HIV-Patienten in Südafrika helfen

Feature | 4. Dezember 2012 von Susan Galer 0

Nombulelo Cebu, Volunteer der Desmond Tutu HIV Foundation. Foto. privat

Schätzungen zufolge leben in Südafrika mehr Menschen mit HIV und AIDS als in allen anderen Ländern der Welt. Zudem hat es die vierthöchste Tuberkuloserate weltweit. Eine Organisation, die sich im Kampf gegen HIV engagiert, ist die Desmond Tutu HIV Foundation (DTHF). Die Stiftung, die 2004 aus dem HIV-Forschungsbereich des New Somerset Hospital in Kapstadt hervorgegangen ist, wird seit ihrer Gründung von Erzbischof Desmond Tutu unterstützt. Der Forschungsbereich gehörte zu den ersten öffentlichen Krankenhäusern, die eine antiretrovirale Therapie (ART) für HIV-Patienten anboten. Nach Aussagen von Linda-Gail Bekker, der stellvertretenden Leiterin der Stiftung, ist die Arbeit der DTHF im Lauf der Jahre noch wichtiger geworden. „Unser Ziel ist es, dass Südafrika AIDS-frei wird. Unsere Maßnahmen im Bereich Forschung, Behandlung und Prävention, mit denen wir die Auswirkungen dieser Pandemie auf die Menschen in Südafrika mindern möchten, haben in den letzten vier Jahren um 90 % zugenommen“, berichtet sie.

Wichtig, dass sich überhaupt jemand um sie kümmert

Neben klinischen Studien umfassen die Maßnahmen der DTHF kostenlose Aufklärung über HIV, Tests sowie HIV- und Tuberkulosebehandlungen für Hunderte, wenn nicht gar Tausende Menschen jährlich an mindestens vier Standorten im Raum Kapstadt. Zwei mobile Einheiten besuchen außerdem regelmäßig entlegene Townships und ländliche Gebiete. DTHF-Beraterin Flora Thobela weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr es auf frühzeitige Information und Behandlung ankommt. Vor 20 Jahren erhielt sie die Diagnose HIV, als sie schwanger war, und nahm mit Unterstützung der DTHF an einer klinischen Studie teil. Heute lebt sie mit ihrer AIDS-Krankheit und engagiert sich als Beraterin für die Stiftung. Sie erzählt, dass die Patienten äußerst positiv auf die Arbeit der DTHF reagieren. Die Menschen wissen die medizinische Behandlung zu schätzen, doch ebenso wichtig ist es für viele, dass sich überhaupt jemand um sie kümmert.

Hier geht es zum Video: Die Arbeit der Desmond Tutu HIV Foundation in Südafrika.

„Als HIV-Patient muss man kämpfen, um gehört zu werden, und die Tutu-Stiftung verleiht den Menschen eine Stimme“, so Thobela. „Wenn man die Diagnose erhält, hat man Angst, weil man nicht weiß, was auf einen zukommt. Wenn jedoch ein Mensch, der mit HIV lebt, den Patienten die Angst nimmt und erzählt, was die Diagnose bedeutet und welche Folgen sie hat, wird vieles einfacher.“

Finanzielle Transparenz vereinfacht Abläufe und die Einhaltung von Auflagen

Nicht nur die DTHF selbst ist durch zahlreiche neue Projekte gewachsen, sondern auch die Anzahl kostenintensiver Audits durch Behörden und die Verwaltungskosten haben deutlich zugenommen. Um ihre Abläufe besser zu verwalten und auch die strikten Auflagen der Regierung besser einhalten zu können, entschied sich die DTHF für die Einführung von SAP Business One für ein neues System zur Verwaltung von Zuwendungen und Finanzmitteln, das vom SAP-Partner Bluekey Software Solutions entwickelt worden war.

Es gibt nur sehr wenige Softwarepakete, die auf die Anforderungen von gemeinnützigen Organisationen zugeschnitten sind, erklärt uns Jill Thorne, Geschäftsführerin der DTHF. „SAP Business One ist ein zentrales, zuverlässiges und solides Finanzmanagementsystem, mit dem wir uns mehr Zuschüsse sichern und dadurch unsere Sozialleistungen ausweiten können. Es hält sozusagen den Betrieb am Laufen, egal an welchem Ort der Welt sich unser Management gerade befindet.“

Thorne rechnet damit, dass sich die Kosten für Audits mithilfe von SAP Business One deutlich senken lassen, auch wenn die DTHF weiter wächst. Mit dem System können Transaktionen bereits um 30 % schneller verarbeitet werden, und Projektleiter können Projekte auch unterwegs über ihre Mobilgeräte autorisieren und genehmigen. Das Kreditorenmanagement konnte mithilfe von Übersichtsberichten zu Kreditoren deutlich verbessert werden, und Mehrwährungsberichte berechnen automatisch die Wechselkursrisiken, was der DTHF bislang nicht möglich war. Thorne schätzt, dass sich mit der neuen Software jährlich Einsparungen in Höhe von 45.000 US-Dollar erzielen lassen. Dadurch kann die DTHF ihre Kosten schneller verrechnen.

Mehr Zeit für Patienten

Die umfassende Transparenz bietet Ärzten außerdem einen vollständigen Überblick darüber, wie groß ihr Budget ist und wie viel sie ausgeben können. „Jeder klinischen Studie wird ein eigenes Budget zugewiesen, das nicht mit anderen Studien geteilt werden kann. Früher hatten die Ärzte oft so große Angst, ihr Budget zu überschreiten, dass sie überhaupt kein Geld ausgaben. Nun können sie auf einfache Weise fundierte Entscheidungen zur Verwendung ihres Budgets treffen und haben damit mehr Zeit, sich um ihre Patienten zu kümmern“, berichtet Thorne.

Alle Benutzer von SAP Business One können einfach und in Echtzeit auf die benötigten Informationen zugreifen und sparen dadurch Zeit und Geld. „Mit ein paar Mausklicks können sie sehen, an welcher Stelle der Beschaffungsprozess stockt. Sie müssen nicht erst viele Leute anrufen, um herauszufinden, was los ist“, so Thorne.

Eine effiziente Mittelverwaltung, eine effektive Zuschusskontrolle und finanzielle Transparenz sind außerdem entscheidende Voraussetzungen, um auch in Zukunft bei der Vergabe von Zuschüssen berücksichtigt zu werden. „Wenn Spendenorganisationen sehen können, dass ihre Gelder sinnvoll verwendet werden und die Verwendung der Gelder auch nachvollziehbar ist, steigt die Wahrscheinlichkeit erneuter Zuwendungen deutlich“, betont Bekker.

Rechtzeitige Information und Behandlung kann Leben retten

Nach Einschätzung von Bekker hat SAP Business One entscheidend dazu beigetragen, dass die DTHF mehr Zeit für klinische Studien, die Behandlung von Patienten und die dringend erforderliche Aufklärungsarbeit aufwenden kann. „Die Menschen sterben, deshalb dürfen wir keine Zeit verlieren. Durch das neue System haben alle mehr Zeit, sich um ihre eigentlichen Aufgaben zu kümmern – um den Kampf gegen HIV und Tuberkulose – und die Lebensumstände der Menschen in Südafrika zu verbessern.“

Tags:

Leave a Reply