Design Thinking mit Post-it und Lego

Feature | 15. November 2012 von Uta Spinger, Angela Dunn 0

 

Die Besucher konnten auf der SAPPHIRE NOW bei Design-Thinking-Prozessen mitmachen. (Foto: SAP)

Damit die Besucher der SAPPHIRE  NOW vor Ort erleben können, was die SAP in Sachen User Experience unternimmt, gab es in Madrid die Möglichkeit, aktiv bei einem Design-Thinking-Prozess mitzumachen. In zwei Glaskästen konnten sie die Fortschritte sowie eine Post-it-Wand und Legobauten bewundern. Zwei interdisziplinäre Teams – bestehend aus User Researcher, Interaction Designer, Visual Designer und Fachexperte – machten sich daran, die User Experience von Kernprozessen zu verbessern.

Team Nummer eins hatte die Aufgabe das Szenario „Zeiterfassung“ attraktiver zu gestalten. Die Bestandsaufnahme – Research genannt – fand vor Ort statt.

Christine Hall, Senior Design Consultant, befragte Kunden nach ihren Anforderungen an ein benutzerfreundliches Szenario. „Die Kunden waren sehr neugierig und aufgeschlossen mitzumachen“, erzählt die Expertin. „Wir haben über 20 Interviews geführt.“

Nach dem Clustern der Aussagen und der Entwicklung einer sogenannten Persona, einem fiktiven Endanwender, ging es ans Entwerfen des Prototyps, der wieder von Kundenseite validiert und letztlich als Mockup erstellt wurde. „Wir waren erfolgreich, wenn wir am Ende die Balance zwischen den Bedürfnissen des Endbenutzers nach einfacher Benutzbarkeit und dem Geschäftsnutzen auf der anderen Seite gefunden haben“, so Hall.

Mobile bleibt Kernthema

Das zweite Team entwickelte ein mobiles Szenario für die Genehmigung von Bestellanforderungen. Hier ging es um die Validierung durch die Kunden. User Researcher Eva Rügenhagen erläutert das Vorgehen: „Um den abstrakten Prozess greifbar zu machen, stellen wir den Prototyp visuell in Comic-Form dar. Damit kann sich jeder gut identifizieren.“ Die Besucher  fragten das Team, zu dem die Fachexperten Dennis Bruder und Visual Designer Michael Krenkler gehörten, was sie für die App benötigten. Als die meisten Kunden sagten: „Ich will wissen, woher die Bestellung kommt – auch von unterwegs“, hatte sich diese Anforderung als eines der „Hot Topics“ herauskristallisiert. Der Visual Designer baute auf dieser Basis einen detaillierten Entwurf und ein Lego-Szenario. Danach durften die Kunden wieder Feedback geben.

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Foto: Auf der SAPPHIRE NOW geht es auch darum, abstrakte Prozesse greifbar zu machen.

Business User im Visier

Jeff Woods, Head of Product Evangelism, erläutert den Fokus auf Design Thinking: „Die Benutzerfreundlichkeit von SAP-Produkten ist ein Thema für die Menschen, also müssen wir mit unseren Kunden über ihre Bedenken sprechen“, erklärt der ehemalige Gartner-Analyst. „SAP macht seit über 40 Jahren Software – natürlich wurde auch die Benutzeroberfläche immer mal wieder verändert. Das größte Problem ist, dass unsere Entwicklung und unser Design sich größtenteils an Anwendungsexperten richten. Daher haben sich die Systeme an den umfangreichen Anforderungen von Großkonzernen und mittelständischen Unternehmen ausgerichtet – der Hauptzielgruppe der SAP Business Suite“, so Woods.

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