sollten, um ihren Kunden das Leben zu erleichtern. Und mehr als die Hälfte sagen, dass sie für bessere Interaktionsmöglichkeiten auf ihrem Smartphone auch einen Wechsel von Dienstleistern in Betracht ziehen würden. Diese Aussagen setzen die Marketing- und Infrastrukturabteilungen von Banken oder Unternehmen, die auf Mobile Commerce setzen, gehörig unter Druck.

SAP Precision Marketing App vernetzt Einzelhändler mit Kunden

Zum Glück gibt es Tools, die Dienstleistern, Banken und Einzelhändlern helfen, ihre Umsätze zu steigern und die Kundenbindung zu erhöhen. Als die Verkehrsbetriebe im kanadischen Quebec, die Société de Transport de Montréal (STM), ihre Fahrgastzahlen erhöhen wollten, hatte das Marketingteam eine clevere Idee: Um Kunden dazu zu bringen, den Nahverkehr stärker zu nutzen, führten sie die SAP Precision Marketing App ein. Mit der App können sich mehrere Hundert Einzelhändler und andere Betriebe dank Mobile und In-Memory Computing in Echtzeit mit ihren Kunden vernetzen und ihnen personalisierte Angebote machen. STM-Fahrgäste, die sich für das Programm registrieren, erhalten Echtzeitinfos und -Angebote zu Produkten und Dienstleistungen, die für sie aufgrund ihres Profils und Aufenthaltsorts relevant sind. Von dem Programm profitieren beide Seiten: Einzelhändler und Dienstleister, die sich in der Nähe von U-Bahn-Stationen und Bushaltestellen befinden, ebenso wie Fahrgäste, die ihre Einkäufe in ihren Fahrweg einbauen und dadurch Zeit und Geld sparen können.

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Nutzer von Mobilgeräten sind jedoch eine Größe, die nicht nur der Handel im Auge haben sollte. In seinem kürzlich veröffentlichten Blogbeitrag Goldrausch der Neuzeit: Chancen der Mobilwelt weist Anthony Reynolds, globaler Leiter für den Bereich Mobile Sales and Solutions bei SAP, darauf hin, dass die Nutzer mobiler Endgeräte auch Mitarbeiter sind, die ihre Geräte mit zur Arbeit bringen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich nicht nur mit Sicherheitsmaßnahmen auf diese Entwicklung einstellen müssen.

Unternehmen müssen der Konsumerisierung nachgeben

Die Mitarbeiter erwarten auch, dass sie bei der Erledigung ihrer beruflichen Aufgaben die gleichen Möglichkeiten haben und von der gleichen Anwenderfreundlichkeit profitieren wie im privaten Bereich. „Die Konsumerisierung der IT wirkt sich auf Entscheidungen in Unternehmen aus“, sagt Reynolds. „Mitarbeiter wollen Benutzeroberflächen, mit denen sie einfach mit Systemen interagieren können.“

Mit Produkten wie SAP Work Manager by Syclo und SAP Fiori Apps können Mitarbeiter einfache Self-Service-Aufgaben effektiv erledigen, ohne dass ihnen die Technologie im Wege steht.

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