Cloud-Monitor 2013: Wolke polarisiert

Feature | 12. März 2013 von Claudia Linke 0

Foto: iStockphoto

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Die Zahl der Cloud-Computing-Nutzer wächst und wächst. Dabei wird die Private Cloud der Public Cloud eindeutig vorgezogen; das zeigt eine Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG und des Branchenverbands BITKOM. Im „Cloud-Monitor 2013“ wurden 436 IT-Verantwortliche oder Geschäftsführer befragt.

Während Leistungen aus der Cloud ein generelles Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen konnten, stieg vor allem die Zahl der Private-Cloud-Nutzer auf 34% (im Vergleich zu 27% gegenüber dem Jahr 2011). Auch im Bereich der Public Cloud wuchs die Nutzerzahl, allerdings auf niedrigem Niveau, auf 10% (von 6% im Vorjahr). Zwei Drittel dieser Nutzer verwenden hybride Cloud-Umgebungen.

Cloud lässt Mittelstand kalt

Interessant dabei: Obwohl sich Cloud-Lösungen gerade an mittlere bis kleine Unternehmen richten, sind diese nach wie vor zurückhaltend. Je kleiner das Unternehmen, desto geringer das Interesse. Grundsätzlich stieg im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Interessenten (auf 35% gegenüber 28% in 2011), aber auch die der Skeptiker (auf 44% von 38%) – das Thema „Cloud“ polarisiert; nur noch ein Fünftel der Befragten hatte keine Meinung.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Lieber die interne private Cloud als Public-Cloud-Dienste

Privat-Cloud-Lösungen stehen für die Cloud-Nutzer im Mittelpunkt. In Unternehmen von 100 bis 1.900 Mitarbeitern stieg der Nutzeranteil von 25% auf 40%. Spitzenreiter mit einem Anteil von über 60% sind Großunternehmen. Vor allem die interne Private Cloud ist bei deutschen Unternehmen im Einsatz oder in Planung. Nur 5% bzw. 8% der Nutzer lassen ihre Private Cloud von einem externen Dienstleister managen oder hosten sondern vertrauen lieber auf die hauseigene IT.

Und: Der überwältigende Anteil von 83% bewertet die Erfahrungen mit Private-Cloud-Diensten als positiv.

Verhaltene Begeisterung für Public Cloud

Gerade Public-Cloud-Dienste sollen kleine Unternehmen ansprechen, doch diese zeigen sich auch hier sehr zurückhaltend. Insgesamt wuchs der Public-Cloud-Bereich deutlich (von 6% auf 10%). Der durchschnittliche Anteil am IT-Budget von 12% bleibt jedoch gering und Verantwortliche rechnen auch nur mit einem Anteil von 16% in zwei Jahren – im Gegensatz zu 24% für die Private Cloud heute und 34% in zwei Jahren. Nutzer der Public Cloud legen ihren Schwerpunkt vor allem auf „Software as a Service“ (SaaS). Dabei dreht es sich vornehmlich um Collaboration-Anwendungen, Customer Relationship Management (CRM) und branchenspezifische Anwendungen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: In den nächsten zwei Jahren werden mehr Nutzer und mehr Lösungen im Cloud-Bereich erwartet

Im Bereich Public Cloud haben drei Viertel der Anwender positive Erfahrungen mit der Public Cloud gemacht, fand die Studie heraus. Die Erwartungen an die Public Cloud von mehr als der Hälfte der Nutzer waren unter anderem die Verringerung des IT-Administrationsaufwands, kürzere Implementierungszeiten für neue Anwendungen und schnelle Skalierbarkeit von IT-Leistungen. Auch der flexible Zugriff auf geografisch verteilte Ressourcen war vielen wichtig. Ein Großteil der Nutzer bestätigte, dass diese Aspekte sich tatsächlich verbessert hätten. In einem Viertel der Unternehmen führte die die Nutzung der Public Cloud zu höheren IT-Ausgaben, aber in genauso vielen Unternehmen sanken die Ausgaben. Das kann daran liegen, dass es erst ab einer bestimmten Anzahl von Nutzern zu Skaleneffekten kommt. Darüber hinaus gab jeder vierte Befragte an, die Datensicherheit nehme in Vergleich zu Inhouse-Lösungen ab – in der Mehrheit der Fälle wurde sie allerdings als gleichbleibend angegeben.

Mehr Cloud-Nutzer und -Lösungen in der Zukunft

Die Initiatoren der Studie sehen in den steigenden IT-Budgets, die für Cloud-Lösungen in den nächsten zwei Jahren erwartet werden den Beweis, dass die Anzahl der Cloud-Nutzer und der Umfang der Lösungen in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Dafür wird es wohl nötig sein, die positiven Erfahrungen der Nutzer besser zu kommunizieren, Lücken zu schließen und die Vorteile der Cloud vor allem der eigentlichen Zielgruppe, dem Mittelstand, näherzubringen.

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1 comment

  1. Klaus Ahlering

    Die Rückhaltung begründet sich sicherlich und immer noch in der Ungewissheit beim Thema Sicherheit. Egal ob Desktop-Virtualisierung, Software-as-a-Service oder Storage-Dienste: Unternehmen, die sich die vielen Annehmlichkeiten der Cloud zunutze machen möchten, kommen nicht umhin, ihre Daten aus der Hand zu geben und sie einem Dienstleister zu überlassen. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema kann man bei http://www.cloudworld.de nachlesen.

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