“Die ASUG Influence Councils ziehen die interessiertesten und erfahrensten Anwender an”

Feature | 17. Januar 2005 von admin 0

Mr. Healy, Warum entschlossen Sie sich, in einem ASUG Influence Council mitzuarbeiten?

Healey: Ich wollte bei den Influence-Aktivitäten mitarbeiten, weil ich darin eine Möglichkeit sah, nicht nur die künftige Entwicklung der SAP-Software zu beeinflussen, sondern bei aktuellen Verbesserungen an den SAP-Anwendungen, mit denen ich selbst täglich arbeite, “mittendrin” zu sein. Damit wurde ich nicht enttäuscht. Für mich steht fest, dass mit dem Influence-Modell sowohl SAP als auch ASUG gewinnen. Wie kann man schließlich auch verlieren, wenn das Unternehmen, dessen Produkt man verwendet aktiv nach Anregungen sucht und möchte, dass man die zukünftige Richtung mitgestaltet? Da ich bei Armstrong World Industries für die Versorgungskette zuständig bin entschied ich mich bei denjenigen Influence Councils mitzuarbeiten, die sich mit den Modulen Demand Planning (DP) und Supply Network Planning (SNP) von SAP APO beschäftigen. Genau damit habe ich in meinem Unternehmen zu tun.

Können Sie ein Beispiele geben, bei dem Ihr Input zu einer spezifischen Veränderung an einer SAP-Lösung geführt hat?

Healey: Aber ja. Frühere Versionen des SAP APO Demand Planners ermöglichten es dem Anwender, ein Planungsraster in Microsoft Excel herunter zu laden. Damit konnte Excel in vollem Umfang dazu verwendet werden, die Planungsdaten zu verändern. Der Haken: Es gab keine Möglichkeit, die Excel-Tabelle wieder in SAP APO einzuspielen, nachdem sie geändert war. Damit wiederum machte natürlich auch die Download-Funktion nur begrenzt Sinn. Die Mitglieder des betreffenden ASUG Influence Councils stuften die Möglichkeit, die Tabelle nach SAP APO zu übertragen deswegen als sehr wichtig ein – nun gibt es diese Funktionalität.

Sind die Produktmanager von SAP ihrer Meinung nach Anregungen der ASUG gegenüber aufgeschlossen und gesprächsbereit?

Healey: Bei unserer Arbeit mit den APO Influence Councils haben wir das Glück, mit zwei sehr erfahrenen und kompetenten Produktmanagern zusammen zu arbeiten, Dr. Frank Schlüter und Georg Klinger. Natürlich würde das ASUG-Influence-Modell nicht ohne die Kooperation von Seiten SAP funktionieren. Es ist offensichtlich, dass SAP den Input von ASUG-Mitgliedern schätzt. Wir haben sogar ein von SAP vorgeschlagenes Influence Council aufgegeben, als klar wurde, dass es keinen Sinn macht. Das soll nicht etwa eine Kritik sein, ganz im Gegenteil, es ist ein Beweis dafür, dass SAP auf ASUG-Mitglieder hört, und dass die SAP-Produktmanager willens sind, eine bereits eingeschlagene Richtung aufgrund der Einschätzung der Influence Councils zu ändern.

Glauben Sie, dass das ASUG-Influence-Modell einen signifikanten Effekt auf die Weiterentwicklung von SAP-Lösungen hat?

Healey: Ja. Das wurde bei unserer Arbeit an SAP APO deutlich und an den Verbesserungen, die in aktuellen und geplanten Releases zu sehen sind. Influence Councils ziehen in der Regel die interessiertesten und erfahrensten Anwender an, Menschen, die das Produkt verbessern wollen. Obwohl jeder seine eigenen Ideen und Probleme in das Council einbringt, wissen doch alle Mitglieder, dass nicht alles implementiert werden kann. Ziel ist es Verbesserungen zu finden, die der Masse der Anwender den größten Nutzen bringen. Und das funktioniert.

Herr Schlüter, bitte erläutern Sie uns doch aus Ihrer Sicht, wie eine Funktionalität oder eine Komponente der SAP-Software als Folge des ASUG-Influence-Modells verbessert wurde.

Schlüter: Das Influence Council für Supply Chain Planning (Demand Planning und Supply Network Planning in SAP APO) arbeitete von Frühjahr bis Herbst des vergangenen Jahres. Die Kunden hatten hierzu vor allem fünf wichtige Anforderungen formuliert, hier zwei Beispiele:

  1. Die Change Release Log-Funktionalität zwischen Demand Planning und Supply Network Planning – Das Change Release Log zwischen Demand Planning und Supply Network Planning war bereits vorhanden. Die Anwender regten an, dass in der Log-Datei Informationen in umfangreicherem Maße abgelegt werden sollten, um kritische Produkte besser identifizieren zu können. Diese Möglichkeit wurde geschaffen.
  2. Offline Demand Planning – Diese vollständig neue Funktionalität wurde von Anwendern zur Unterstützung eines neuen Prozesses im Demand Planning gefordert. Der neue Prozess erlaubt es, Daten aus einer Excel-Datei in die SAP-Software zu laden.

Wie lange dauerte es von der Eingabe des Änderungsvorschlags bis zur Änderung selbst?

Schlüter: Das entsprechende Influence Council wurde ins Leben gerufen um SAP SCM 5.0, das sich gerade in der Entwicklung befindet, noch in der Planungsphase zu beeinflussen. Kleinere Änderungen wurden jedoch bereits in damals aktuelle Entwicklungsphase von SAP SCM 4.1 eingearbeitet. Beispiel Nummer eins, das Release-Log, wurde sehr schnell implementiert und war nach einem Jahr verfügbar. Im zweiten Beispiel, dem Offline Demand Planning, war ein höherer Entwicklungsaufwand notwendig. Es ist für das nächste Release geplant, was bedeutet, dass es zwei Jahre nach der Eingabe durch das Influence Council verfügbar sein wird.

Sind die Influence Councils bei der Entwicklung oder Änderung von Funktionalitäten hilfreich?

Schlüter: Vom Standpunkt der Entwicklung aus war das Influence Council 2003 sehr hilfreich. Zum einen wurden wichtige Themen identifiziert. Darüber hinaus erhielten wir die Chance, die Entwickler mit Kunden zusammen zu bringen. Wir lernten daraus eine Menge darüber, wie die Kunden unsere Software sehen und welche Funktionalitäten ihnen denn eigentlich am Herzen liegen. Und unsere Kunden waren direkt an der SAP-Produktentwicklung beteiligt.

Wie häufig treffen Sie sich mit ASUG-Mitgliedern, um Anregungen aus dem Influence Council zu erhalten?

Schlüter: Das Influence Council 2003 bestand aus vier persönlichen Treffen auf Veranstaltungen und Messen sowie mehreren Telefon- und Onlinekonferenzen.

Wie werden die Ergebnisse des Inputs kommuniziert?

Schlüter: Die virtuelle Konferenzen enthalten beispielsweise Produktdemonstrationen. Für gemeinsam verwendete Informationen dient cFolder. Und natürlich tauschen wir uns regelmäßig per E-Mail aus. Auf dem Supply Chain Management Forum 2003 wurden die Ergebnisse der Influence Councils präsentiert und dabei die spezifischen Influence-Themen, die in verschiedenen Produkt-Releases Umsetzung finden, vorgestellt. Das bot auch Gelegenheit zu veröffentlichen, welche Influence-Themen in den Entwicklungsplänen Berücksichtigung finden und welche noch hinten anstehen müssen.

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