Die Basis für Innovationen liegt in den Unternehmensdaten

Feature | 19. Oktober 2005 von admin 0

Im Zentrum der Konferenz standen rund 30 praxisorientierte Fachvorträge. Darüber hinaus gab das Forum den über 300 Teilnehmern Gelegenheit, persönliche Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu pflegen und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen.
In seinem Eröffnungsvortrag betonte Steeb-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Kemna, dass gute Innovationen mindestens in einem der Bereiche Zeit, Kosten, Qualität oder Flexibilität erkennbaren Nutzen stiften und so dazu beitragen, den Lebenszyklus von Unternehmen und den Marktzyklus von Produkten zu verlängern.
Prozess- und Produktinnovationen setzen, wie er weiter ausführte, qualitativ hochwertige Daten voraus. „Diese Daten können, wenn sie gezielt abgerufen werden, den Unternehmen helfen, ein besseres Verständnis für ihre Kunden zu gewinnen. Sie bilden die Grundlage für die Unternehmensführung und -kontrolle und damit für das Risikomanagement und die Einhaltung gesetzlicher Auflagen sowie für das Reporting an die Interessengruppen, das heißt Eigentümer, Kunden oder Banken“, so Kemna. Laut einer aktuellen Umfrage haben das Management und die Analyse von Daten den größten Einfluss auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens.

Referenzkunden zeigen Problemlösungen

Anhand konkreter Beispiele von verschiedenen Referenzkunden zeigte Kemna auf, wie mittelständische Unternehmen innovative Projekte auf der Grundlage von SAP-Lösungen erfolgreich verwirklicht haben. So konnte der Baumarktzulieferer GAH Alberts durch Prozessinnovationen die Transparenz in Logistik und Versand erhöhen. Dadurch wurde es möglich, die Anzahl der Fehllieferungen und der damit verbundenen Strafzahlungen deutlich zu senken und die Durchlaufzeit von acht auf 1,5 Tage zu verkürzen. Dem Pharmaunternehmen betapharm gelang es, durchgängige, voll integrierte Prozesse vom Kunden über das Unternehmen zum Lieferanten und wieder zurück abzubilden. Dadurch wird Zeit gespart, somit also die Prozesskosten gesenkt, Medienbrüche werden ausgeschlossen, und die Anpassung an Marktanforderungen kann schneller erfolgen als bei der Konkurrenz. Der Getränkefachgroßhandel Essmann konnte seine Wettbewerbsfähigkeit durch den Einsatz einer neuen Technologie erhöhen. Mit Adaptive Computing Infrastructure (ACI) betreibt der Großhändler seine Systemlandschaft zu einem beliebigen Zeitpunkt je nach Bedarf auf einem oder mehreren Servern. Damit ist es gelungen, die laufenden Kosten pro Jahr um zwei Drittel zu senken.
„Sämtliche Innovationen basieren auf einem klaren Geschäftsmodell. Sie wurden von unseren Beratern mit Hilfe von SAP-Lösungen in die Praxis umgesetzt und eingeführt“, erläuterte Kemna. Die Rolle von Steeb, einer hundertprozentigen SAP-Tochter, beschrieb er dabei mit dem Motto „SAP heißt es, Steeb macht es.“

Der Mittelstand – das unbekannte Wesen

Über den Markt von Standardsoftware im Mittelstand berichtete Nils Niehörster, der Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts RAAD Consult. Der Senior Analyst ging in seinem Vortrag „Mittelstand – schwer zu fassen“ zuerst auf die unterschiedlichen Definitionen des Begriffs „Mittelstand“ ein. In Anlehnung an die EU-Vorgabe bezeichnet das Institut Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern als Mittelstand. Aus den Marktanalysen von RAAD geht hervor, dass SAP in diesem Bereich seinen Marktanteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausbauen konnte. „Über zwei Drittel aller SAP-Kunden in Deutschland sind mittlerweile Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. Das illustriert, welche Entwicklung SAP in den letzten Jahren als Anbieter von Systemen für mittelständische Unternehmen umgesetzt hat. Außerdem nimmt der Marktanteil von SAP zu, je größer die Unternehmen sind“, beschreibt Niehörster den Markt für Enterprise Applications in Deutschland. Er betonte, welchen hohen Stellenwert das Engagement im Mittelstand für SAP hat. Schließlich verzeichnet man dort in jüngster Zeit den mit Abstand höchsten Zuwachs an neu gewonnenen Kunden.
Der Marktanalyst strich heraus, dass Unternehmen, die SAP-Lösungen einsetzen, generell mehr Standardkomponenten – Finanzwesen, Personalwesen, Kundenbeziehungsmanagement, Zulieferermanagement, Business Intelligence und Dokumentenmanagement – nutzen. Zwar zwingt die Standardsoftware die Unternehmen in einen engeren Rahmen, gleichzeitig erhöht sich dadurch aber auch die gewünschte Planungssicherheit und Produktivität. Niehörster verwies außerdem darauf, dass die IT-Leiter von Mittelständlern meist eine ganz andere Rolle spielen als die CIOs in Großunternehmen. „Die IT-Leiter von Mittelständlern haben einen viel kleineren Mitarbeiterstab und sind eher technisch orientiert. Ihre Aufgabe ist es hauptsächlich, Geschäftsstrategie und Innovationen operativ umzusetzen, weniger, diese zu entwickeln.“
Das nächste Steeb Mittelstandsforum findet am 20. und 21. September 2006 im Kongress- und Kulturzentrum Fulda statt.

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