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Der Komplexität den Kampf ansagen

Feature | 6. Februar 2015 von Paul Taylor 0

In New York stellte die SAP in dieser Woche SAP S/4HANA vor: ein neues Produkt und die Anwendungssuite der nächsten Generation, die vollständig auf der In-Memory-Plattform SAP HANA basiert.

Damals sah das noch nach einer hervorragenden Idee aus. Man nehme eine betriebswirtschaftliche Standardsoftware, füge kundenspezifischen Code hinzu, um die Funktionen zu optimieren, oder passe sie an einen bestehenden Prozess oder ein ganzes System an.

Fünf, 10 oder 20 Jahre später erscheint diese Anpassung dagegen nicht mehr ganz so sinnvoll. Viele Unternehmen sind heute durch ihre unflexiblen und viel zu komplexen IT-Systeme eingeschränkt und aufgrund dieser Komplexität nicht in der Lage, Innovationen zu entwickeln oder von einigen der wichtigsten Trends in der Unternehmens-IT zu profitieren.

McKinsey stellte 2014 in einem Report fest, dass große globale Unternehmen mittlerweile so komplex seien, dass sie häufig Schwierigkeiten hätten, gute Ideen gewinnbringend auf den Markt zu bringen. Stattdessen investieren sie viel Zeit in Aktivitäten, die keinen Mehrwert bieten, etwa die Aufrechterhaltung des IT-Betriebs.

Komplexität ist sowohl für Fach- als auch für IT-Verantwortliche mittlerweile zum größten Problem geworden. Meist handelt es sich dabei um Systeme, die über Jahrzehnte immer komplexer geworden sind (manchmal durch Übernahmen) und sich jetzt kaum noch ändern lassen. Das Interessanteste an der neuen Suite S/4HANA, die Dienstag offiziell vorgestellt wurde, ist, dass sie Unternehmen ganz klar aufzeigt, wie sie ihre IT-Infrastruktur vereinfachen und die Redundanzen und Komplexität abbauen können, die aus altem benutzerdefiniertem Code entstanden sind.

Die Implementierung von S/4HANA ermöglicht es, die gesamte Komplexität zu verringern, alle Redundanzen und ungenutzten kundenspezifischen Code zu vermeiden, den Speicherbedarf drastisch zu reduzieren und einen höheren Durchsatz zu erreichen. Der Schlüssel dazu liegt in der Architektur von S/4HANA. Die neue Suite ist auf die Anforderungen der meisten Unternehmen ausgerichtet und erfordert keine Modifizierung des Kerncodes.

Aber offensichtlich stehen nicht alle Funktionen standardmäßig zu Verfügung: Manche Unternehmen benötigen spezielle Funktionen, die nicht von einem ERP-Kernsystem unterstützt werden. Die SAP gewährleistet diese Flexibilität mit einem Extension Framework (HANA Extensions) in S4/HANA und über die offene SAP HANA Cloud Platform, um leistungsfähige Anwendungen – wie für Vorhersagen, Empfehlungen und Simulationen – einzuführen und gleichzeitig bestehende Investitionen zu schützen.

Verringerung des Speicherbedarfs

Statt den Kerncode anzupassen, werden Modifikationen an einem „sicheren“ Ort hinterlegt, damit Innovationspakete leicht eingespielt werden können. Das ERP-Kernsystem bleibt dadurch sauber und kann schnell und problemlos aktualisiert werden, wenn neue Funktionen hinzugefügt werden – genauso wie Verbraucher-Apps regelmäßig aktualisiert werden.

Aus IT-Sicht bietet S/4HANA die einzigartige Möglichkeit, die Systemlandschaft drastisch zu vereinfachen und die Gesamtbetriebskosten zu senken. Unternehmen können nun ihren Speicherbedarf erheblich verringern und mit größeren Datenmengen in einem einzigen System arbeiten (Zusammenführung von ERP, CRM, SRM, SCM und PLM in einem einzigen System), um Hardwarekosten, Betriebskosten und Zeit zu sparen.

S/4HANA erlaubt es außerdem, Menschen, Endgeräte und Geschäftsnetzwerke in Echtzeit miteinander zu verknüpfen. Dadurch wird für jedes Unternehmen auch der Zugriff auf das Internet der Dinge und auf Big Data möglich. Da keine umfangreiche Batchverarbeitung mehr erforderlich ist (was Stunden und Tage in Anspruch nehmen kann), können Anwender mit S/4HANA in Echtzeit neue Erkenntnisse aus Geschäftsdaten gewinnen und schnellere und fundiertere Entscheidungen treffen.

Endanwender können die einfache Benutzeroberfläche von S/4HANA auf jedem Gerät nutzen. Die komplexen und uneinheitlichen Oberflächen älterer Unternehmensanwendungen gehören damit der Vergangenheit an.

Bildquelle: Shutterstock

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