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Den Drachen zähmen

Feature | 24. Mai 2016 von Paul Baur 0

Shanghai ist Symbol und Zentrum für Chinas rapiden Aufstieg. Die quirlige Metropole nimmt einem mitunter den Atem. Und mittendrin in all dem Treiben finden wir eine Generation von jungen Menschen, die all‘ die Hoffnungen und Träume einer Gesellschaft verkörpert, die nur eines will: nach oben. Der Erfolgsdruck, der auf den Bürgern von Shanghai lastet, ist immens.

Es ist eine Herausforderung, auf die viele Berufstätige treffen; doch in rasant wachsenden Märkten wie Indien, Brasilien und China ist alles permanent in Bewegung, was die Situation noch verschärft. Zwar gibt es unendlich viele Möglichkeiten; doch es braucht den richtigen Moment, um die Gelegenheit beim Schopf zu packen.

Marvin Qian kennt das. Er hat gesehen und zu spüren bekommen, was es heißt, sich immer wieder anpassen zu müssen. Marvin begann seine Karriere als Berater, ehe er vor vier Jahren als Entwickler zur SAP kam. Mit mehr als 2.500 Mitarbeitern in sechs Lokationen ist das SAP Lab in China der drittgrößte Entwicklungsstandort der SAP und eines der 15 SAP Labs weltweit.

Im Moment arbeitet Marvin im Team SAP Central Finance, das gerade eine neue Lösung auf Basis von SAP S/4HANA erstellt. Die Lösung, die Unternehmen dabei hilft, Geschäftsabschlüsse zu erstellen, ist bahnbrechend für Unternehmen. Mit Hilfe der In-Memory-Technologie lassen sich Finanzinformationen quasi „on the fly“ und in Echtzeit abrufen. In den meisten Unternehmen benötigt man zur Vorbereitung des Geschäftsabschlusses bis heute noch mehrere Wochen.

“Die Geschäftsprozesse sowie die Art und Weise, wie Produkte hergestellt werden, haben sich geändert”, sagt Marvin. “Man muss sich ständig immer wieder neu orientieren. Ich stand unter einem permanenten Erfolgsdruck; ich habe entweder ständig gearbeitet oder war dabei, mir neues Wissen anzueignen“, erklärt Marvin. “Das hat mich dazu gebracht, mir Ziele zu setzen, die nur sehr schwer zu erreichen waren. Dabei habe ich von mir selbst erwartet, immer schneller zu werden.“

Als der Druck immer größer wurde, wendete sich Marvin klassischer Meditation zu. Sie half ihm, seine innere Ruhe zu finden. Im Jahr 2013 entdeckte er Tai Chi für sich. Die Wurzeln von Tai Chi sind mit der traditionellen chinesischen Medizin und Philosophie verknüpft – genauer gesagt mit dem Taoismus, sowie mit Gigong, einer weiteren heilenden Übung, die Körper und Seele in Einklang bringen soll. Das jahrhundertealte Tai Chi stellte sich als quasi natürliche Weiterentwicklung von Marvins Meditationsübungen heraus. Es war für ihn der Schlüssel dazu, mit dem Druck des Alltags zurecht zu kommen.

„Wenn ich Tai Chi praktiziere, dann fühle ich mich erholt und beruhigt. Ich muss mich dabei auf mich und meine Bewegungen konzentrieren. Danach fühle ich mich erfrischt und voller neuer Energie”, sagt Marvin. So habe er gelernt, sich an die schnellen Veränderungen anzupassen. „Probleme in der Arbeit oder der Familie kann man so aus seinem Kopf verbannen. Nach langen Übungsphasen sind die Probleme erst einmal verschwunden und man ist wieder völlig erfrischt. Nach mehreren Monaten fühlte ich dann einen inneren Frieden”, erklärt er.

Marvin geht es dabei so gut, dass er Tai Chi seinen Kollegen empfiehlt. Dabei war es für ihn ursprünglich nicht mehr als ein Fitnesstraining für älterer Chinesen im Park.

Video: Natalie Hauck und Alex Januschke, SAP Development University

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