Soccer team in a huddle

Der Kampf um die besten Talente ist Chefsache

3. März 2014 von Anja Paschke-Hess 0

Der drohende „War for Talents“ macht die Arbeit der Personalabteilung zur Chefsache. Klaus Kempa, Managing Director bei Ciber Deutschland, schildert, wie sich Unternehmen organisatorisch auf den Kampf um die besten Köpfe einstellen können.

„Bereits in fünf, sechs Jahren werden Unternehmen das volle Ausmaß des demografischen Wandels zu spüren bekommen. Bisher herrschte ein Überangebot am Arbeitsmarkt, aber das Pendel schlägt zurück“, schätzt Klaus Kempa, bei Ciber Deutschland für die Servicelinie Human Capital Management zuständig. Personaler müssen daher jetzt vorausschauend handeln und für den passenden Nachwuchs sorgen, damit das über lange Jahre aufgebaute Know-how nicht mit den Ruheständlern das Unternehmen verlässt. Denn im schlimmsten Fall, so Kempa, kann ein solcher Verlust das Unternehmen die Existenz kosten.

Recruiting: Das Wichtigste sind spannende Aufgaben

Wer heute gute Köpfe für sich gewinnen will, muss alle Berührungspunkte mit potentiellen Mitarbeitern optimieren. Dazu gehört eine gelungene Präsenz im Netz. „Vor allem sollten die Unternehmen frühzeitig mit dem Recruiting ansetzen. Ein enger Kontakt zu den Hochschulen und regelmäßige Besuche von Jobbörsen und Hochschulmessen sind mittlerweile Pflicht“, so Kempa. Das Interesse der High Potentials zu wecken ist allerdings nur der erste Schritt.

Denn die Nachwuchskräfte der Generation Y treten potenziellen Arbeitgebern selbstbewusst gegenüber. Flexible Arbeitszeiten, eine ausgeglichene Work-Life-Balance und attraktive Entlohnung werden vorausgesetzt. Darüber hinaus erwarten die jungen Arbeitnehmer eine hohe Lernkurve. Sie wollen sofort in Projekte einsteigen und eigene Schwerpunkte setzen. „Das Wichtigste sind spannende Themen. Wenn sich die Young Professionals von heute langweilen, verlassen sie das Unternehmen bald wieder. Denn sie rechnen angstfrei damit, dass es in ihrem Leben zahlreiche Veränderungsprozesse geben wird“, zählt Kempa einige Charakteristiken auf. Die Generation Y möchte etwas bewegen und ist bereit, dafür hohe Leistung zu bringen.

Personalplanung muss Chefsache werden

„Statt sich nur mit klassischen SAP-Themen wie Rechnungswesen, Personalwirtschaft oder Einkauf zu befassen, möchten unsere Bewerber heute in Gebiete wie Big Data oder Cloud-Computing einsteigen“, nennt der Ciber-Chef Beispiele aus dem eigenen Haus. Verallgemeinert heißt das: Die Unternehmen müssen offen sein für Neues und jungen Talenten die Möglichkeit geben, sich mit ihren Themen in das Unternehmen einzubringen. Die Kommunikation hierüber wird zu einer zentralen Aufgabe – über die Grenzen der Personalabteilung hinaus bis in die Führungsebene der Unternehmen.

„Es ist wichtig, das Führungsverhalten genau zu beobachten, um bei Schwächen schnell nachjustieren zu können. Das erfordert Einstellungs- und Verhaltensänderungen nicht nur bei den Personalverantwortlichen, sondern auch im Management“, so Kempa. Personalplanung muss zur Chefsache und zu einem wesentlichen Element der strategischen Planung werden.

Herausforderung Talentmanagement

Neben dem Recruiting kommt dem Talentmanagement eine Schlüsselrolle zu. „Ein gekonntes Talentmanagement ist mit die größte Herausforderung für die Betriebe, ein echter Spagat. Denn einerseits müssen sie älter werdende Know-how- und Leistungsträger lange genug halten, damit diese ihr Wissen weitergeben können. Andererseits müssen Unternehmen den jungen, hungrigen Mitarbeitern eine Perspektive bieten“, schlägt Kempa den Bogen. Unabhängig von der Berufserfahrung sollten die Unternehmen ihren Mitarbeitern Möglichkeiten zur regelmäßigen Aus- und Weiterbildung bieten, etwa mit einem festen Budget für Schulungen. Oder Auslandsaufenthalte, bei denen die Mitarbeiter neue Erfahrungen sammeln können.

Wie so oft zählt die Ausgewogenheit. „Als Berater hat man die Chance, viele verschiedene Kunden und Einsatzorte kennenzulernen, spannende Projekte zu betreuen und den eigenen Horizont zu erweitern. Aber wir wollen selbstverständlich auch fähige Kollegen halten, die ihren beruflichen Werdegang an private Veränderungen anpassen und nur bedingt reisen möchten“, so Kempa. Ciber bietet seinen Mitarbeitern beispielsweise die Möglichkeit, von der Beratungstätigkeit in den Bereich Managed Services zu wechseln.

Jetzt für morgen planen

„HR-Abteilungen und Führungskräfte müssen gemeinsam die verschiedenen Mitarbeitergenerationen aufeinander vorbereiten und eventuelle Konflikte moderieren. Die Lösung SAP ERP Human Capital Management bietet umfassende Funktionen, um zentrale HR-Prozesse optimal zu unterstützen. Zudem hat SAP mit SuccessFactors das HR-Portfolio um leistungsfähige, cloudbasierte Lösungen erweitert.“ Für Kempa ein starkes Werkzeug im „War for Talents“: „Wie kein anderes System tragen diese Lösungen zum kontinuierlichen Wissensaufbau in den Unternehmen bei.“

Demografische Änderungen hin oder her – eines bleibt doch immer gleich: „Das größte Kapital im Unternehmen sind die Mitarbeiter. Wer dies versteht, hat bereits den ersten Schritt geschafft“, urteilt Kempa. „Wer zudem seinen künftigen Mitarbeiterbedarf kennt und langfristig planen kann, wird zur richtigen Zeit auch die richtigen Personalmaßnahmen ergreifen – und sich so die benötigten Mitarbeiter auf dem hartumkämpften Fachkräftemarkt sichern.“

Tags: , ,

Leave a Reply