Die 10 globalen IT-Trends von IDC

12. Dezember 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

(Foto: shutterstock)

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Über der Liste der zehn IT-Trends für das nächste Jahr wölbt sich bei den Analysten von IDC als allumspannende Glocke die sogenannte „dritte Plattform“. IDC-Analyst Frank Gens benutzt diesen Begriff für eine IT-Welt, die in Abgrenzung zu Internetdiensten und Client-Server-Technologie der „zweiten Plattform“ rund um mobile Technologie, Cloud-Dienste, Big-Data-Analysen und soziale Technologien aufgebaut ist. Schon zum dritten Mal spielt die dritte Plattform in der Jahresprognose von IDC nun eine Rolle, so Gens. Für nächstes Jahr erwartet er auf diesem Feld heftige Verteilungskämpfe.

In die Einschätzung, die Gens in einem Webinar präsentierte, sind seinen Angaben zufolge die Stimmen von rund 1000 IDC-Analysten weltweit eingeflossen. Demnach steht nächstes Jahr eine regelrechte „Eskalation“ bevor. Damit meint Gens, dass es für IT-Anbieter entscheidender wird als je zuvor, sich mit neuen Angeboten schnell weltweit Marktanteile zu erstreiten. Gleichzeitig wird es nämlich auf den zur dritten Plattform gehörenden Spielfeldern zu einer Konsolidierung kommen, bei der sich wenige große Anbieter durchsetzen werden. Wer erfolgreich sein wird, hängt laut Gens davon ab, ob ein Anbieter die Entwickler für „Killer-Applikationen“ findet und an sich binden kann. Für Technologien der dritten Plattform werden Unternehmen 2014 rund 15 Prozent mehr Geld ausgeben als dieses Jahr. An den gesamten weltweiten IT-Ausgaben sollen IDC zufolge mobile Technologie, Cloud Computing, Big Data und soziale Technologie 29 Prozent ausmachen.

Mobile, Cloud, Big Data und soziale Technologien machen ein Drittel der IT-Investitionen aus

Unter dieser übergreifenden Entwicklung finden den Analysten zufolge in den kommenden zwölf Monaten folgende Entwicklungen statt.

1. Smartphones und Tablets machen 60 Prozent der IT-Ausgaben aus

Die weltweiten IT-Ausgaben werden bei 2,1 Billiarden US-Dollar liegen, ein Wachstum von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. 60 Prozent des Wachstums macht der Absatz von Smartphones und Tablets aus. Ohne sie würden die IT-Ausgaben nur um 2,4 Prozent wachsen. 13 Prozent der IT-Ausgaben sollen auf mobile Geräte entfallen.

2. Schwellenländer kommen (wieder) auf

Schwellenländer werden bei den IT-Ausgaben zu einem zweistelligen Wachstum von zehn Prozent zurückkehren. Die IT-Ausgaben dort werden sich auf fast 740 Milliarden Dollar summieren, das ist mehr als ein Drittel des weltweiten Umsatzes. Mehr als 60 Prozent des Wachstums finden auf den sich entwickelnden Märkten statt. In absoluten Dollar-Zahlen ausgedrückt, werden die IT-Ausgaben in China genauso stark zulegen wie die in den USA – obwohl der chinesische Markt nur ein Drittel so groß ist wie der US-amerikanische.

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3. PaaS statt IaaS – Amazon schlägt zu

Innerhalb der dritten Plattform erwartet IDC eine Verschiebung von Infrastructure as a Service (IaaS) zu Angeboten der Kategorie Platform as a Service (PaaS). Vor allem von Amazon Web Services werde eine wahre Lawine von PaaS-Angeboten für Entwickler und von anspruchsvollen Dienstleistungen für Unternehmen ausgehen. Die Unternehmen, die Marktführer im Zeitalter der zweiten Plattform waren, zwinge dies zur Neuorientierung. Google wird als Streitpartei um eine starke Position in diesen Kampf einsteigen.

4. Mobile Geräte – zweistelliges Wachstum

Der Ansturm mobiler Geräte wird anhalten – der Tablet-Umsatz um 18 Prozent wachsen, der mit Smartphones um zwölf Prozent. Die von Samsung angeführte Android-Gemeinde wird ihren Vorsprung vor Apple behalten, was den Absatz in absoluten Zahlen angeht. Apple wird hingegen weiterhin auf durchschnittlich höhere Verkaufspreise setzen und sein etabliertes Ökosystem von Apps erhalten. Der Abstand vor den Umsätzen im Google Play Store für Android-Apps wird sich allerdings verringern, weil letztere stark steigen.

5. Cloud Computing – der 100-Milliarden-Dollar-Markt

Die Cloud-Ausgaben werden um ein Viertel zulegen, auf 100 Milliarden Dollar. IDC erwartet eine dramatisch steigende Zahl der weltweit betriebenen Rechenzentren, da alle größeren Cloud-Wettbewerber sich global aufstellen wollten.

6. Big Data – die Datenhändler kommen

Die Ausgaben für Big-Data- Technologien und zugehörige Dienstleistungen sollen 2014 um 30 Prozent wachsen und dann 14 Milliarden überschreiten. Folge des Wachstums: Weiterhin rechnet IDC mit einem großen Mangel an ausreichend für Big-Data-Analysen ausgebildeten Fachleuten. Wie Pilze aus dem Boden schießen sollen IDC zufolge Anbieter von Inhalten und Datenhändler. Sie bedienen die Interessen von Unternehmen, die nach interessanten Datenquellen suchen und nach Anwendungen, um ihre Kunden und Märkte besser zu verstehen.

7. Soziale Technologien – vorbei mit dem Inseldasein

Soziale Technologien führen kein Inselleben mehr sondern werden in den nächsten zwölf bis 18 Monaten zunehmend in bestehende Unternehmensanwendungen integriert. Die mit ihnen erhobenen und verarbeiteten Daten werden außer in Strategien zur Kundenbindung und fürs Marketing zunehmend auch in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen einfließen. IDC erwartet, soziale Netzwerke für Unternehmen zunehmend als Standard-Lösung aus der Wolke verfügbar sein werden.

8. Cloud-First kommt

Rechenzentren sind die physikalische Grundlage unterhalb der Wolke und somit ein wichtiger Bestandteil der dritten Plattform. Im Zuge dessen, dass die Zahl der speziell auf den Betrieb von Cloud-Diensten ausgerichteten Rechenzentren wächst, werden Anbieter von Cloud-Diensten wichtige Nachfrager im Geschäft mit Server-, Storage- und Netzwerkkomponenten. Etablierte Hardware- Anbieter, die bisher nur schwer auf diesem Markt Fuß fassen konnten, seien daher künftig zu einer „Cloud-First“-Strategie gezwungen.

9. Branchenabhängige Innovations-Plattformen

Die dritte Plattform ist das Feld, auf dem künftig die nächste Generation von Anwendungen entsteht, mit denen sich Unternehmen Wettbewerbsvorteile vor anderen sichern können. Ein Schlüssel zur Entwicklung von Innovationen sollen branchenspezifische Innovations-Plattformen sein – beispielhaft nennt IDC die Software-Plattform Predix von GE. Ähnliche Plattformen sollen den Analysten zufolge demnächst zu hunderten entstehen.

10. Internet der Dinge – neue Industriepartnerschaften

Die dritte Plattform wird sich 2014 von Smartphones, Tablets und PCs auf das Internet der Dinge ausdehnen. Das Internet der Dinge wird kommendes Jahr an Fahrt aufnehmen, prophezeien die Analysten. IDC erwartet neue Industrie-Partnerschaften, etwa zwischen traditionellen IT-Anbietern und Telekommunikationsanbietern oder Halbleiterherstellern, die gemeinsam ein integriertes Angebot in der Unterhaltungselektronik und generell bei miteinander verbundenen Geräten schaffen wollen. Bis 2020 erwartet IDC Umsätze von 8,9 Billionen US-Dollar mit Technologien rund um das Internet der Dinge.

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